Wegen der Corona-Pandemie sagen einige Faschings- und Karnevals-Vereine im Kinzigtal die Kampagne ab.
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Wegen der Corona-Pandemie sagen einige Faschings- und Karnevals-Vereine im Kinzigtal die Kampagne ab.

„Nicht vorstellbar“

Etliche Faschings- und Karnevals-Vereine im Kinzigtal sagen die kommende Kampagne wegen Corona ab

Faschings- und Karnevals-Vereine im Kinzigtal streichen die Karnevalssegel. Den Anfang machen die „Spätzünder“ aus Schlüchtern (SCC), die „schweren Herzens“ die Planungen für die Kampagne „vorerst aussetzen“.

Schlüchtern - Das teilt SCC-Vorstand Armin Mäder mit. Somit werden in der kommenden Session in Schlüchtern nicht die gewohnten Veranstaltungen durch den SCC stattfinden. Zuvor war schon in „Föllsch foll��� in Fulda Fastnacht gestrichen worden.

„Eine Planung ist aufgrund der aktuellen und der bis dahin nicht vorhersehbaren Vorgaben derzeit nicht möglich und somit wirtschaftlich nicht zu vertreten. Zusätzlich möchten wir unseren Gruppen und allen Beteiligten eine Planungssicherheit geben“, so Mäder weiter.

„Karneval mit Mindestabstand ist nicht vorstellbar“

Nach jetzigem Stand wolle und könne der Verein nicht die Verantwortung für ein solches Fest übernehmen. Selbst wenn im Januar beziehungsweise Februar 2021 eine Erlaubnis für die Veranstaltungen vorliegen würde, so sei dies wohl nur mit besonderen Auflagen verbunden.

„Und Karneval feiern mit Mindestabstand und mit strengen Hygieneregeln, vor allem am Getränkeausschank, ist nicht vorstellbar“, so Mäder. Des Weiteren habe man Verantwortung für die vereinseigenen Gruppen, die in zum Teil engen Räumen ihre Tänze und Vorträge einstudieren wollen.

„Auch hier möchten und müssen wir auf die Gesundheit unserer Aktiven achten.“ Und auch das Clubheim im Bornwiesenweg bleibe bis nach den Herbstferien geschlossen. „Bis dahin werden wir ein Hygiene- und Trainingskonzept erstellen, damit wir unseren Gruppen eine sichere Trainings- und Probemöglichkeit für die Zukunft bieten können“, berichtet Mäder weiter.

Auch Fastnachtsverein „Hanneklasia“ in Steinau sagt Kampagne ab

Sollte sich die Pandemielage ändern und Veranstaltungen wieder erlaubt und umsetzbar sein, werde der Verein versuchen, einzelne Veranstaltungen durchzuführen. Ebenfalls halte sich der Vorstand noch offen, ob zu gegebener Zeit eine interne Aktivenfeier durchgeführt werden könne. Immer abhängig von der Corona-Situation.

Um nicht ganz auf Karneval verzichten zu müssen, wird Mitte Januar wie gewohnt die beliebte „Krebbelzeidung“ erscheinen. Auch der Steinauer Karneval-Verein „Hanneklasia“ sagt die kommende Kampagne ab, sagt Vorsitzender Hans Ralf Heiliger auf Anfrage unserer Zeitung. Man habe sich schon vorher zu diesem Thema beraten und einen Vorstandsbeschluss gefasst.

Mit der Bekanntmachung habe man warten wollen, bis es eine offizielle Verlautbarung seitens der Stadt gegeben habe. „Jetzt, da wir hören, dass Schlüchtern abgesagt hat, werden wir nachziehen und zeigen uns solidarisch“, ergänzt Heiliger, dem diese Entscheidung schwer fällt.

Nach jetzigem Stand wolle und könne man nicht die Verantwortung für Faschingssitzungen, Tanzveranstaltungen oder Ähnliches übernehmen. „Ich denke auch, dass es schwer werden wird, die Hallen vollzubekommen und dass wir ohnehin aufgrund der Abstandsregeln weniger Karten verkaufen dürfen. Das würde uns auch finanziell in Stress bringen“, sagt Heiliger.

Ob es ein kleines Event zum 11.11. geben soll, das sei noch nicht geklärt. Hier müsse sich der Vorstand noch beraten. „Schön wäre es aber. Im Grunde liegt das Vereinsleben derzeit auf Eis. So etwas spaltet eine Gruppe ja auch“, erklärt Heiliger, der eigentlich in diesem Jahr sein Amt niederlegen wollte. „Die Mitgliederversammlung haben wir nun aber auf das nächste Jahr verschoben. So lange mache ich weiter“, sagt der Vorsitzende. Zumindest bis ein Nachfolger gefunden sei. 

Karneval-Vereins Kikirikik in Freiensteinau lässt sich noch Zeit

Carsten Hofmann, Vorsitzender des Freiensteinauer Karneval-Vereins Kikiriki, weiß, dass „es nicht so sein kann wie üblich. Aber wir wollen noch nicht definitiv alles absagen. Wir haben uns bis Mitte September Zeit gegeben. Dann muss eine Entscheidung her“.

Corona werde nicht einfach verschwinden, meint Hofmann. Deshalb ist er sich nicht sicher, wie die Zukunft der Faschingsfeierei aussehen wird. Für Tanzrevue und Umzug sehe es allerdings in dieser Session nicht gut aus, „aber wir überlegen, was wir anbieten können“. 

Entscheidend sei, so Hofmann, dass das Vereinsleben nicht zum Erliegen komme. Aber: „Egal, was wir machen, wir müssen behutsam und vorsichtig sein. Das sind wir unseren Mitgliedern, Unterstützern und Gästen schuldig. Es ist nicht die Zeit für Unbekümmertheit“, so Hofmann. Eines stehe aber heute schon fest: „Wir eröffnen die Kampagne. Ohne Prinzenpaar“, sagt Hofmann. Der Kampagnen-Start am 11.11. könnte vielleicht als symbolischer Akt stattfinden. 

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Noch keine Entscheidungen in Sterbfritz, Wallroth und Hintersteinau

Kerstin Müller, Abteilungsleiterin des TV Sterbfritz, sagt, dass es noch keinen offiziellen Vorstandsbeschluss gebe, allerdings gehe es wohl auch beim Sterbfritzer Fasching in die selbe Richtung wie bei Spätzündern und Hanneklasen. Weiber- und Kinderfasching, närrischer Frühschoppen sowie Garde- und Showtanzabend stehen vor dem Aus.

„Das scheint leider nicht umsetzbar“, berichtet Müller. Da der TV gute Kontakte zu den Vereinen im „Föll’schen“ pflegt, halte man die Lage dort auch im Blick. Auch die Wallrother Wellblooe (WCC) haben noch keine definitive Entscheidung gefällt. „Wir haben nächste Woche Vorstandssitzung. Dann besprechen wir alles“, sagt Thomas Zinkhan vom WCC-Vorstand.

Das sehen auch die Halodries aus Hintersteinau so. „Wir halten uns noch alles offen“, sagt Vorsitzender André Möller. „Abwarten und Tee trinken.“ (tim, sim)

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