Im Kreisvorstand sieht sich Andreas Heil zum einen als Ansprechpartner für die CDU-Stadt- und Gemeindeverbände im Altkreis Schlüchtern sowie von angrenzenden Verbänden wie in Jossgrund, Birstein und Biebergemünd.
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Im Kreisvorstand sieht sich Andreas Heil zum einen als Ansprechpartner für die CDU-Stadt- und Gemeindeverbände im Altkreis Schlüchtern sowie von angrenzenden Verbänden wie in Jossgrund, Birstein und Biebergemünd.

Auf die Betriebe zugehen

Andreas Heil (CDU) sieht sich als Vertreter des Bergwinkels: „Wieder Partei des Mittelstands werden“

  • Hanns-Georg Szczepanek
    vonHanns-Georg Szczepanek
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Der ländliche Raum und der Kontakt zu Mittelstand und Handwerk sollen in der Kreis-CDU eine wichtigere Rolle spielen. Dafür setzt sich der Sinntaler Andreas Heil ein, der seit Kurzem dem Vorstand der CDU Main-Kinzig als einer von vier stellvertretenden Kreisvorsitzenden angehört.

Region - Der 34-jährige Zentralheizungs- und Lüftungsbauer aus Weiperz folgt damit als Vertreter der Parteiverbände im Bergwinkel für die nächsten zwei Jahre Johannes Wiegelmann aus Bad Soden-Salmünster im Kreisvorstand nach. Der CDU-Chef in der Kurstadt hatte beim Kreisparteitag Anfang September den Wiedereinzug in den Vorstand verpasst. Mit seinen 91 Ja-Stimmen (rund 60 Prozent Stimmenanteil) ist Heil durchaus zufrieden, zumal der CDU-Gemeindeverband Sinntal nur sechs Delegierte stellte. Die Kreisvorsitzende Dr. Katja Leikert kam auf 90 Stimmen.

Im Kreisvorstand sieht sich Andreas Heil zum einen als Ansprechpartner für die CDU-Stadt- und Gemeindeverbände im Altkreis Schlüchtern sowie von angrenzenden Verbänden wie in Jossgrund, Birstein und Biebergemünd. Der ländliche Raum liegt somit in Heils Fokus. Die Spitzen des vorangegangenen Kreisvorstands hätten sich im Ostkreis zwar nicht bei Online-Konferenzen oder in anderer digitaler Form, jedoch allzu häufig persönlich rar gemacht, gibt Heil Kritik von örtlichen Parteiverbänden wieder, welche auch zum jüngsten Kreisparteitag in Bad Orb Thema war. Dies sei „vielleicht auch eine Generationenfrage“, weil speziell unter den älteren, aber dennoch verdienten Parteifunktionären noch nicht alle für eine online-zentrierte Parteiarbeit bereit seien, gibt Heil zu bedenken.

Heil: „Union soll wieder mehr zu einer Partie des Mittelstands werden“

Zum anderen möchte sich der 34-Jährige in der CDU Main-Kinzig vor allem um eine verbesserte Kommunikation zu Handwerksbetrieben und Mittelständlern bemühen. Dagegen werde der neue Kreisvorstand sicher nichts einzuwenden haben, auch wenn dieser erst am 24. September zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentritt. Als Kundendienst-Allrounder für einen österreichischen Biomassekessel-Hersteller treffe er oft mit Firmenchefs zusammen, erläutert Heil. Dabei habe er den Eindruck gewonnen, dass sich viele Unternehmer in der CDU, die manchen „zu sozialdemokratisch“ sei, derzeit nicht ernstgenommen fühlten. Deshalb will Andreas Heil dazu beitragen, dass die Union wieder mehr zu „einer Partei des Mittelstands“ werde.

Gute Arbeit leiste hierfür Kreiswirtschaftsdezernent Winfried Ottmann als hauptamtlicher CDU-Politiker. Dieser gehe nicht erst seit dem Corona-Lockdown auf Betriebe in der Region zu und eruiere Unterstützungsmöglichkeiten, lobt Heil. Auch die fünf direkt gewählten Landtags- und Bundestagsabgeordneten, die im Main-Kinzig-Kreis allesamt Christdemokraten sind, würden sich um Sorgen und Nöte der Wirtschaft kümmern. Doch bei Bürgermeisterwahlen könne die CDU im Kreisgebiet „diese Energie paradoxerweise nicht auf die Kommunen übertragen“, sagt Heil. Bedauerlich sei daher, dass die Union zwischen Schlüchtern und Hanau keinen Rathauschef mehr stelle. Wolfram Zimmer (Brachttal) und Gerald Helfrich (Gründau) seien zwar christdemokratische Bürgermeister, hätten ihr Amt aber als parteiunabhängige Bewerber erlangt.

Andreas Heil: Kandidatur müsste längerfristig aufgebaut werden

Für Andreas Heil ist klar: Der CDU-Kreisverband kann zwar vor Ort keine Direktwahlen gewinnen, sollte künftig aber die Orts- und Stadtverbände dazu motivieren und dabei unterstützen, eigene Bewerber aufzustellen. Deren Kandidatur müsse längerfristig aufgebaut werden. Es genüge nicht, eine Kandidatin oder einen Kandidaten ein paar Monate vor der Wahl vorzustellen.

Bei der bevorstehenden Bürgermeisterwahl in Steinau unterstützt die CDU Marcus Pauli, der zwar FDP-Mitglied ist, aber in Steinau der gemeinsamen BGM-Fraktion angehört. Bei den Kommunalwahlen 2021 nennt Heil als Ziel, im Kreistag und in den Kommunen möglichst stärkste Kraft zu werden. Auf die Bürgermeisterwahl 2022 in Sinntal und eine eigene Kandidatur angesprochen, lacht Andreas Heil auf und sagt sibyllinisch: „Das kann ich weder bestätigen noch dementieren.“

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