André Muth, Bürgermeister Dominik Brasch und Norbert Kittler (von links) auf dem künftigen Baugelände am Huttenschloss in Bad Soden, wo bereits die Planierraupen zu Werke gehen. Im Hintergrund links die Klinik St. Marien.
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André Muth, Bürgermeister Dominik Brasch und Norbert Kittler (von links) auf dem künftigen Baugelände am Huttenschloss in Bad Soden, wo bereits die Planierraupen zu Werke gehen. Im Hintergrund links die Klinik St. Marien.

Wohnbauprojekt geplant

Dornröschenschlaf beendet: Unternehmensgruppe KIZ kauft Conti-Elektra-Gelände in Bad Soden

Wer in diesen Tagen in der Kurstadt an der Salz unterwegs ist, dem fällt relativ schnell ins Auge: Auf dem früheren Gelände der Firma Conti-Elektra am Ortseingang von Bad Soden tut sich so einiges. Das Wohnungsbauprojekt heißt „Leben am Schloss“.

Bad Soden - Nachdem das Areal mittlerweile schon jahrzehntelang im sprichwörtlichen Dornröschenschlaf lag, etliche viele Ideen und Planansätze wieder zu den Akten gelegt werden mussten oder - wie zuletzt vor rund zwei Jahren - die Planung kurz vor der Verwirklichung aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen den (wechselnden) Projektpartnern „wie eine Seifenblase zerplatzten“, so die Wortwahl von Bürgermeister Dominik Brasch (parteilos) in einer Presseerklärung, sind nun die Baumaschinen angerückt.

Laut dem Magistratssprecher sind in der vergangenen Woche nach monatelangen Verhandlungen der Kaufvertrag zwischen den bisherigen Eigentümern aus Italien und dem neuen Investor notariell beurkundet worden. Und der Investor ist in der Region alles andere als unbekannt: Es handelt sich um die seit 1972 als „Kinzigtal Bauträger“ gegründete und in Bad Soden-Salmünster ansässige Unternehmensgruppe KIZ. (Lesen Sie hier: Fußgängerzone, Bäume, Teich: So soll das Langer-Areal in Schlüchtern aussehen - Das sind die nächsten Schritte).

Bad Soden: Unternehmensgruppe KIZ kauft Conti-Elektra-Gelände - Bauprojekt „Leben am Schloss“

Mit 130 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mehr als 130 Millionen Euro stellt die Firmengruppe „eine feste Größe im Bereich schlüsselfertiges Bauen und Bauausführung - schwerpunktmäßig bei Einzelhandels- und Wohnungsbauimmobilien“ dar, unterstreicht Brasch. „Ein echtes Herzensprojekt und eine Visitenkarte für unser Unternehmen“, sei das geplante Vorhaben, betonen die beiden KIZ-Geschäftsführer Norbert Kittler und André Muth, die nach Angaben der Stadtverwaltung „bereits darauf brennen, ihre Pläne schnellstmöglich umzusetzen“. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Rathauschef habe sie zu jedem Zeitpunkt in ihrer Kaufentscheidung bestärkt habe, werden die Geschäftsführer der Unternehmensgruppe KIZ zitiert.

Wie Brasch, Kittler und Muth berichten, soll auf dem Gelände keine klassische Reihenhaussiedlung entstehen, sondern eine durchmischte Bebauung die unterschiedlichen Bedürfnissen: vom Einfamilienhaus und hochklassigen Wohnungen in bester Lage, bis hin zum behindertengerechten und assistierten Wohnen im hohen Alter. „Wohnen für jedermann“ fasst der Rathauschef das Konzept des Bauvorhabens „Leben am Schloss“ zusammen. Wünschenswert sei die Schaffung einer passenden Gewerbeinfrastruktur. Deshalb werde bereits nach möglichen Mietern, Partnern oder Gewerbetreibenden gesucht. Die Innenstadt Bad Sodens solle aufgewertet werden und neue Impulse erhalten. Ziel sei es, dass die Belebung der Badestraße auch in dem neu entstehenden Quartier fortgesetzt werde.

KIZ-Geschäftsführer: Ein echtes Herzensprojekt und eine Visitenkarte für unser Unternehmen

Die unmittelbare Nähe zum Huttenschloss, das derzeit innen saniert wird, verleihe dem Baugebiet ein besonderes Flair. Umgekehrt werde auch das Schloss durch die neue Umgebung besser in Szene gesetzt. Im Erdgeschoss des Schlosses sollen künftig Trauungen sowie kulturelle Veranstaltungen möglich sein. Auch örtliche Vereine können die neuen Räume nutzen. Zudem entstünden vier Wohnungen direkt im Schloss. Auch eine gastronomische Nutzung ist angedacht.

Mit der Unterschrift beim Notar sei es nun gelungen, ein Ergebnis zu erzielen, das sich „äußerst positiv“ auf das Stadtbild auswirken werde, so Brasch. Dem Investor sei bei der Kaufentscheidung wichtig gewesen, dass er auf die grundsätzliche Unterstützung aller Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung zählen könne. Dank gebühre Ulrich Becker von der Projektentwicklungsgesellschaft PEG, der als Bindeglied zu den bisherigen Eigentümern in Italien gewirkt habe, stellt der Rathauschef heraus.

Dominik Brasch: Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten

Die Konversion einer Industriebrache mitten in der Stadt sei dennoch eine besondere Herausforderung gewesen, obwohl das Gelände bereits seit 2015 als altlastenfrei eingetragen sei, erinnert der Rathauschef. Die nun mögliche Verdichtung der Wohnbebauung sei „ein städtebaulicher Glücksfall und so nachhaltig, wie man es sich für die Stadtentwicklung nur wünschen könne“.

Mit dem Zuschlag für das heimische Unternehmen, das unter anderem ein Büro in Berlin betreibe und personell expandiere, sei sichergestellt, dass die Wertschöpfung in der Kurstadt verbleibe: „Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten“, zeigen sich Brasch, Kittler und Muth einig. Nach den derzeit laufenden Vorbereitungsarbeiten „können die Planungen endlich richtig beginnen, Gutachten und Bebauungspläne erstellt werden, um dann in die Vermarktung einzusteigen“. Den Stadtverordneten sei wichtig gewesen, die bestmögliche Lösung herbeizuführen und sich „nicht mit der zweitbesten Alternative zufrieden zu geben“. (hgs)

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