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„Stinkspray“ in Spessart-Therme versprüht? Neun Kinder mit Atemnot im Krankenhaus

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Von: Selina Eckstein, Alexander Gies

Hatte „Stinkspray“ für den Einsatz in der Spessart-Therme gesorgt? Die Polizei ermittelt.
Hat „Stinkspray“ für den Einsatz in der Spessart-Therme gesorgt? Die Polizei ermittelt. © Feuerwehr Bad Soden-Salmünster

Während des Besuchs in der Spessart-Therme haben neun Schulkinder über Atemwegsreizung oder Atemnot geklagt. Die Kinder wurden in Krankenhäuser gebracht. Die Polizei hat sich nun zu dem Einsatz geäußert.

Update von 15.15 Uhr: Die Polizei hat sich in einer Pressemitteilung zum Großeinsatz in Bad Soden-Salmünster geäußert. Rettungskräfte waren um kurz nach 9 Uhr zur Spessart-Therme gerufen worden, da mehrere Schulkinder über Atemnot und Unwohlsein klagten. Zwei Kinder im Alter von elf Jahren und sieben Kinder im Alter von zwölf Jahren wurden „erstversorgt“ und danach in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Nachdem das Bad umgehend geräumt wurde, führte die Feuerwehr entsprechende Messungen durch. Ein Austritt von Chlorgas oder eine andere technische Ursache wurde dabei nicht festgestellt.

„Den bisherigen polizeilichen Erkenntnissen zufolge kann jedoch eine vorsätzliche Verursachung nicht gänzlich ausgeschlossen werden“, teilte Polizeisprecher Thomas Leipold mit. In dem Zusammenhang prüfen die Beamten auch einen „ersten vagen Hinweis“ auf die Nutzung eines sogenannten „Stinksprays“.

Aufgrund der Absperrmaßnahmen rund um die Therme musste der Verkehr umgeleitet werden. Gegen 11 Uhr konnte die Therme nach der Kontrolle wieder für die Besucher freigegeben werden.

Main-Kinzig-Kreis: Neun verletzte Kinder in der Spessart-Therme

Erstmeldung 8. März, 11.33 Uhr:

Bad Soden-Salmünster - Neun Kinder einer sechsten Klasse der Henry-Harnischfeger-Schule in Bad Soden-Salmünster im Main-Kinzig-Kreis klagten am Dienstagmorgen gegen 9 Uhr kurz nach Beginn des Schwimmunterrichts in der Spessart-Therme über Atemwegsreizung oder Atemnot. Die Kinder wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Alle anderen Kinder der Klasse konnten zurück Schule gebracht werden.

Die Ursache ist noch unklar, die Kriminalpolizei ermittelt. Wie Polizeisprecher Thomas Leipold mitteilt, hatten sich die Symptome eingestellt, als die ersten der etwa 20 Kinder der Klasse die Schwimmhalle betraten. Die Kinder klagten über Atemnot und Atemwegsreizung. Die Halle wurde sofort geräumt. (Lesen Sie hier: Person in Fluss gefallen? Notruf sorgt für Großeinsatz in Bad Soden-Salmünster)

Einsatz in Bad Soden-Salmünster: Die Polizei sperrte die Zufahrt zur Spessart-Therme.
Einsatz in Bad Soden-Salmünster: Die Polizei sperrte die Zufahrt zur Spessart-Therme. © Feuerwehr Bad Soden-Salmünster

Die Feuerwehr Bad Soden-Salmünster nahm die Suche nach der Ursache auf, konnte zunächst aber nur ausschließen, dass es sich um einen Chlorgasunfall handelt. Die Polizei führt die Ermittlungen weiter. Wie der Polizeisprecher mitteilte, könnte auch Reizgas oder Pfefferspray oder eine chemische Reaktion in einem Abflussrohr als Ursache in Frage kommen.

Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot an den Kurpark gekommen. Mehrere Rettungswagen und Feuerwehrfahrzeuge waren alarmiert worden. Gegen 11 Uhr zogen diese wieder ab.

„Ich wünsche alle Kindern eine schnelle und vollständige Genesung“

Kurz nach dem Einsatz wandte sich auch Dominik Brasch, der Bürgermeister von Bad Soden-Salmünster, in einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit. Brasch erklärte, ein technischer Defekt oder ein Chlorgasunfall könne nach derzeitigen Erkenntnissen als Ursache ausgeschlossen werden.

Das hätten Untersuchungen mit dem Messzug aus Wächtersbach ergeben. Brasch erklärte, es wurde auch geprüft, ob es sich eventuell um einen Dumme-Jungen-Streich gehandelt habe. „Die Aufregung heute Morgen war sehr groß. Ich wünsche alle Kindern eine schnelle und vollständige Genesung“, so der Bürgermeister, der sich außerdem bei den Einsatzkräften bedankte.

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