Nach zwei Bränden in Hanau ermittelt die Kriminalpolizei.
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Einer 46-Jährigen wird vorgeworfen, die Tür ihrer Nachbarin angezündet zu haben. (Symbolfoto)

Alkohol und Drogen im Spiel

Tür von Nachbarin aus Eifersucht angezündet? Frau (46) steht vor Gericht

Wegen schwerer Brandstiftung muss sich derzeit eine 46-Jährige Frau vor dem Schöffengericht Gelnhausen verantworten. Ihr wird vorgeworfen, in einem Wohngebäude in Bad Orb Feuer gelegt zu haben.

Bad Orb - In den frühen Morgenstunden des 18. Februar 2021 soll die Beschuldigte laut Anklage der Staatsanwaltschaft Hanau (Main-Kinzig-Kreis) in dem Mehrparteienhaus, in dem sie selbst lebte, zunächst mit einem Feuerlöscher gegen die Eingangstür zur Wohnung einer Nachbarin geschlagen und dann die Tür beschädigt haben. Später soll sie mit einem Feuerzeug gezündelt haben, so dass ein dunkler Ruß- oder Brandfleck an der Tür zurückblieb.

Schließlich entzündete sie – so der Vorwurf – mehrere Bekleidungsstücke, die vor dem Eingangsportal abgelegt waren. Die Tür und ein davor ausgebreiteter Teppich fingen Feuer. Anschließend rief sie selbst die Polizei und meldete den Brand. Die Freiwillige Feuerwehr Bad Orb konnte durch rasches Eingreifen ein größeres Unglück verhindern.

Der Pflichtverteidiger der Frau mochte zunächst keine Aussage für sie machen. Sie habe zu viele Erinnerungslücken. Nur Fragmente seien ihr noch präsent. Es habe schließlich seinen Grund, warum die Angeklagte an dem Tag anschließend ein psychiatrisches Krankenhaus aufsuchte.

Main-Kinzig-Kreis: Hat 46-Jährige Tür von Nachbarin aus Eifersucht angezündet?

Eine 59-jährige Mitbewohnerin hatte die Ereignisse noch wesentlich präsenter und schilderte den Ablauf detailreich. In der Nacht habe die Angeklagte Stress mit ihrem Freund gehabt. Nach einem Streit war der Mann von dannen gezogen. Die 46-Jährige vermutete, dass er zu einer Nachbarin gegangen und mit dieser nun im Bett sei.

Nachts hörte die Zeugin plötzlich Schläge. Eine Nachschau ergab: Die Beschuldigte schlug mit dem Feuerlöscher gegen die Wohnungstür der mutmaßlichen Nebenbuhlerin. Später erwischte sie die Angeklagte an derselben Stelle beim Hantieren mit einem Feuerzeug. Als dann ein Brandmelder im Haus Alarm schlug, stand die Tür der Nachbarin in Flammen. (Lesen Sie hier: Vater der Ex-Freundin erstochen? 23-Jähriger wegen Totschlags vor Gericht)

Die Zeugin weckte daraufhin mehrere Bewohner des Hauses und warnte sie vor dem Feuer. Für sie steht außer Frage, dass die 46-Jährige den Brand entfacht hat. Diese Vermutung hatte sie auch gegenüber den Polizeibeamten vor Ort geäußert, sodass die Einsatzkräfte die mutmaßliche Brandstifterin noch in der Nacht festnahmen. Nach Angaben der Zeugin hatte die 46-Jährige seinerzeit unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden und erzählt, der Teufel sei hinter ihr her.

Da bei der mutmaßlichen Täterin womöglich eine Schuldunfähigkeit und damit einhergehend die Einweisung in eine Entzugsanstalt im Raum steht, wohnte ein Gutachter dem Prozess bei. Im Lauf des ersten Verhandlungstages wurde deutlich, dass er noch weitere Informationen zum Krankheitsverlauf der Frau benötigt, etwa zur Einnahme von Medikamenten. Deswegen wurde der Prozess zunächst vertagt, um die Wissenslücken des Fachmannes zu schließen. (ls)

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