Steinaus neuer Bürgermeister ist Christian Zimmermann (Zweiter von links). Links Erster Stadtrat Arnold Lifka, Timo Jacob-da Rosa und der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Markus Harzer (rechts).
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Steinaus neuer Bürgermeister ist Christian Zimmermann (Zweiter von links). Links Erster Stadtrat Arnold Lifka, Timo Jacob-da Rosa und der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Markus Harzer (rechts).

Amtseinführung am 1. Februar

Christian Zimmermann setzt sich bei Bürgermeisterwahl in Steinau durch - „Jetzt geht es in die Zukunft“

  • Sabine Simon
    vonSabine Simon
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Die Entscheidung ist gefallen: Mit 56,82 Prozent der Stimmen hat sich der parteiunabhängige Kandidat Christian Zimmermann bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Steinau gegen seinen SPD-Mitbewerber Timo Jacob-da Rosa (43,18 Prozent) durchgesetzt. Er wird in den kommenden sechs Jahren an der Spitze der Stadtverwaltung stehen.

Steinau - Zu Beginn scheint das Wahlergebnis durchaus noch offen, denn nach dem ersten Wahlgang am 1. November lag Jacob-da Rosa knapp vor Zimmermann. 15 Minuten nach Schließung der Wahllokale trudeln am Sonntagabend die ersten Ergebnisse ein. Christian Zimmermann liegt da bereits mit 51,48 Prozent der Stimmen knapp vor Timo Jacob-da Rosa (48,51 Prozent). Nach etwas mehr als einer Stunde sind alle Wahlbezirke in Steinau ausgezählt: Zimmermann entscheidet die Stichwahl mit 2551 Stimmen (56,82 Prozent) klar für sich. Timo Jacob-da Rosa erhält 1939 Stimmen, das sind 43,18 Prozent. Am Ende trennen beide 612 Kreuzchen auf den Stimmzetteln.

„Ich bin sprachlos“, erklärte ein sichtlich gerührter Christian Zimmermann bei einem Pressetermin im Rathaus. Und: „Es war eine sehr interessante Zeit. Ich bedanke mich bei allen Kandidaten für einen fairen Wahlkampf. Aber auch bei meiner Frau, meiner Familie und vor allem allen Wählern, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben.“ Auch als Bürgermeister wolle er fair agieren. „Wir werden nicht an alten Zeiten festhalten, für mich geht es jetzt nur noch in die Zukunft. Dafür stehe ich und dafür bin ich auch gewählt worden“, so der 50-Jährige, der umgehend versuchen will, Inhalte seines Wahlprogramms auf die Agenda der Stadtverordnetenversammlung zu setzen. Zudem wolle er in Zusammenarbeit mit den städtischen Gremien „das Wir-Gefühl nach Steinau zurückholen“.

Kurz vor dem Wahlergebnis: Christian Zimmermann ging unter die Dusche

Kurz bevor das Endergebnis feststand, das verrät Ehefrau Zuzanna, habe es der neue Bürgermeister nicht mehr vor dem PC ausgehalten und sei unter die Dusche gegangen. Er sei letztlich durch Freudenschreie der Familie über immer neue Hochrechnungen informiert worden.

Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung lag bei 54,17 Prozent (erster Wahlgang: 56,93 Prozent) und lag somit leicht unter dem vor zwei Wochen. Von 8370 Wahlberechtigten haben 4534 ihre Stimme abgegeben. Mehr als 2200 Wahlberechtigte hatten im Vorfeld Briefwahl beantragt. Nach Informationen von Gemeindewahlleiter Jürgen Drechsler und Arnold Lifka wird Christian Zimmermann vermutlich zum 1. Februar 2021 ins Amt eingeführt.

Neben dem stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher Markus Harzer (SPD) waren unter anderem auch die Vorsitzenden der drei in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien und Wählergruppen, Mitglieder des Magistrats sowie der Erste Stadtrat Arnold Lifka (BGM) ins Rathaus gekommen. „Wie beim Sport gibt es Sieger und Verlierer“, so Lifka. Er dankte für einen fairen Wahlkampf und den Mitarbeitern in der Verwaltung sowie den Wahlhelfern für deren großes Engagement in den vergangenen Wochen. Der neue Bürgermeister stehe in Steinau vor großen Herausforderungen. Es werde Zeit brauchen, das aufzuholen, was in den vergangenen Jahren auf der Strecke geblieben sei.

Bürgermeisterwahl Steinau: Verlierer nimmt Niederlage sportlich und wünscht Zimmermann „glückliches Händchen“

Timo Jacob-da Rosa nahm die Niederlage sportlich und wünschte Zimmermann ein „glückliches Händchen“: „Ich sehe das nicht als Verlieren. Die vergangenen Monate waren eine Erfahrung, die mir keiner nehmen kann. Die Steinauer haben entschieden und das ist in Ordnung, sagte der 31-Jährige. Er falle weich, da er sich nun voll und ganz auf seinen neuen Job als Sachgebietsleiter der Verkehrsbehörde des Main-Kinzig-Kreises konzentrieren könne.

Ewald Mattheis, Vorsitzender der UBL-Fraktion, gratulierte Zimmermann zu seinem Wahlsieg in Steinau. Er übernehme kein leichtes Amt. „Wichtig ist jetzt, dass wir in den Gremien zu einem offenen, ehrlichen und respektvollen Umgang zurückfinden. Das geht nur gemeinsam. Wir als UBL leisten gern unseren Beitrag“, sagte er.

SPD werde gut mit Zimmermann zusammenarbeiten - „Für ein besseres Miteinander und für Steinau“

Man habe natürlich für den eigenen Kandidaten gekämpft, letztlich entscheide aber der Steinauer Wähler, betonte SPD-Fraktionschef Werner Herd. „Wir werden gut mit Christian Zimmermann zusammenarbeiten. Für ein besseres Miteinander und für Steinau.“ Der Fokus liege bei der SPD nun auf der Kommunalwahl 2021.

Zimmermann hat den Großteil der Bürger hinter sich gebracht“, sagte BGM-Fraktionsvorsitzender Tobias Betz. „Unsere Tür steht offen, wir werden unterstützen und zusammenarbeiten, damit vielleicht nicht alles, aber vieles anders wird.“

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