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Bescheinigungen für das Gericht gefälscht

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Gelnhausen - Ein 21-Jähriger aus Wächtersbach war im Dezember 2012 vom Amtsgericht Gelnhausen wegen Unfallflucht zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Doch anstatt diese abzuleisten, legte er dem Gericht zwei gefälschte Bescheinigungen vor.

Deshalb gab es jetzt ein Wiedersehen vor Jugendrichter Thomas Russel, diesmal wegen Urkundenfälschung.

"Das ist schon ein starkes Stück", sagte Russel. Nachdem der junge Mann bereits mehrfach aufgefordert worden war, die Ableistung der Arbeitsstunden nachzuweisen, entschloss er sich, die Bescheinigungen zu fälschen. "Ich hatte Angst", meinte er, "dass ich in den Jugendarrest muss und meine Ausbildungsstelle verliere." Ihm war ein Aufenthalt im Jugendgefängnis in Gelnhausen in der Tat bereits in Aussicht gestellt worden.

Umgehen wollte er dies mit gefälschten Arbeitsnachweisen von einer Gemeinschaftspraxis in Hanau und vom Marie-Juchacz-Haus in Wächtersbach. Von der Senioreneinrichtung in seiner Heimatstadt war auch extra ein Zeuge gekommen, um das Nichterscheinen des Angeklagten zu bestätigten, was nach dessen Geständnis allerdings nicht mehr nötig war.

Der 21-Jährige ist im Gericht kein Unbekannter: Neben der Verurteilung wegen Unfallflucht war er bereits wegen Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Zudem wurde damals eine ambulante psychiatrische Therapie angeordnet.

Ohne seine Vorgeschichte wäre er für die zweimalige Urkundenfälschung vermutlich erneut mit einer Arbeitsauflage davongekommen, doch das schied diesmal aus.

Richter Russel verurteilte den Wächtersbacher zu einer Geldstrafe von 240 Euro mit der klaren Ansage, dass er bei weiteren Delikten als Erwachsener behandelt wird und somit mit deutlich höheren Strafen rechnen muss. / anz

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