Bitterer Filmschluss beeindruckt Jury

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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STEINAU - Die kleine Steinauer "Filmschmiede" Gandayo stellte neulich ihre Arbeit beim KulturWerk-Festival vor. Als Premiere zeigte sie dort auch den neuen Kurzfilm "Vielleicht morgen". Für dieses kleine Werk bekamen sie jetzt einen Preis bei der 26. Visonale in Frankfurt.

Ein hinreißendes kleines Mädchen hat im Fernsehen etwas über Außerirdische gesehen, zu denen kein Kontakt gelingt. "Vielleicht mögen die ja lieber Musik und nicht Menschensprache", denkt sie sich und nimmt etwas musikalisches Geklimper mit ihrem Kassettenrekorder auf. Dann zieht sie durch die Steinauer Landschaft und sucht mit weiteren selbst gebastelten Geräten den Kontakt zu Aliens, die sie und ihren Teddy im Raumschiff mitnehmen könnten. Aber es wird dunkel und die Außerirdischen kommen nicht: "Vielleicht morgen", meint das Mädchen zum Teddy. Zu Hause wird es empört von ihrem Vater empfangen, "Kind, wo warst du? Du weißt doch, dass ich dich nachts bei mir brauche."

Obwohl die meisten Gandayo-Filme recht komisch sind, blieb den Zuschauern bei diesem Schluss doch das Lachen im Halse stecken. Die Gandayos können auch recht bitter sein. Filmemacher und Gandayo-Mitarbeiter Johannes Schneider (27) sagt dazu: "Ich hatte eine sehr schöne Kindheit, aber es war mir wichtig, mit dem Film darauf aufmerksam zu machen, dass es leider nicht bei jedem Kind so ist."

Beim hessischen Jugend-Medien-Festival Visionale begründete die Jury ihre Wahl für den zweiten Platz in der Kategorie Young Professionals mit den Worten "leichte sphärische Kameraführung mit einem bedrückendem Hintergrund". Das Preisgeld betrug 300 Euro. Tim Schätzke (23), Geschäftsführer von Gandayo, freute sich, dass "wir uns damit gegen eine Vielzahl von Hochschulen durchgesetzt haben".

Bei der Visionale 2013 wurden Preise von insgesamt 5000 Euro sowie Sach- und Sonderpreise vergeben.

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