Weil er seine Tiefkühl-Einkäufe schnell nach Hause bringen wollte, wartete ein Mann aus Birstein nicht am Unfallort.
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Weil er seine Tiefkühl-Einkäufe schnell nach Hause bringen wollte, wartete ein Mann aus Birstein nicht am Unfallort.

Durchsage im Supermarkt

Wegen eingekaufter Tiefkühlprodukte: So kurios begründet ein Fußgänger vor Gericht seine Unfallflucht

Eine Unfallflucht wird üblicherweise von einem Autofahrer begangen. Jetzt musste sich allerdings ein Fußgänger wegen dieses Delikts vor dem Amtsgericht Gelnhausen verantworten. Die Erklärung, warum er den Unfallort verließ, ist kurios.

  • Ein Fußgänger musste sich vor dem Amtsgericht Gelnhausen wegen Unfallflucht verantworten.
  • Der 44-Jährige hatte vor Gericht eine kuriose Erklärung für das von ihm begangene Delikt.
  • Für den Richter war der Fall allerdings klar.

Birstein/Wächtersbach - Ein 44-Jähriger war am 3. August 2019 zum Einkaufen in einem Supermarkt in Wächtersbach. Nach dem Shoppen ging es zurück zu seinem Auto auf dem Parkplatz. Doch neben dessen Fahrerseite war mittlerweile ein anderer Wagen abgestellt.

Unfallflucht durch Fußgänger: Erklärung des Delikts auf Supermarkt-Parkplatz ist kurios

„Sehr dicht“, erinnerte sich der Mann aus Birstein. Also klappte er seinen Spiegel ein und quetschte sich durch die Lücke hindurch, um zu seiner Autotür zu gelangen. In diesem Moment passierte es. Der rechte Spiegel des anderen Fahrzeugs brach ab und landete mit einem lauten Knall am Boden. Ein Schaden von immerhin gut 800 Euro.

So laut, dass eine 51-jährige Mutter, die einige Meter entfernt zusammen mit ihrer Tochter gerade Einkäufe in deren Auto luden, aufmerksam wurden. Als sich der 44-Jährige kurz danach in seinen Wagen setzte und wegfuhr, notierte sich das Damen-Duo zunächst das Auto-Kennzeichen des Mannes. Und die 51-Jährige sprach ihn an.

Zeugin lässt Geschädigten im Supermarkt ausrufen

Der Birsteiner aber leugnete, einen Schaden angerichtet zu haben. Das brachte die Frau so richtig auf die Palme. Kurzerhand ließ sie das Nummernschild des geschädigten Fahrzeuges im Markt ausrufen. Tatsächlich meldete sich die 69-jährige Geschädigte aus Bad Soden-Salmünster und brachte den Fall bei der Polizei zur Anzeige.

Vor Gericht zeigte sich der Beschuldigte weiterhin wenig schuldbewusst. Durch ein einfaches „Vorbeistreifen“ an dem gegnerischen Fahrzeug könne niemals der Spiegel abgefallen sein.

Angeklagter begründet Unfallflucht mit eingekauften Tiefkühlprodukten

Da müsse es einen Vorschaden gegeben haben, so dass dieser schon nicht mehr richtig befestigt war, vermutete er. Da er also keine Schuld bei sich gesehen habe und eilig wegen eingekaufter Tiefkühlprodukte nach Hause wollte, verließ er den Unfallort, ohne seine Daten zu hinterlassen. „Ich habe einen Weg von 25 Minuten. Da wäre sonst alles aufgetaut“, sagt der Mann.

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Die Autobesitzerin stritt indes eine vorherige Beschädigung ab. Für Richter Thomas Russell war klar: Der Angeklagte hätte nicht einfach den Ort verlassen dürfen. Er riet dem Beschuldigten, den gegen ihn in der Sache bereits verhängten Strafbefehl an- und seinen Einspruch dagegen zurückzunehmen.

„Wenn sie mir die Pistole auf die Brust setzen, werde ich es wohl machen müssen“, folgte der Birsteiner abschließend dem Rat des Richters und akzeptierte damit eine Geldstrafe von 600 Euro (30 Tagessätze à 20 Euro). Zuletzt standen zwei Geschwister aus dem Altkreis Schlüchtern vor dem Amtsgericht Gelnhausen: Ihre vernachlässigte Kühe mussten eingeschläfert werden. (ls) 

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