Die Wiese an der alten Eichenmühle (Bildrand links) soll zu Bauland werden. / Foto: Hanna Wiehe

24 Bauplätze sollen an Eichenmühle entstehen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Döngesmühle - Die Gemeinde Flieden geht neue Wege: Sie will ein neues Baugebiet im Ortsteil Döngesmühle privat erschließen lassen. Die Gemeindevertretung hatte dazu einen Grundsatzbeschluss getroffen und erste Beschlüsse gefasst.

Von unserem Redaktionsmitglied Norman Zellmer

Wie aus der Vorlage der letzten Dezember-Sitzung hervorgeht, ist auf einer Fläche von rund 2,5 Hektar östlich der Thomasstraße, südlich der alten Eichenmühle und nördlich der Bebauung an der Wendelinusstraße die Entwicklung eines neuen Wohngebietes vorgesehen. Geplant sind aktuell 24 Bauplätze mit jeweils rund 500 bis 700 Quadratmetern Größe.

Bauträger ist die Raiffeisenbank Fuldaer Land mit Sitz in Großenlüder und Flieden. Sie hat es nach FZ-Informationen in einem Zwangsversteigerungsverfahren erworben. Sie wollte sich auf Nachfrage und zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zu ihrem Projekt äußern.

Projekt sei „ein Stück weit Neuland“

Nach Auskunft von Fliedens Bürgermeister Christian Henkel (CDU) sollen die Planungen zügig vorangehen, sodass schon in diesem Jahr die Erschließung des Areals mit Zufahrtsstraße, Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen beginnen könne. Das Projekt sei zwar „ein Stück weit Neuland“ für die Gemeinde: Bislang hat die Kommune Land selbst erworben, die Bauleitplanung übernommen sowie die Flächen mithilfe von Planern entwickelt, erschlossen und anschließend vermarktet.

Jedoch sei die private Entwicklung „ein gängiges Verfahren“. In anderen Landesteilen würden mit privaten Investoren Baugebiete entwickelt. Zuletzt war Großenlüder mit dem Baugebiet Hohlmichweg diesen Weg gegangen.

Kritik von SPD-Fraktion

Die SPD-Fraktion im Königreich äußerte Kritik an dem Vorhaben. Fraktionschef Mark Bagus sagte in der Gemeindevertretersitzung, im Vorfeld sei die Abwägung „dürftig“ gewesen. Er kritisierte lang dauernde Entscheidungen und dass die späteren Häuslebauer über den späteren Grundstückspreis die kompletten Erschließungskosten tragen müssten.

Die Gemeinde ist bei dieser Baulandentwicklung tatsächlich von der Pflicht befreit, mindestens zehn Prozent der Erschließungskosten selbst zu tragen. Diese Kosten würde sie nur übernehmen, wenn die Kommune selbst das Baugebiet entwickelt.

Erschließungsvertrag wird im Plenum vorgelegt

Rathauschef Henkel betonte, das Heft des Handelns liege weiter in den Händen der Gemeindevertretung. Der sogenannte Erschließungsvertrag mit dem Bauträger, in dem genaue Vorgaben zu Erschließung und Vermarktung gemacht werden könnten, werde dem Plenum vorgelegt. Dies werde für Transparenz sorgen. Zudem habe die Raiffeisenbank bereiterklärt, sich dazu zu verpflichten, die übliche Vorgehensweise der Gemeinde bei der Zuteilung von Baugrundstücken an Interessenten zu übernehmen.

Darüber hinaus hat laut Henkel die Baulandentwicklung durch einen Investor die Vorteile, dass die Gemeinde keine eigenen Gelder in die Hand nehmen muss – also nichts vorfinanzieren muss –, keine öffentlichen Ausschreibungen nötig seien und die Bauabteilung und andere Fachbehörden der Gemeindeverwaltung entlastet werde. „Dies führt in der Summe zu einem schnellen und kostengünstigen Verfahren“, heißt es in der Beschlussvorlage.

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