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Bergwinkel: Fusionsfrage entzweit das Rote Kreuz

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Schlüchtern - „Kommunikation ist unser Geschäft", heißt ein Leitmotiv in Medienunternehmen. Und es gilt meist auch für Verbandsfunktionäre. Für jene des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Bergwinkel ist der interne Meinungsaustausch derzeit von besonderer Bedeutung, denn vor allem die beiden größeren Einheiten in dem kleinen Altkreisverband – Steinau und Schlüchtern – zieht es zum „großen Bruder" nach Gelnhausen.

Sowohl die Ortsvereinigung Schlüchtern als auch jene in Steinau versprechen sich von einem Zusammengehen mit dem strukturell und finanziell starken Nachbar-Kreisverband Vorteile für das Alltagsgeschäft wie die Aus- und Fortbildung der ehrenamtlichen Kräfte oder aber für notwendige Investitionen in Material, Gerätschaften und Fahrzeuge. Zwar gibt es seit einiger Zeit Gespräche zwischen den Spitzen beider Altkreisverbände – der Schlüchterner wird von Maja Weise-Georg geführt – doch diese sind rein informativ, wie Kauck und Weise-Georg versichern. Zum jüngsten Treffen in Schlüchtern vor wenigen Wochen waren auch die fünf Ortsvereinigungen im Bergwinkel eingeladen. Heiner Kauck sagt zu den Fusionsbestrebungen: „Wir müssen nicht expandieren. Wenn die Schlüchterner das wollen, dann machen wir's gern. Wenn sie solo bleiben wollen, ist es uns auch recht." Weise-Georg zeigt sich auf Nachfrage unserer Zeitung gegenüber der Idee einer engeren Kooperation sowie langfristig einer Fusion aufgeschlossen, sieht dafür derzeit aber keine Dringlichkeit. Der DRK-Kreisverband Schlüchtern stehe finanziell „ganz gut" da, Personalausgaben seien reduziert worden. Wünsche der Ortsvereinigungen, Bereitschaften oder DRK-Züge zum Beispiel nach Lehrgängen würden „bearbeitet und auch genehmigt, wenn die Voraussetzungen vorliegen". Richard Schneider konstatiert für die Ortsvereinigung Sinntal, dass von dieser keine Initiative für eine Fusion ausgehen werde, denn der Kreisverband Schlüchtern „ist nicht bankrott" und könne wie bisher weiterarbeiten. Dieser Auffassung folgen wohl auch seine Kollegen in Hutten, während Bastian Heckmann (DRK Vollmerz) eine neutrale Position einnimmt: „Wir haben sowieso keine eigene Bereitschaft." Die Ortsvereinigung Schlüchtern vertritt Luise Meister. Sie sieht für ihre 40 Aktiven in einer Fusion der beiden zu einem neuen Kreisverband Gelnhausen-Schlüchtern überwiegend Vorteile. Denn wer aus freien Stücken verhandele, könne Bedingungen stellen. Wer aber verhandeln müsse, „kann das nicht mehr". Einig ist sie sich mit Weise-Georg, dass in Schlüchtern auch nach einer Fusion ein DRK-Standort zu erhalten sei. / hgs

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