Schlüchterner Freibadfest 2019
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2020 unvorstellbar: Eng beieinander verfolgen Besucher des Schlüchterner Freibadfestes 2019 einen Auftritt der jungen Tanzgarde. In diesem Jahr muss im Bad deutlich mehr Abstand gehalten werden.

Freibadsaison im Kreis

Kinzigtal: Öffnen die Freibäder ab nächster Woche?

  • Alexander Gies
    vonAlexander Gies
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Die Hessische Landesregierung hat entschieden: Freibäder dürfen ab Montag, 15. Juni öffnen. Inwieweit dies in der Region Kinzigtal umgesetzt wird, ist bislang noch nicht klar. Im folgenden Artikel halten wir Sie auf dem Laufenden.  

  • Die Hessische Landesregierung hat am Mittwoch entschieden, dass Freibäder ab dem 15. Juni unter Auflagen öffnen dürfen.
  • Es gelten Hygiene- und Abstandsregeln. So muss etwa ein Abstand von 1,5 Metern zwischen den Badegästen gewährleistet sein.
  • Wie die Bäder in der Region Kinzigtal die Vorlagen umsetzen und am Montag öffnen, steht noch nicht fest.

Update vom 10.06.2020, 14.50 Uhr: Sofern es zu einer Öffnung der Freibäder in Sterbfritz und Altengronau kommt, so könnte dies zum 1. Juli erfolgen. Dies erklärt Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD). Für ihn ist diese Entscheidung „keine Frage des Wollens, sondern eine Frage des Möglichen“. Er macht dies davon abhängig, ob der notwendige Hygieneschutz eingehalten und der dadurch steigende organisatorische und personelle Aufwand bewältigt werden kann.

Unklar sei auch, ob beide oder nur ein Freibad öffnen könne. Für die restlichen Vorbereitungsarbeiten und Untersuchungen werde noch ein Vorlauf von etwa zwei Wochen benötigt, so dass eine Öffnung für Anfang Juli ins Auge gefasst werden könnte. In Steinau ist noch nichts entschieden. Steinaus Bürgermeister Malte Jörg Uffeln erklärte, über die Öffnung der Bäder in der Kernstadt und in Ulmbach sei noch nicht entschieden worden.

Die Erstmeldung lesen Sie hier:

Kinzigtal - „Schwimmbäder: Vorschlag des Landes ist, ab 15.6. zu öffnen. 1 Person je 5 qm Liegefläche. Duschen und Umkleiden geöffnet.“ So lautet die knappe Zusammenfassung einer Telefonkonferenz der kommunalen Spitzenverbände mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) vom vergangenen Freitag. Autor ist Prof. Dr. Jan Hilligardt, geschäftsführender Direktor des Hessischen Landkreistages (HLT), der mit dieser Mail die Landräte informiert. Eine Bestätigung für die Information ist vom HLT am Dienstag nicht zu erhalten. Stattdessen wird auf die Staatskanzlei verwiesen, die sich am Mittwoch in einer Presseerklärung zu dem Thema äußern will.

Im Bergwinkel halten sich zwei der vier Bürgermeister noch bedeckt bei der Frage, ob und wann sie die Bäder öffnen. Entsprechende Anfragen an Carsten Ullrich (Sinntal) und Malte Jörg Uffeln (Steinau) blieben zunächst unbeantwortet. In Schlüchtern hingegen wurden bereits Vorbereitungen getroffen. Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) erklärte am Dienstag, unter der Voraussetzung, dass das Land heute den Starttermin 15. Juni bestätigt und die Stadtverordneten am 22. Juni grünes Licht geben, habe sich der Magistrat darauf verständigt, „die Freibäder in Schlüchtern und Hutten zum 1. Juli zu öffnen“.

Das sagt der Landrat

Landrat Thorsten Stolz (SPD): „Die neuerliche Verordnung, die erst am Dienstagmittag bekannt wurde, sorgt für Frust. Denn der Öffnungstermin 15. Juni wurde vorab in der Öffentlichkeit breit kommuniziert, ohne dass auch nur im Ansatz Hinweise oder Vorgaben an die Kommunen vorgelegen hätten. Dadurch wurde in der Bürgerschaft eine enorme Erwartungshaltung erzeugt, die möglicherweise nicht überall erfüllt werden kann. Ob, wann und wie die Schwimmbäder öffnen, entscheidet erst das Land und dann die einzelne Kommune.

