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Angeklagter fehlt unentschuldigt – wegen Beleidigung und Widerstand angeklagt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Steinau/Hanau - Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Steinau machten sich in den späten Abendstunden des 29. August vergangenen Jahres Sorgen. Ein Mann randalierte im Treppenhaus. Also riefen sie die Polizei um Hilfe.

Als dann kurz danach eine Streife vor Ort eintraf, schien zunächst alles ruhig zu sein. Doch bei genauerem Nachschauen entdeckten die Beamten in der Wohnung einer Frau den Unruhestifter. Dort hatte er sich laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Hanau auf einer Couch zur Ruhe gebettet. Als die Einsatzkräfte ihn weckten, wurde er ausfallend und beleidigte die Ordnungshüter mit nicht druckreifen Ausdrücken. Als sie ihm dann Handschellen anlegten, leistete er auch noch Widerstand.

Erst später, als sie die Personalien des Mannes überprüften, stellten sie fest, wer ihnen da ins Netz gegangen war. Ein 26-Jähriger aus Fulda, der bereits in anderer Sache mit einem Haftbefehl gesucht wurde. Zunächst ging die Fahrt mit ihm zur Polizeistation Schlüchtern, wo er die Polizisten mit weiteren Kraftausdrücken bedachte. Später chauffierten sie ihn dann direkt in die Justizvollzugsanstalt Hünfeld, wo der Mann seine Haftstrafe absitzen musste.

Beschuldigter sieht es anders

Der Beschuldigte sah bei einem ersten Verhandlungstermin vor Gericht die Situation völlig anders. Er habe im Kinderzimmer in einem Zelt geschlafen, als er unsanft von den Beamten geweckt wurde. Sie hätten ihm gleich Handfesseln angelegt und ihn an den Armen nach oben gezogen. Die Fesselung sei so fest gewesen, dass ein Arm blau anlief. Mit dem Kopf nach unten und den gefesselten Armen nach oben sei es zum Streifenwagen gegangen.

Dieses Vorgehen empfand er als so ruppig, dass er sich dagegen wehrte – eben mit verbalen Attacken gegenüber den Einsatzkräften. Als Beleidigungen wollte er das nicht verstanden wissen. Die Alternative wäre gewesen, ihnen gleich eine herein zuhauen, argumentierte er bei dem Termin im August gegenüber Richter Dr. Wolfgang Ott. „Ich gehe gerne mit. Aber ich muss mir nicht weh tun lassen.“

Vorwürfe werden bestritten

Die angebliche Randale von ihm im Hausflur habe es nicht gegeben. Er habe lediglich einen anderen Hausbewohner zur Rede stellen wollen. Der habe angeblich eine Bekannte unsittlich berührt. Das wollte er klären – natürlich völlig ohne Gewalt.

Da der 26-Jährige die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestritt, vertagte Richter Dr. Wolfgang Ott schon nach wenigen Minuten die Verhandlung.

Verhandlung vertagt

Zu einem neuen Termin nun waren zahlreiche Zeugen geladen, um den Fall umfassend zu beleuchten. Wer fehlte, war der Angeklagte. Ohne Entschuldigung blieb er der Verhandlung fern. Auch eine wichtige Zeugin – die Mieterin der Wohnung, in der der Beschuldigte von der Polizei angetroffen wurde – tauchte nicht auf, was bei Richter Ott wenig Freude auslöste.

Also vertagte er die Verhandlung auf einen neuen Termin, zu dem alle Beteiligten noch einmal geladen werden sollen. / ls

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