Schüler sitzen an ihren Tischen im Klassenzimmer.
+
An der Hans-Elm-Schule in Altengronau sind in dieser Woche Schülerinnen und Schüler in Lerngruppen unterrichtet worden.

Unter Corona-Bedingungen

Lerncamp in den Osterferien: Schüler der Hans-Elm-Schule in Altengronau können versäumte Inhalte nachholen

  • vonMarius Scherf
    schließen

46 Kinder haben in dieser Woche in der Hans-Elm-Schule in Altengronau an einem Lerncamp teilgenommen. Mit Abstand und Betreuung wollten sie durch die Corona-Pandemie erlittene Lernrückstände wieder aufholen. 

Altengronau - Seit nunmehr einem Jahr erleben die Schulen ein Hin und Her. Wochen und Monate waren sie wegen Corona ganz geschlossen, zeitweise fand der Unterricht im Wechsel statt: Ein Teil der Klasse blieb zu Hause und wurde vor den Bildschirmen unterrichtet, der andere war in Präsenz vor Ort. Keine Frage: Lerndefizite dürften alle Schülerinnen und Schüler davongetragen haben. Derzeit erprobt das Land Hessen, wie es mit Hilfe von Schnelltests wieder einen normalen Schulbetrieb ermöglichen kann. Das Ulrich-von-Hutten-Gymnasium in Schlüchtern war eine der teilnehmenden Pilotschulen.

Während dort vor den Osterferien fleißig getestet wurde, findet in der Hans-Elm-Schule im Sinntaler Ortsteil Altengronau dieser Tage ein Lerncamp statt, bei dem die Schüler den durch das Corona-Pandemiegeschehen versäumten Lernstoff aufholen können. Das Projekt geht auf eine Initiative des hessischen Kultusministeriums zurück und soll sich vor allem an förderbedürftige Schüler richten, die durch die Pandemie einiges aufzuholen haben.

Corona-Lerncamp in Altengronau: Hans-Elm-Schüler pauken in Osterferien

Alle können, keiner muss: Die Schulen in Hessen konnten selber entscheiden, ob sie ein solches Lerncamp in Eigenregie in den Ferien veranstalten. „Damit dürften wir in der Region etwas Besonderes sein“, meint Schulleiter Tim Kubalek. „Es gab Ausfälle und Defizite, und wir wollten an der Schule die Möglichkeit bieten, Dinge aufzuholen“, erklärt der 42-Jährige. Seit Montag und bis heute paukten freiwillig 46 Kinder in ihrer Ferienzeit täglich vier Schulstunden die Fächer Deutsch, Mathe und Englisch.

„Das sind gut zehn Prozent unserer 450 Schüler“, bilanziert Kubalek. Betreut werden sie vom eigenen Lehrpersonal. „Das Angebot haben wir allen Schülern von der ersten bis zur neunten Klasse gemacht. Die Abschlussklassen befinden sich derzeit sowieso im Präsenzunterricht.“

In den Osterferien bietet Hans-Elm-Schule in Altengronau Lerncamp für Schüler an

Der Schulleiter findet: „Vor allem für die Siebt- bis Neuntklässler ist das eine gute Möglichkeit, mal wieder Schulluft zu schnuppern. Die, die teilnehmen, freuen sich.“

Aber kann der Schulleiter bei nach wie vor hohen Inzidenzwerten ein solches Camp verantworten? Da sieht Kublek kein Problem, an die Hygiene sei ausreichend gedacht. So seien etwa alle Kinder auf fünf Lerngruppen verteilt worden, jeder sitze mit ausreichend Abstand am Einzeltisch. Masken würden selbstverständlich getragen werden und die Fenster auch aufgemacht: Schulluft bei frischer Luft.

Lerncamp in Osterferien: Schnelltests für Schüler der Hans-Elm-Schule in Altengronau

Zusätzliche Sicherheit verleihen dem Schulleiter die Schnelltests, auf die er zurückgreifen kann und die das Infektionsgeschehen transparent machen sollen. Kubalek hat sich eigens das Testsystem am Hutten-Gymnasium in Schlüchtern angesehen. Dort erhielten die Schüler morgens einen Briefumschlag mit allen Utensilien, mit denen sie sich dann unter Anleitung selber testeten. (Lesen Sie hier: Corona im Main-Kinzig-Kreis: Inzidenz steigt wieder an)

„Schließlich haben wir noch am Gründonnerstag vom Land ausreichend Antigen-Schnelltests erhalten“, sagt der Rektor. Das Land Hessen plant, die Schnelltests nach den Ferien an allen Schulen auf freiwilliger Basis einzusetzen. Die Hans-Elm-Schule konnte den am Lerncamp teilnehmenden Schülern schon in den Ferien ein reguläres Testangebot machen. Auch diese Lösung dürfte unter den Schulen im Bergwinkel eine Besonderheit darstellen.

Das könnte Sie auch interessieren