Deshalb wird es vom Gesundheitsamt keine zusätzlichen Empfehlungen oder Verordnungen an die Kommunen geben. Während einer Telefonkonferenz gestern mit allen Städten und Gemeinden im Landkreis, die Freibäder betreiben, wurde einmal mehr bei allen die große Unsicherheit deutlich, da bislang klare Rahmenvorgaben gefehlt haben. Wenn maximal eine Person pro fünf Quadratmeter Grundfläche eingelassen werden darf, bedeutet das Besucherzahlen, die je nach Örtlichkeit des Freibades von einigen wenigen Hundert bis zu mehreren Tausend reichen.“

Bereits seit Wochen arbeite man mit Hochdruck an einem Hygiene-Konzept. „Wir sind jetzt in der glücklichen Lage, relativ schnell auf die behördlichen Anordnungen reagieren zu können“, freut sich Bürgermeister Möller. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bäderbetriebs ende damit die Kurzarbeit.

Bad Soden-Salmünster: Öffnung der Freibäder zum Ferienbeginn?

Die Liegewiesen, Schwimmbecken, Umkleidekabinen, Toiletten und Eingangsbereiche würden an die Hygieneregeln angepasst. Das bedeute auch, dass nur eine bestimmte Anzahl Badegäste das Bad gleichzeitig besuchen dürfe. Entsprechende Gespräche mit dem Förderverein „Huttener Schwimmbad“ laufen. Bürgermeister Möller sieht in dem Verein einen „starken und verlässlichen Partner“.

Bürgermeister Dominik Brasch (Bad Soden-Salmünster) hält für seine Stadt einen Start in die Freibadsaison „theoretisch zum Ferienbeginn“ (erste Juliwoche) für möglich. Alle erforderlichen Überprüfungs- und Probeentnahmetermine fänden in der letzten Juni-Woche statt. Seit Wochen berate man sich „regelmäßig und intensiv“ mit den Beteiligten über die Details.

Aber erst, wenn die Hygieneempfehlungen des Landes vorliegen, werde es konkret. Dann entscheide sich auch der voraussichtliche Personalmehraufwand etwa für Aufsichts-, Reinigungs- bis hin zu Sicherheitspersonal. Diese und weitere Faktoren hatten dazu geführt, dass beispielsweise in Hofbieber das Freibad in diesem Jahr geschlossen bleibt.

Coronabedingte Sicherheitsmaßnahmen haben oberste Priorität

Der Mehraufwand, insbesondere die Finanzen, muss laut Brasch „in der aktuellen Situation kritisch in die Abwägung mit einbezogen werden. Bei allem Verständnis für die vielen Nutzer unserer Freibäder darf man in der aktuellen Situation nicht unüberlegt handeln und muss weiterhin höchst verantwortungsvoll die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen beachten und in den Betriebsablauf integrieren. Dies wird nicht nur uns vor immense Herausforderungen stellen“.

Plan B

Weil viele Menschen dieses Jahr gezwungen seien, ihren Urlaub zuhause zu verbringen, wird die Stadt Schlüchtern „ein Kulturprogramm unter Einhaltung aller Hygienevorschriften für den Sommer aufstellen“, kündigt Bürgermeister Möller an. „Wir werden gerade Eltern und ihren Kindern ein abwechslungsreiches Ferienprogramm anbieten“, sagt Möller, der den „Plan B“ in Kürze vorstellen will. 

Eine Besonderheit stelle das Freibad Mernes dar, da hier die Beckenleitungen komplett erneuert würden, sagt Brasch. Deshalb seien viele ehrenamtlich an den Wochenenden im Arbeitseinsatz, um die Leitungen freizulegen und die Vorbereitung für die Fachfirma abzuschließen.

„Inwieweit die Arbeiten bis Anfang Juli abgeschlossen werden können, muss abgewartet werden“, betont Brasch. Schon jetzt bedankt er sich ausdrücklich für diesen Arbeitseinsatz, dem er hohe Wertschätzung entgegen bringt. „In finanziell schwierigen Zeiten ist dies ein Paradebeispiel dafür, wie Stadt, Kreis und vor allem Bürger Hand in Hand für den Erhalt ihres Freibades agieren können“, freut sich Brasch.

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