Bei einem Gartenabfall-Abholtag wurde die Idee geboren, eine neue Turmuhr anzuschaffen. Zwei Jahre später drehten sich bereits die Zeiger.
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Bei einem Gartenabfall-Abholtag wurde die Idee geboren, eine neue Turmuhr anzuschaffen. Zwei Jahre später drehten sich bereits die Zeiger.

10. Oktober 2010 um 10.10 Uhr

Seit zehn Jahren drehen sich die Zeiger der Turmuhr in Bellings wieder - Ein kleines Wunder

Seit genau zehn Jahren, seit dem 10. 10. 2010 um 10.10 Uhr, drehen sich die Zeiger der Turmuhr in Bellings wieder. Das ist ein kleines Wunder.

Bellings - Die Turmuhr thront auf dem Ende des 18. Jahrhunderts erbauten stattlichen zweistöckigen Schulhaus mit Klassenzimmer und Lehrerwohnung, das seit 1994 als Bürgerhaus genutzt wird.

Dass sich die Turmuhr wieder dreht, ist besonders Heidrun Tödt zu verdanken, die das Projekt „Dorfuhr im Türmchen des ehemaligen Schulgebäudes“ initiiert hatte. Und das kam so: Im Herbst 2007 war es beim Gartenabfall-Abholtag so bitterkalt, dass man spontan beschloss, die folgenden Termine mit Glühwein und Leberkäsbrötchen erträglicher zu gestalten.

Seit genau zehn Jahren drehen sich die Zeiger der Bellingser Turmuhr wieder

Für die Verwendung der Einnahmen gab es zunächst keinen Plan. Aber warum nicht eine Dorfuhr auf der Schule installieren? Ein ambitioniertes Projekt war geboren. Dem Ortsbeirat gefiel die Idee. Doch das riesige Gestell der alten Uhr, das noch im Treppenhaus der Schule lagerte, ließ sich nicht mehr verwenden. Das Turmuhr-Team mit Heidrun und Andreas Tödt sowie Gert Böck und Heinrich Röder holte 2009 ein Angebot ein, das mit fast 6000 Euro heftig ausfiel.

Dieses Summe ließ sich allein mit Gartenmüll nicht erzielen – aber mit einer Spendenaktion: Die Vereine gaben 1000 Euro, Privatleute 1800 Euro, und beim Gartenabfalltag mit anschließenden Brunch kamen auch stattliche 1400 Euro zusammen. Ein Erfolg war die Von-Haus-zu-Haus-Sammlung, denn im persönlichen Gespräch ließ sich gut für die Uhr werben.

Die Gartenabfalltage entwickelten sich zu einem beliebten Treffpunkt: Leute treffen bei Würstchen-Gesprächen – warum nicht? Und ebenfalls mit einem Weißwurstfrühstück wurde die Schulhausuhr vor zehn Jahren offiziell – und schmackhaft – eingeweiht. (d)

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