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Mit Aschenbecher geschlagen, mit Autoschlüssel geritzt: 25-Jähriger muss 500 Euro zahlen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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SCHLÜCHTERN - Die Vorwürfe waren schwerwiegend: Ein 25-Jähriger aus Schlüchtern soll einen Bekannten mit Schlägen und Tritten traktiert haben. Nach umfangreicher Beweisaufnahme wurde das Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den jungen Mann vor dem Amtsgericht Gelnhausen eingestellt.

Allerdings muss der Angeklagte 500 Euro an den Word Wildlife Found zahlen.

Die Verhandlung vor Richterin Sarah Lehmann begann ungewöhnlich. Von eigentlich fünf geladenen Zeugen waren nur zwei erschienen. Gleichzeitig stellten sich acht Zuhörer im Gerichtssaal spontan als Zeugen des Geschehens zur Verfügung.

Mit der Faust auf das linke Auge

Die Staatsanwaltschaft Hanau warf dem 25-Jährigen vor, am 8. Februar vergangenen Jahres in einer Bar in Gelnhausen den 33-jährigen Pächter attackiert zu haben. Zunächst habe er ihm mit der Faust auf das linke Auge geschlagen. Während ein weiterer Mann das Opfer mit den Händen auf dem Rücken festhielt, soll er weiter auf ihn eingeschlagen und eingetreten haben.

Angeklagter habe sich lediglich verteidigt

Der Angeklagte räumte zwar eine körperliche Auseinandersetzung und Schläge ein, allerdings behauptete er, sich nur verteidigt zu haben. Die Aggressionen seien zunächst von dem Gegenüber ausgegangen.

Auslöser der handfesten Auseinandersetzung in der Barbarossastadt war offenbar eine Razzia in einem Schlüchterner Lokal, das seinerzeit der 25-Jährige betrieb. Als die Einsatzkräfte neben anderem nach illegalen Arbeitskräften suchten, will er mitangehört haben, wie der Onkel des 33-Jährigen als Tippgeber für die Aktion genannt wurde.

Aussprache endet in Gewalt

Diesen Sachverhalt wollte er nun „klären“, weil er den Onkel im Lokal seines Neffen vermutete. Zu der Unterredung nahm er mehrere Kumpels aus dem Bergwinkel mit. Doch Fehlanzeige. Der Gesuchte war nicht da. Also gab es eine Aussprache mit dem 33-Jährigen. Die endete schnell in Gewalt, wobei sich beide Kontrahenten vor Gericht gegenseitig die Schuld gaben, den ersten Schlag gemacht zu haben.

Mit dem Aschenbecher seitlich gegen den Kopf

Bei der Rangelei schlug der Birsteiner dem Angeklagten einen Aschenbecher seitlich gegen den Kopf, sodass dieser eine Platzwunde davontrug. Einem 25-Jährigen aus Bad Soden-Salmünster, der schlichtend eingreifen wollte, ritzte er mit einem Schlüssel den Kopf blutig. Der Birsteiner selbst trug eine gebrochene Rippe und Gesichtsverletzungen davon. Da in der Bar eine Überwachungskamera installiert war, konnte das Gericht diese Filmaufnahmen in die Beweisaufnahme mit einbringen. Allerdings war die Qualität des Materials eher bescheiden, sodass es Schwierigkeiten gab, die Beteiligten genau zu erkennen.

Großteil der Zeugen musste nicht mehr gehört werden

Der Großteil der Zeugen aus dem Zuschauerraum musste nicht mehr gehört werden. Vorher setzten sich alle Prozessbeteiligten zu einem Rechtsgespräch zusammen und einigten sich auf die Einstellung des Strafverfahrens bei gleichzeitiger Zahlung der Geldauflage von 500 Euro. / ls

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