Frisörin Daniela Wechselberger aus Schlüchtern schneidet einer Kundin die Haare
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Im Salon Haarkonzept in Schlüchtern werden wieder Haare geschnitten.

Frisöre und Kosmetiker haben geöffnet

Scheren und Co. sind wieder im Einsatz - und die Kunden stehen Schlange

„Endlich“, werden viele Kunden sagen. Friseursalons und Kosmetikstudios in der Region haben seit Montag wieder geöffnet. Die Betreiber zeigen sich optimistisch, denn die Terminkalender sind voll.

  • Termine sind bereits für Wochen vergeben
  • Hygienestation vor der Ladentür
  • Riesiger Ansturm zum Start

Region - Bereits am Wochenende haben Gabriele Koch und ihre Töchter Bianca Hosenfeld und Sonja Koch das Kosmetikstudio „enjoy“ in Schlüchtern auf die Öffnung vorbereitet. Während klassische Kosmetikbehandlungen eher auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden, seien Nageldesign und Fußpflege hoch im Kurs. „Wir haben jetzt bereits Termine für zwei Wochen komplett vergeben“, sagt Bianca Hosenfeld.

Anfang der vergangenen Woche hatte das Team begonnen, die Kunden anzurufen, am Wochenende wurde im Kassenbereich ein Spuckschutz installiert. Am Eingang müssen die Kunden nach dem Eintreten – natürlich nur nach vorheriger Terminvereinbarung – die Hände desinfizieren und waschen.

Ein Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht. Maximal drei Kunden dürfen gleichzeitig im Laden sein. Um die Kundinnen während des „Nägelmachens“ zu schützen, wurden Plexiglasscheiben angebracht. „Da haben wir noch einmal richtig investiert“, sagt Hosenfeld mit Blick auf die Schließung des Kosmetikstudios Ende Juni. Dann nämlich geht Mutter Gabriele in Rente. „Wer noch einen Gutschein hat, soll sich vorher unbedingt wegen eines Termins melden.“

Doppelt Grund zum Feiern hatte Sabine Beringer vom gleichnamigen Haaratelier in Sterbfritz. Ihr 34. Geburtstag fiel mit der Wiedereröffnung des Salons zusammen. Die Kunden empfängt ab sofort eine Hygienestation vor der Ladentür. Den Laden betreten darf zudem nur, wer eine Mund-Nasen-Maske trägt.

Gedrückte Stimmung wegen Corona? Fehlanzeige. „Auch wenn es komisch klingt, es ist der beste Geburtstag, den ich je hatte“, sagt Beringer. Sie ist froh, dass es weitergehen darf. Freunde hatten ihren Salon heimlich mit Geburtstagsgirlanden, einem Pappaufsteller und bunten Hütchen dekoriert. Wie viel Herzblut in ihrem Geschäft steckt, wird deutlich, als sie berichtet, was sie für ihre Kunden vorbereitet hat. Weil im Salon nichts verzehrt werden darf, hat Beringer Geburtstagstörtchen gebacken und einzeln für jeden zum Mitnehmen verpackt.

Anstatt einer Tasse Kaffee gibt es kleine Blumensträuße. Das Arbeiten mit den waschbaren Mund-Nasen-Masken aus Baumwolle sei anstrengend und sorge für eine volle Waschmaschine, sagt Beringer. Für den Montag hatte sie alleine für sich zehn Masken dabei. Vergisst ein Kunde seinen Schutz hat sie ebenfalls vorgesorgt.

Anja Weitzel, Inhaberin des gleichnamigen Friseursalons in Steinau, musste am Montag kurzzeitig das Telefon ausschalten. „Wir hatten einen riesigen Ansturm auf die Termine. Inzwischen sind wir schon in der vierten Woche komplett ausgebucht“, sagt sie am Telefon. Sie sei froh und glücklich, endlich wieder öffnen zu dürfen. „Die Kunden sind alle so treu und verständnisvoll“, lobt die Chefin. Sie und ihre fünf Mitarbeiterinnen arbeiten nun in Schichten, um die Abstandsregelung einhalten zu können.

Ausgebucht bis zum Ende der nächsten Woche ist der Salon „Haarkonzept“ in Schlüchtern. „Der Ansturm war so groß, dass wir heute schon geöffnet haben. Normalerweise ist ja montags Ruhetag“, berichtet Inhaberin Daniela Wechselberger. Von fünf Arbeitsplätzen sind momentan nur zwei in Benutzung, auch der Wartebereich ist gesperrt. Einschränkungen gibt es auch bei den Serviceleistungen, gesichtsnahe Dienstleistungen wie Make-up oder Bartpflege sind derzeit nicht möglich. Die Preise hat sie aufgrund der enormen Ausgaben im Vorfeld ein wenig erhöhen müssen. „Wir hoffen da auf das Verständnis der Kunden“, so die Friseurmeisterin.

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