Repro: Willi Schmitt

Corona erschwert „Marathon-Weltenbummler“ Frank Dieter das Sammeln von Spenden

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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SALMÜNSTER - Corona hat auch die Pläne von Marathon-Weltenbummler und Spendensammler Frank Dieter aus Salmünster durcheinander gebracht.

Frank Dieter, der seit vielen Jahren für eine gute Sache läuft, war auch 2019 europaweit und in Übersee bei Marathons im Bergwerk Merkers, Rom, Malaysia, Mainz, Rostock, Moskau, Brüssel, Köln, Venedig und Jamaica aktiv. Für jeden gelaufenen Kilometer spendet Dieter einen Euro an das Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden. Dieter übergab kürzlich seine Spenden aus 2019: „Neben den 420 Euro für zehn Marathons durfte ich zahlreiche weitere Spenden überreichen, die mir mitgegeben wurden. Sehr gefreut habe ich mich, dass mich wie schon 2018 mein Freund, der Bundestagsabgeordnete Peter Tauber, begleitet hat. Er spendet nun seit zwei Jahren ebenfalls seine Laufkilometer an Bärenherz.“

Besonderes Erlebnis

Ein besonderes Erlebnis sei der herzliche Empfang durch die Leiterin der Bärenherz-Stiftung, Anja Eli-Klein, gewesen. „Nach der Spendenübergabe und ihrem Bericht über die Arbeit im Kinderhospiz waren wir uns ganz sicher, dass wir auch im nächsten Jahr wieder unsere Spenden hier übergeben werden“, betont Dieter.

Viele Laufveranstaltungen abgesagt oder verlegt

Frank Dieter bedauert, dass in Anbetracht der momentanen Situation viele Laufveranstaltungen abgesagt oder in den Herbst verlegt wurden. Ob er, wie geplant, 2020 zwölf Marathons laufen kann, steht in den Sternen. So wurde auch sein erstes Highlight, der Jerusalem-Marathon, vom 22. März in den Herbst verlegt. Der für den 19. April terminierte Hamburg-Marathon wurde auf den 13. September verschoben. Unklar ist, ob der 36. Brüder-Grimm-Lauf von Hanau nach Steinau von 5. bis 7. Juni über die Bühne gehen kann. Erst einmal abgesagt wurde auch der vom Tugçe Albayrak e.V. gemeinsam mit der Stadt Bad Soden-Salmünster initiierte Charity-Lauf der Spessarthelden unter dem Motto „Lauf gegen Gewalt“ am 17. Mai. Verbindliche Absagen gab es für den 44. Leipzig-Marathon (26. April) und den Knastmarathon Darmstadt am 24. Mai.

Noch wenigstens zwei Höhepunkte

„Heute bin ich froh darüber, dass ich Ende Februar nachträglich noch einen VIP- Startplatz beim 26. famila Kiel-Marathon 2020 ergattert habe. Dieser war einer der wenigen, der noch ausgetragen werden durfte. Trotz der sehr schlechten Wetterverhältnisse habe ich nach 4:06:53 Stunden das Ziel erreicht und belegte den 19. Platz in meiner Altersklasse M55. Ich hoffe nur, dass Kiel nicht mein einziger Start 2020 gewesen ist.“

Dieter hofft, dass er nach seinem 95. Marathon in Kiel heuer noch wenigstens zwei Höhepunkte erleben darf: den New York City Marathon am 1. November und den auf Curacao am 29. November.

Frank Dieter: „Auf New York freue ich mich ganz besonders, denn dort will ich mit meinem Freund Rolf Eckert aus Alsberg laufen. Wenn ich vorher noch vier Marathons laufen kann, dann würde das mein hundertster.“

„Sich den Kopf freizulaufen, bekommt in diesen Tagen eine ganz besondere Bedeutung“

Fit hält sich Dieter derzeit mit Läufen rund um den Kinzigstausee bei Ahl. Eine Runde sind etwa sieben Kilometer, drei also etwa ein Halbmarathon. Dieter: „Sich den Kopf freizulaufen, bekommt in diesen Tagen eine ganz besondere Bedeutung. Und die netten Gesten, das Lächeln fremder Menschen, denen man dabei immer wieder begegnet, tun meiner Seele richtig gut.“

Eine klare Meinung vertritt der 56 Jahre alte Fachreferent der DB-Fernverkehr AG zu den Einschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie: „Alle Entscheidungen sind notwendig gewesen. Wenn durch die Absage oder das Verlegen von Sportveranstaltungen verhindert wird, dass sich das Virus verbreitet, dann ist das absolut in meinem Sinne.“ / tt

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