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Wellness-Hotel an der Spessart-Therme? Investor bekundet Interesse

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Von: Hanns-Georg Szczepanek

In diesem Becken der Spessart-Therme lockt der „Poseidontempel“ die Badegäste hinter einen Wasservorhang.
Wird die Spessart-Therme - hier ein Archivbild - saniert oder neu gebaut? Und entsteht womöglich ein Wellness-Hotel? Um diese Fragen dreht sich die Diskussion in Bad Soden-Salmünster. © Kur und Freizeit GmbH

Die schon länger avisierte Modernisierung der Spessart-Therme war jüngst in einer nicht-öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten zentrales Thema. Ein Neubau ist denkbar. Und gleich daneben könnte ein Hotel entstehen. 

Bad Soden-Salmünster - Eine international tätige Hotelkette hat Interesse an einem Tagungs- und Wellnesshotel neben einer sanierten, womöglich sogar neuen Spessart-Therme bekundet, teilen Bürgermeister Dominik Brasch (parteilos) und die städtische Kurdirektion auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Main-Kinzig-Kreis: Wellness-Hotel an der Spessart-Therme? 

Unstrittig ist bei den Mitgliedern von Kurkommission und Stadtparlament, dass die Therme im Main-Kinzig-Kreis einer umfangreichen „Attraktivierung“ unterzogen werden muss. Der Auftrag für eine vertiefende Planung wurde laut Rathauschef Brasch an ein im Bäderbau renommiertes Architektur- und Planungsbüro vergeben. Nach einer gründlichen Analyse des Ist-Zustands seien die Fachplaner zum Ergebnis gekommen, dass der Zahn der Zeit „doch wesentlich stärker als bisher gedacht an der Gebäudesubstanz und der teils noch im Ursprungszustand bestehenden Technik der Therme genagt hat“. Dies habe zur Folge, dass „wir wahrscheinlich deutlich mehr tun müssen als ursprünglich geplant“, so Brasch. Die Therme ist am 1. April 1975 eröffnet worden.

Der Bürgermeister betont, dass die Betriebssicherheit und die Sicherheit der Thermengäste in keiner Weise beeinträchtigt seien. Doch die von den Sachverständigen ermittelten Beton- und Technikschäden erforderten Sanierungsarbeiten, die das bislang geschätzte Investitionsvolumen von etwa sieben Millionen Euro überschreiten.

Genauere Aussagen können nach Angaben des kaufmännischen Leiters der städtischen Kurgesellschaften, Kurdirektor Michael Lehrbacher, erst dann gemacht werden, wenn mögliche Planvarianten weiter ausgearbeitet seien. Dennoch sollte „allen Beteiligten klar sein, dass wir uns in einem Stadium befinden, in dem die städtischen Gremien nun Grundsatzentscheidungen treffen müssen“. Der Kurbetrieb und die beauftragten Planer würden diese „mit seriösen und nachvollziehbaren Ansätzen vorbereiten“. (Lesen Sie hier: Buch über Main-Kinzig-Kreis: Von den Grimms über einen „Oscar“ bis zur Industrie)

Neben dem finanziellen Aufwand für eine „vollumfängliche“ Sanierung seien auch die Kosten für die mögliche Errichtung eines Neubaus oder auch Teilneubaus in den Blick zu nehmen. Dabei müsse abgewogen werden, ob die vermutlich höheren Herstellungskosten für einen Neu- oder Teilneubau nicht durch geringere Folgekosten wie etwa Energiekosten und Einsparungen in den Betriebsabläufen „aufgefangen oder gar überkompensiert werden können“, gibt Lehrbacher zu bedenken.

Spessart-Therme: Sanierung oder Neubau - beides denkbar

Und Dominik Brasch fügt im Gespräch mit unserer Zeitung hinzu, dass bei Sanierungsprojekten im Bestand oftmals „böse Überraschungen“ auftauchten. Hinzu kämen Kostensteigerungen durch Materialmangel und Lieferengpässe, die sich durch Inflationstendenzen und den Ukrainekrieg weiter verstärkt hätten. Die anstehenden Entscheidungen böten neben Risiken auch Chancen für eine Weiterentwicklung des Kurareals. Schon seit einiger Zeit gebe es Gespräche mit einer renommierten Hotelkette aus den Niederlanden, erklärt Brasch. Deren Führung sei bereit, einen Betrag in Höhe von „weit über 20 Millionen Euro in ein attraktives Thermenhotel mit direkten Zugang zur Bade- und Saunalandschaft der Therme zu investieren“. Theoretisch sei auch ein Übergang der Therme in privatwirtschaftliche Hand denkbar, sinniert er. Allerdings wolle der potenzielle Investor auf dem Gelände gleich neben der neuen Schwimmhalle so bald als möglich bauen.

Beschlossen haben die Stadtverantwortlichen, bis Ende Mai parallel zu den Planungen ein Markterkundungsverfahren zu betreiben. Laut Kurdirektor Stefan Ziegler werde allein aus dem touristischen Angebot der Kurstadt Bad Soden-Salmünster ein Bruttoumsatz von jährlich gut 60 Millionen Euro erwirtschaftet.

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