25 Meter hoher Baum

Weihnachtsbaum für Angela Merkel: Marborner Forstunternehmer liefert Fichte aus Hessen ins Kanzleramt

Eine hessische Fichte aus dem Privatwald von Hubertus Freiherr Roeder von Diersburg bei Wanfried (Schlierbachtal) steht seit dem Wochenende im Innenhof des Kanzleramts in Berlin. Dazu haben einige Marborner einen besonderen Beitrag geleistet.

Marborn/Berlin - Am Freitag um 9.30 Uhr startete die Aktion „Wir bringen Weihnachtsstimmung ins Kanzleramt“ mit der Fällung der 70 Jahre alten Rotfichte. Bei der ersten Bewegung nach dem Ansägen wichen Presse und Fernsehen etwas zurück, sahen dann aber beeindruckt mit an, wie der rund 25 Meter hohe Baum am Kran des Rückezuges von Forstunternehmer Wolfgang Lauer aus dem Steinauer Stadtteil Marborn kontrolliert zu Boden gelassen wurde. Noch im Wald wurde der Stamm auf die gewünschte Länge von 16 Meter gekürzt. In einer spektakulären Verladeaktion, mit Einsatz eines zweiten Rückezuges, wurde der Baum „schwebend“ aus dem Wald transportiert und mit größter Vorsicht und Sorgfalt auf den bereitstehenden Tieflader gelegt.

Rund 350 Kilometer fuhr der Baum fest verschnürt und abgedeckt mit ausrangierten blau-weißen Tornetzen der SG Marborn durch die Republik nach Berlin. Unterwegs und auch in der Hauptstadt zog der Baum viele Blicke auf sich und verbreitete auch ungeschmückt schon einen vorweihnachtlichen Glanz in der tristen Corona-Zeit. Zahlreiche Passanten blieben stehen, machten Fotos, fragten, ob das der Baum für „Angie“ ist und wo er herkommt. (Lesen Sie hier: Lions Club Fulda-Bonifatius spendet 250 Christbäume).

Hessische Fichte im Kanzleramt: Forstunternehmen Wolfgang Lauer liefert den Weihnachtsbaum für Angela Merkel

Bevor sich am Samstag das Tor zum Bundeskanzleramt öffnete, wurden alle Personen, der Lastwagen und auch der Baum einem eingehenden Sicherheitscheck unterzogen. Anschließend wartete die nächste logistische Herausforderung mit der Einfahrt durch das nur 3,45 Meter hohe Tor zum Kanzleramt. Hierfür wurde im Vorfeld extra ein besonders niedriger Lastwagen beschafft. Im Innenhof hob ein Autokran den Baum vom Tieflader und platzierte ihn, mit Hilfe von Wolfgang Lauer, in die einen Meter tiefe Vorrichtung direkt vor dem Kanzleramt.

Spektakuläre Verladeaktion: Der Baum wurde „schwebend“ mit zwei Rückezügen aus dem Wald transportiert.

Nur 24 Stunden nach dem Fällen stand der Baum an seinem neuen Platz – bereit dazu, geschmückt zu werden. Das verantwortliche Team blickte nicht ohne Stolz die 16 Meter hinauf, und die Anspannung der letzten beiden Tage ließ merklich nach. Zum Abschluss gab es noch eine kleine Führung durch das Kanzleramt, bevor es auf die Heimreise nach Hessen ging.

Rund vier Wochen dauerte die Planung. Der Auftrag für den „Kanzlerinnen-Baum“ kam von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer „Die Waldeigentümer“, die den Baum im Wechsel bei den unterschiedlichen Landesverbänden ordern.

Fichte für Kanzleramt stammt aus dem Privatwald von Hubertus Freiherr Roeder von Diersburg

Die Fichte aus dem Privatwald von Hubertus von Roeder erfüllte die Erwartungen: „Von unten kann man nie genau sehen, wie der Baum oben wirklich aussieht und wenn er unglücklich fällt, können auch Äste brechen. Bereits vor acht Jahren hatte ich einen meiner Bäume in Berlin vor dem Kanzleramt, damals mussten wir etwas nachbessern. Dieser, vermutlich, letzte Weihnachtsbaum für Kanzlerin Angela Merkel ist von seiner Statur, aber auch durch die ausgezeichnete Arbeit von Herrn Lauer und seinen Mitarbeitern perfekt für seinen Zweck“, so von Roeder. „Das ganze Projekt zeugt von der extrem guten Zusammenarbeit mit Herrn Lauer, die bereits seit über sechs Jahren andauert. Er und sein Team zeigten enormen Einsatz. Alles war bis ins Detail geplant.“

Wolfgang Lauer fügt hinzu: „Das war ein sehr schönes Projekt. Trotz aller Anspannung ist das schon etwas Besonderes, und wir sind die Sache mit viel Leidenschaft angegangen.“ Sein Dank gilt seinen Mitarbeitern, die an der Aktion beteiligt waren, und den Firmen Wahlers Forsttechnik und Ebert Spezialfahrzeuge aus Burghaun, mit denen er langjährige Geschäftsbeziehungen pflegt.

Corona-bedingt waren in Berlin vor dem Kanzleramt nur die nötigsten Personen anwesend. Und auch die offizielle Übergabe im Beisein der Kanzlerin am Donnerstag fiel aus. (rah)

Rubriklistenbild: © Ralf Hofacker

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