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Nachhaltigkeit als ein zentrales Arbeitsfeld: Das sind Peter Taubers Aufgaben bei Engelbert Strauss

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Peter Tauber und Sabine Simon von der Unternehmenskommunikation der Firma Engelbert Strauss sprachen mit unserer Zeitung in der CI-Factory auf dem Schlüchterner Distelrasen.
Peter Tauber und Sabine Simon von der Unternehmenskommunikation der Firma Engelbert Strauss sprachen mit unserer Zeitung in der CI-Factory auf dem Schlüchterner Distelrasen. © Hanns Szczepanek

Seit fast neun Monaten ist Dr. Peter Tauber aus dem Main-Kinzig-Kreis nun nicht mehr Politiker, sondern fungiert als Unternehmenssprecher bei Engelbert Strauss.

Schlüchtern - Den Wechsel von der Politik in die Privatwirtschaft hat er „noch keinen Tag bereut“, versichert der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete und Verteidigungsstaatssekretär aus Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis). Das liegt zum einen daran, dass zur „DNA“ des Unternehmens mit Stammsitz in Biebergemünd neben flachen Hierarchien und projektbezogenem Arbeiten auch ein besonderer Teamgeist herrscht.

Letzterer drückt sich auch darin aus, dass sich bis hinauf zur Geschäftsleitung alle duzen. Daraus entsteht ein Zugehörigkeitsgefühl, in dem auch ein gerütteltes Maß an Stolz mitschwingt: Wir sind Strausse! (Lesen Sie hier: Süßes für 1500 Mitarbeiter: Engelbert Strauss erweitert Betriebsrestaurants um eigene Patisserie)

Main-Kinzig-Kreis: Diese Aufgaben hat Peter Tauber bei Engelbert Strauss

Peter Taubers Aufgaben gehen zum anderen über die eines klassischen Unternehmenssprechers hinaus. Er arbeitet als Teil eines Teams aus Kommunikations- und Nachhaltigkeitsexperten an unterschiedlichen Projekten. Das Thema Nachhaltigkeit spielt dabei als Querschnittsaufgabe eine sehr wichtige Rolle. Engelbert Strauss fördert zum Beispiel einen Lehrstuhl für Nachhaltigkeit und Textile Innovation in Bangladesch. Den Lehrstuhl hat die Firma etabliert und finanziert auch dessen Inhaber.

Begründet worden ist dieser Lehrstuhl in Kooperation mit der dortigen Ahsanullah University in Dhaka, dem Bundesunternehmen GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) sowie der Technischen Universität Dresden und einem Institut der Universität der Vereinten Nationen. Bislang sind dort etwa 200 Studierende registriert gewesen.

Die an der Einrichtung in Dhaka als Lehrpersonen ausgebildeten Menschen sollen ihr Wissen im derzeit entstehenden „Campus im Reisfeld“ ins Werk setzen. Dieses wird von Engelbert Strauss in Chattogram gebaut, das im eher ländlichen Süden von Bangladesch liegt.

Nach den Worten von Peter Tauber wird der neue Standort voraussichtlich zur Jahresmitte fertiggestellt sein. Der Campus Reisfeld ist einerseits als eine Art Schwester-Produktion zur 2020 in Betrieb gegangenen CI-Factory in Schlüchtern vorgesehen. Es sollen dort ebenfalls Kleinserien produziert werden. Andererseits soll der neue Campus als Denkfabrik für die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften dienen, erläutert Taubers Unternehmenskommunikation-Kollegin Sabine Simon.

Personal

Engelbert Strauss beschäftigt inzwischen allein in der CI-Factory auf dem Distelrasen etwa 600 Menschen. Zusammen mit den Ladengeschäften (Workwear Stores) und dem Personal in der Firmenzentrale in Biebergemünd zählt die Belegschaft in Deutschland derzeit circa 1550 Mitarbeitende. Der Frauenanteil liegt bei 61 Prozent.

Der Campus im Reisfeld markiere dabei „unsere Vision eines künftigen Bangladeschs“ mit mehr Wertschöpfung und komplexer werdenden Textilien, so Simon. Denn in Chattogram sollen auch innovative Herstellungsverfahren erforscht und die Resultate in die Tat umgesetzt werden. (Lesen Sie auch: Baugenehmigung für Alea Park - Startschuss für neuen Engelbert Strauss-Standort)

Video: Engelbert Strauss erweitert seine Betriebsrestaurants um eigene Patisserie

Das Engagement der Firma Strauss für Bangladesch ergibt sich aus dem Produktionsanteil des Landes. Zwar lässt der Hersteller ebenso trendiger wie alltagstauglicher Berufs- und Freizeitkleidung in mehreren Ländern rund um den Globus produzieren, doch Bangladesch liegt hierbei mit etwa 42 Prozent an der Spitze. Weil der Erfolg des Unternehmens auch den dort arbeitenden Menschen mit zu verdanken ist, werde in den Standort investiert. Und dies vor allem nachhaltig, betont Peter Tauber.

Die Devise laute dabei: ökonomisch, ökologisch und sozial. Engelbert Strauss setze für die „fleißigen und wissbegierigen Menschen“ in dem südostasiatischen Land auch soziale Standards, um in der Branche Zeichen zu setzen. Nicht weit von dem Campus im Reisfeld befindet sich im Übrigen eine reguläre Produktion im Auftrag der Biebergemünder, eine sogenannte vertikale Großproduktion.

Ganz aufgehört mit der Politik hat Peter Tauber unterdessen nicht, allerdings ist er auf diesem Gebiet jetzt nur noch ehrenamtlich tätig: In seiner Heimatstadt Gelnhausen fungiert er seit 2021 als Stadtverordnetenvorsteher. Und wenn er darüber hinaus Zeit findet, arbeitet der promovierte Historiker zielstrebig an seiner Habilitationsschrift weiter, die ihm die Universität der Bundeswehr in München ermöglicht. Darin geht es um die Weimarer Republik. (hgs)

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