Die Gaststätte Zum Braumeister in Salmünster hat zum Jahresende 2021 ihre Pforten geschlossen.
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Die Gaststätte Zum Braumeister in Salmünster hat zum Jahresende 2021 ihre Pforten geschlossen.

„Gesellschaftlich sehr tragisch“

Treffpunkt der Generationen: Gaststätte „Zum Braumeister“ öffnet wohl nie wieder

Die Gaststätte „Zum Braumeister“ in der Altstadt von Salmünster (Main-Kinzig-Kreis) scheint nun Geschichte zu sein. Mit dem Jahresende 2021 schloss die bisherige Pächterin Sabine Baselmann letztmals die Tür zu der fraglos beliebten Speisegaststätte in der Salmünsterer Altstadt auf.

Salmünster - Grund der Schließung der Gaststätte ist eine chronischen Erkrankung des über die Grenzen des Main-Kinzig-Kreises hinaus bekannten Musikers Matthias Baselmann. Er habe wegen physischer Einschränkungen bei seinen Auftritten bereits seine Musikerkarriere aufgeben müssen, berichtete Baselmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Ehepaar hatte das Lokal gemeinsam geführt und kündigte zum Ende des Jahres, um die verbleibende gemeinsame Zeit besser nutzen zu können.

Beide hatten sich für den Fortbestand der Gaststätte engagiert und ihrer Vermieterin sechs Interessenten für das gut eingeführte Gasthaus angeboten. Irgendwann habe diese allerdings per WhatsApp mitgeteilt, dass sie kein Interesse daran habe, das Lokal erneut zu vermieten. Sie habe erklärt, sie wolle aus den Räumlichkeiten eine Wohnung machen. Die Eigentümerin war trotz mehrerer Versuche für unsere Zeitung nicht erreichbar. (Lesen Sie hier: Am Silvestertag war Schluss: Friseursalon Nüdling in der Rhön schließt nach 77 Jahren)

Main-Kinzig-Kreis: Gaststätte Zum Braumeister öffnet wohl nie wieder

Dieter Hagemann hatte sich bei den Kinzigtal Nachrichten zur Schließung des „Braumeisters“ gemeldet und erklärt: „Mit der Schließung wurde ein Treffpunkt für alle Generationen, für Jung und Alt, für Arm und Reich geschlossen. Im Braumeister waren nicht nur Gäste willkommen, die etwas essen wollten, sondern gleichfalls Gäste, die nach dem Sport, einer Wanderung oder Feierabend einfach nur mal ein Bier trinken und gute Gespräche führen wollten. Dies ist ab sofort in Salmünster nicht mehr so einfach möglich.“

Denn die verbleibende Traditionsgaststätte Zum Hirsch habe oft geschlossen, konstatierte Baselmann. Einzig ein noch relativ neues asiatisches Restaurant biete noch die Möglichkeit zur Einkehr. Unter Umständen müsse man nun bis nach Aufenau fahren, um ein Bier an einer Theke trinken zu können. Das sei gesellschaftlich gesehen aus seiner Sicht schon sehr tragisch und hätte so nicht passieren dürfen, findet Dieter Hagemann.

Matthias Baselmann erinnert sich an zahlreiche Stammgäste, die mehrmals in der Woche den „Braumeister“ besucht hatten. Selbst aus dem Frankfurter Raum seien Besucher allein wegen der Rumpsteaks gekommen. Allerdings seien auch Skatspieler gern gesehen gewesen, die lediglich ein Bier zum Spiel hätten trinken wollen.

Gaststätte im Main-Kinzig-Kreis schließt: Aus gesundheitlichen Gründen

Dieter Hagemann fragt: „Müsste an dieser Stelle nicht die Stadt Bad Soden-Salmünster ihren Einfluss geltend machen, um vielleicht doch noch eine Weiterführung eines der letzten Wirtshäuser in der Salmünsterer Innenstadt zu erreichen? Zumindest wäre dies aus Gründen einer nachhaltigen Stadtentwicklung nicht ohne Bedeutung.“ Bad Soden-Salmünsters Bürgermeister Dominik Brasch weilt noch im Urlaub, sodass vorerst keine Stellungnahme von ihm zu erhalten war.

Am schwersten sei es ihr gefallen, ihr Team abmelden zu müssen, fasst Sabine Baselmann im Gespräch zusammen und gesteht: „Es hat uns wirklich Spaß gemacht!“ Und sie stellt abschließend noch die Frage in den Raum, ob die Schließung der Gaststätte nicht sogar Auswirkungen auf das Veranstalten von Stadtfesten haben könne. (von Barbara Kruse)

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