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Beklemmende Vorwürfe: Mann soll seine Tochter (8) sexuell missbraucht haben

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hasselroth - Ein 50 Jahre alter Mann aus Hasselroth soll sich 2018 an seiner damals achtjährigen Tochter vergangen haben. Der Fall wird jetzt vor dem Landgericht Hanau verhandelt. Die Vorwürfe sind gleichermaßen monströs wie beklemmend.

Von Michael Staudenmaier

Laut der Anklageschrift habe der 50-Jährige zwischen Mai 2018 und Januar dieses Jahres mehrfach sexuelle Handlungen an sich selbst im Beisein seiner Tochter vorgenommen. In einem Fall soll er derartige Handlungen an dem Kind durchgeführt und es dazu aufgefordert haben, sich selbst im Intimbereich zu berühren. Letzteres habe er per Livestream vor einem anonymen Nutzer im Internet durchgeführt und ein Video von der Tat angefertigt. Ebenso habe er kinderpornografisches Material in Besitz gehabt.

Mädchen offenbart sich Tante

Im Mai 2018 habe der Angeklagte in seinem offenen Arbeitszimmer im Haus der Familie am Computer gesessen und masturbiert, als die acht Jahre alte Tochter aus dem gegenüberliegenden Kinderzimmer trat. Daraufhin habe der Angeklagte seine Handlung jedoch nicht abgebrochen, sondern seiner Tochter stattdessen erklärt, dass dies ihm guttue. Am selben Tag habe das Mädchen seine Tante besucht und beiläufig von dem Vorfall berichtet. Bereits in der Vergangenheit habe die Ehefrau beobachtet, wie er sich im offenen Arbeitszimmer befriedigt habe und ihn aufgefordert, dies nur in Abwesenheit der Kinder zu tun.

Bildmaterial von Tochter und anderen Kindern

Bei einem weiteren Vorfall habe der Angeklagte seine Tochter einem anonymen Nutzer in einem Video-Chatroom im Internet angeboten. Das Mädchen habe sich entkleiden und sexuelle Handlungen an sich selbst und am Vater vornehmen müssen. Neben der Weiterleitung an den unbekannten Nutzer im Internet habe der Täter den Vorgang zudem aufgezeichnet und Fotos angefertigt. Im August 2018 sei es erneut zu einer solchen Handlung gekommen, bei der das Mädchen aufgefordert worden sei, im Beisein des Vaters und vor der Webkamera eindeutige Handlungen an sich vorzunehmen, während der Vater masturbiert habe.

Anfang 2019 war der Mann schließlich festgenommen worden. Die Polizei hatte bei ihren Ermittlungen zudem nicht nur Bildmaterial der Tochter, sondern auch von anderen Kindern bei ihm gefunden.

Ihm habe „Zuneigung gefehlt“

Während der Verlesung der Anklageschrift brach der 50-Jährige in Tränen aus. Nach der Geburt seiner Tochter hatte sich seine Ehefrau körperlich von ihm distanziert. Ihm habe die Zuneigung gefehlt, berichtete der Angeklagte vor Gericht. Daraufhin habe er sich verkrochen und im Internet jemanden finden wollen, dem es ähnlich ergehe. In einem Chat sei er dann jedoch auf ein Video gestoßen, in dem ein Mann mit zwei Kindern sexuelle Handlungen durchführte. Zunächst habe er neugierig zugeschaut, schließlich habe er aber zu masturbieren begonnen. „Dass es so weit kommt, das hätte nie passieren dürfen“, beteuerte der Angeklagte unter Tränen.

„Was hat sie dazu getrieben, Ihre Tochter anzubieten?“, wollte Richterin Susanne Wetzel von dem 50-Jährigen wissen. Darauf hatte dieser keine Antwort. „Das ist nicht zu entschuldigen“, stellte die Richterin fest.

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