Die Corona-Krise hat erwartungsgemäß zu Einbrüchen in der Beherbergungs- und Gastrobranche geführt.
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Die Corona-Krise hat erwartungsgemäß zu Einbrüchen in der Beherbergungs- und Gastrobranche geführt.

Tourismuszahlen im ersten Halbjahr

Corona-Krise trifft Hotel- und Restaurant-Betreiber: Gut die Hälfte weniger Gäste im Kinzigtal

Die Tourismuszahlen im Main-Kinzig-Kreis sind durch den Lockdown seit Mitte März erwartungsgemäß zurückgegangen. Der Juli zeigt ein Minus von 37,4 Prozent bei den Übernachtungen und -42,7 Prozent bei den Gästen, im Juni lagen die Werte bei Rückgängen von 49,1 und 59,6 Prozent, teilt der Kreisausschuss mit.

Main-Kinzig-Kreis - Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) haben im ersten Halbjahr 2020 rund 90 800 Gäste den Main-Kinzig-Kreis besucht – 51 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen sank im selben Zeitraum um 41 Prozent auf etwa 414 000. Die NGG beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Landesamtes.

„Die Pandemie hat zu einer beispiellosen Krise im Gastgewerbe geführt. Erst mussten Hotels, Pensionen, Kneipen und Restaurants über viele Wochen ganz schließen, und nach dem Lockdown läuft der Betrieb unter Auflagen nur langsam wieder an“, erläutert Peter-Martin Cox als Geschäftsführer der NGG-Region Rhein-Main.

Tourismuszahlen aus dem Kinzigtal: Nur rund halb so viele Gäste wegen Corona

Unter der Situation der Corona-Krise würden aber nicht nur die Unternehmen leiden: „Die Folgen sind auch für Köche, Kellner und Hotelangestellte dramatisch. Als Kurzarbeiter mussten sie deutliche Lohneinbußen in Kauf nehmen. Und dies in einer Branche, die ohnehin nur geringe Löhne zahlt“, unterstreicht Cox. Nach dieser „Durststrecke“ blickten viele Beschäftigte nun mit Sorge auf die Herbst- und Wintersaison. Laut der Agentur für Arbeit beschäftigt das Hotel- und Gaststättengewerbe im Kinzigtal etwa 7000 Menschen.

Allerdings habe die Kurzarbeit bislang einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern können. Dank staatlicher Hilfen sei eine Pleitewelle im Gastgewerbe ausgeblieben. „Die Gewerkschaften haben sich in Berlin seit Beginn der Pandemie für das Kurzarbeitergeld starkgemacht und auch durchgesetzt, dass es bis Ende nächsten Jahres verlängert wird. So kommen Beschäftigte und Betriebe besser durch diese schwere Zeit“, so Cox. Entscheidend sei zudem, dass die Leistung nach sieben Monaten auf 80 Prozent des Nettoverdienstes (für Eltern 87 Prozent) ansteige.

Corona-Krise trifft Hoteliers im Kinzigtal: Kampagnen zur Tourismus-Belebung

Die Gewerkschaft NGG appelliert nun an die Unternehmen, die Kurzarbeit für die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter zu nutzen. „Wer wegen Corona nicht arbeiten kann, sollte die Möglichkeit einer beruflichen Weiterbildung bekommen. Das ist ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel, der in Hotels und Restaurants unabhängig von der Pandemie eklatant ist“, betont Cox. Zudem seien Beschäftigte auch im Gastgewerbe für die Digitalisierung fitzumachen.

Von Januar bis Juli 2020 wurden nach Mitteilung des Kreisausschusses in Unterkünften ab zehn Betten 499.103 Übernachtungen gezählt (-40 Prozent) sowie 109 422 Gäste (-49,5 Prozent) gezählt. Dies lasse sich aus Zahlen des Statistikamtes in Wiesbaden ablesen. Nach Gesprächen mit einzelnen Hoteliers und Unterkunftgebern gebe es ab August und im Ausblick auf den Herbst leichte Verbesserungen, auch wenn sich das Gästeklientel verändert habe: Weniger Geschäftsreisende, fehlende Tagungen, dafür mehr Urlauber, die auch länger als üblich bleiben und wandern oder Radfahren möchten. Mehr Gäste gab es in Ferienwohnungen ab dem Monat Juli, ebenso auf Campingplätzen sowie Wohnmobilstellplätzen. Diese würden von der amtlichen Statistik jedoch nicht erfasst.

Die Spessart Tourismus und Standortmarketing GmbH habe nach Kreisangaben seit Mai verschiedene Kampagnen zur Belebung des Tourismus initiiert oder begleitet. (hgs)

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