Zwei Angehörige besuchen in einem Altenzentrum ihre Mutter.
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Die Bewohner von Pflegezentren im Main-Kinzig-Kreis freuen sich über Besuch.

Nur mit Mund-Nasen-Schutz

„Endlich können wir uns wieder sehen“ – Bewohner von Pflegezentren freuen sich über Besuch

Nach fast acht Wochen, in denen die Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen wegen der Coronakrise keinen Besuch erhalten konnten, stand das langersehnte Wiedersehen mit Angehörigen, Freunden und Betreuern an. 

Steinau/Sinntal - Nach vorheriger Anmeldung und unter Beachtung der Schutzmaßnahmen trafen die Bewohner der zwölf Pflegeeinrichtungen der Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises (APZ-MKK) in Begegnungsräumen auf ihren Besuch. Wie aus einer Pressenotiz hervorgeht, sei die Wiedersehensfreude entsprechend groß gewesen – auch wenn sich Bewohner und Besucher nicht in den Arm nehmen durften. 

Konzepte zur Umsetzung der neuen Besuchsreglungen

„Seit Anfang der Woche gelten in allen zwölf Einrichtungen Konzepte zur Umsetzung der neuen Besuchsreglungen nach den Vorgaben von Bund, Land und Träger, die an die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort angepasst wurden“, so die Mitteilung.

Zu den Einrichtungen zählen das Seniorenzentrum Steinau, das Wohn- und Gesundheitszentrum Lebensbaum in Sterbfritz, das Kreisruheheim Gelnhausen, das Seniorenzentrum Gründau, das Seniorenzentrum Biebergemünd, das Wohnstift Hanau, das Stadtteilzentrum an der Kinzig in Hanau, das Altenzentrum Rodenbach sowie die Senioren-Dependancen in Neuberg, Ronneburg, Limeshain und Hammersbach.

Im Fokus der Konzepte steht die Möglichkeit, dass jeder Bewohner einmal pro Woche Besuch von einer nahestehenden Person erhalten kann. Damit soll während der Pandemie der sozialen Isolation der Bewohner entgegengewirkt werden.

Begegnungsräume im Mittelpunkt

„Die vulnerabelste Gruppe mit dem höchsten Gefährdungspotential durch Covid-19 muss gerade in Anbetracht der Lockerungen mit großer Sensibilität begleitet werden. Es geht nicht um die Abwägung zwischen Menschenwürde und Menschenleben“, so der Geschäftsführer des kreiseigenen Unternehmens, Dieter Bien.

„Vielmehr geht es darum, beides in Einklang zu bringen.“ Die Pflegeheime hätten mit viel Bedacht die Möglichkeiten der Öffnung und die Einhaltung der Schutz- und Hygienemaßnahmen abgewogen. 

Im Mittelpunkt der Konzepte stehen Begegnungsräume: Diese benötigen etwa zwei Zugänge, idealerweise einer von außen für die Besucher und einer von innen für die Bewohner. Der Zugang von innen soll barrierefrei und der Raum gut zu lüften sein. Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz und die Einhaltung der Hygienevorschriften ist Pflicht. Die Bewohner werden jeweils zum Begegnungsraum begleitet und abgeholt.

Für immobile Bewohner werden Besuche im Zimmer ermöglicht. Dies sei allerdings nur möglich, wenn Besucher die komplette Schutzausrüstung tragen, heißt es in der Mitteilung. Die Besucher werden dann am Eingang abgeholt und zum Zimmer begleitet. Dasselbe gilt für den Rückweg.

Positiv angenommen

„Bislang wurden die neuen Besuchsregelungen positiv angenommen. Eine Angehörige bedankte sich nach ihrem Besuch, wie professionell und gründlich wir in dieser Krise vorgehen und wie dankbar und froh sie ist, dass ihre Eltern bei uns im Hause untergebracht sind“, resümiert Mario Pizzala, Einrichtungsleiter von Seniorenzentrum Steinau und Wohn- und Gesundheitszentrum Lebensbaum in Sterbfritz.

„Die Besuchsregelung klappt gut. Die Angehörigen versuchen sich an das Abstandsgebot zu halten, auch wenn es sehr schwer fällt, die körperliche Distanz zu wahren. Es fließen viele Tränen der Freude. Auch wenn die Bewohner traurig darüber sind, dass sie ihren Besuch nicht in den Arm nehmen dürfen, überwiegt die Freude darüber, dass überhaupt ein Besuch möglich ist“, sagt Claudia Spahn, Einrichtungsleiterin in Biebergemünd:

Die Besuchszeiten sind begrenzt. Termine müssen bei der Corona-Hotline der APZ-MKK vereinbart werden, Telefon (06184) 205 2100. Insgesamt seien in den ersten Tagen fast 500 Anrufe eingegangen und ebenso viele Termine vereinbart worden, so der Kreis. Besucher erhalten ein Infoblatt zu den Maßnahmen, das sie unterschreiben müssen. Infos gibt es im Internet.

lq 

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