Symbolbild: Uwe Zucchi/dpa

Bürgermeister Matthias Möller zu Windkraftanlagen: „Die verfügbaren Flächen sind erschöpft“

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Elm - Die Firma Juwi plant, zwei Windkraftanlagen in der Nähe der Burg Brandenstein bei Elm zu errichten (wir berichteten). Die Stadtverordneten und Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) hatten sich bereits im Vorfeld gegen diese Pläne gestellt. Juwi plant dennoch weiterhin die Errichtung der Anlagen – auch gegen den Wunsch der städtischen Gremien.

Die Schlüchterner Stadtverordneten hatten sich bereits am 29. Januar gegen das Bauvorhaben ausgesprochen. Der Magistrat wurde aufgefordert, dies auch gegenüber dem Regierungspräsidium Darmstadt kund zu tun. Dies folgte in Form einer Stellungnahme.

Im Vorfeld fand allerdings noch ein Gespräch zwischen Bürgermeister Matthias Möller und Grundstückseigentümer Dr. Constantin von Brandenstein statt, in dem wechselseitig die Interessenlagen ausgetauscht wurden. Constantin von Brandenstein habe hierbei seine Beweggründe zur Planung dargestellt und auf seine Abwägung zwischen Eigeninteresse und Bevölkerungsinteresse hingewiesen, so Möller. Ein Teil der Pachteinnahmen solle für die Unterhaltung der historischen Bausubstanz der Burg und Nebenanlagen verwendet werden, berichtet Möller.

Da derzeit 36 Windkraftanlagen im Stadtgebiet errichtet beziehungsweise im Bau sind, sei laut Möller das Maß mehr als erfüllt. „Die Bevölkerung im Bergwinkel hat in der Vergangenheit und auch jetzt noch mit dem Bau der unterschiedlichsten Windkraftanlagentypen sehr zum Gelingen der Energiewende beigetragen.“

Unter Berücksichtigung des sich in Aufstellung befindlichen Entwurfs des Teilregionalplans Erneuerbare Energien, der trotz negativer Stellungnahme der Stadt weiterhin auch kleinere Vorrangflächen enthalte, gebe die Stadt weiterhin großen zusammenhängenden Flächen den Vorrang. Denn die Massierung von Anlagen in großen Konzentrationszonen wirke einer Zersiedlung der Landschaft entgegen und beeinträchtige weniger das Landschaftsbild. In Kombination mit kleinen und großen Flächen wirke sich dies jedoch fatal aus, so Möller. Viele weitere kleine Vorrangflächen geben dieser Zersiedlung Vorschub.

Eine unschöne und nicht wünschenswerte Entwicklung, die mit den Zielen einer geordneten freiraumbezogenen Erholung im ländlichen Raum nicht hinnehmbar sei, erklärt Möller. „Es ist erkennbar, dass die verfügbaren Flächen im Stadtgebiet erschöpft sind. Die derzeitige politische Beschlusslage lässt eine weitere Nutzung, über die bisher genehmigten Anlagen hinaus, im Stadtgebiet nicht mehr zu. Die Anlagenbetreiber würden gut daran tun, offensiver mit der Bevölkerung vor Ort im Dialog zu stehen“, findet der Bürgermeister. Die Verantwortung liege nun auf Seiten des Grundstückseigentümers und des Bauherren, mit den Erkenntnissen aus der ablehnenden Haltung der Stadt umzugehen und daraus schlussendlich vom Projekt Abstand zu nehmen. Juwi allerdings bewirbt das Projekt auf seiner Internet-Seite. / tim

Das könnte Sie auch interessieren