1. Fuldaer Zeitung
  2. Kinzigtal

Umfrage im Main-Kinzig-Kreis: Apotheker wollen keine Corona-Impfungen anbieten

Erstellt:

Von: Marah Naumann

Corona im Main-Kinzig-Kreis: In den Apotheken in Bergwinkel und Blauem Eck wird es wohl keine Angebote für Corona-Schutzimpfungen geben.
In den Apotheken in Bergwinkel und Blauem Eck wird es wohl keine Angebote für Corona-Schutzimpfungen geben. © David Inderlied/dpa

Seit Inkrafttreten der neuen Impfverordnung dürfen Corona-Impfungen auch in Apotheken verabreicht werden. Von diesem Angebot sehen Pharmazeutiker im Bergwinkel und Blauen Eck jedoch ab.

Main-Kinzig-Kreis - Philipp Merz, Inhaber der Brüder-Grimm-Apotheke in Steinau, hat nicht vor, Corona-Schutzimpfungen anzubieten, wie er auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet. „Wir haben hier ein sehr gutes Netz an Ärzten, die ausgebildet sind, um Impfungen vorzunehmen. Außerdem ist ausreichend Impfstoff vorhanden“, nennt Merz als Hauptgrund für die Entscheidung.

Außerdem fügt er hinzu: „Wären wir jetzt eine Apotheke im tiefsten Spessart oder Vogelsberg, hätten wir es natürlich gemacht. Aber so sehe ich für den Main-Kinzig-Kreis keine Notwendigkeit.“ (Mit dem Corona-Ticker für den Main-Kinzig-Kreis bleiben Sie auf dem Laufenden)

Corona im Main-Kinzig-Kreis: Apotheker wollen keine Impfung anbieten

Die neue Impfverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit sieht vor, dass die Corona-Schutzimpfung auch in Apotheken durchgeführt werden darf. Doch damit gehen einige Hürden einher. Demnach müssen Apothekerinnen und Apotheker zunächst für das Piksen geschult werden.

Die Bundesapothekerkammer sieht dafür ein Seminar mit zwölf Fortbildungsstunden mit theoretischen und praktischen Lehrinhalten vor. Für den Fall einer Impfreaktion müssen die Impfenden auch in Erster Hilfe fit sein. Wer keine entsprechenden Qualifikationen vorweisen kann, muss zusätzlich eine zweistündige Fortbildung absolvieren.

Neben geschultem Personal müssen Apothekerinnen und Apotheker auch ausreichend Platzkapazitäten zur Verfügung haben. Das sind Hürden, die nicht jede Apotheke überwinden kann. „Im Moment sieht es so aus, dass wir nicht an dem Impfangebot teilnehmen“, berichtet Sandra Will, Mitarbeiterin der Apotheke Freiensteinau.

Es gebe viele Impfangebote in der Gegend, eine Praxis im Ort habe etwa mittwochs eine Impfsprechstunde, die nicht ausgelastet sei. Auch personell und bezüglich Platz für Impf- und Wartezimmer sei das Angebot nicht machbar. (Lesen Sie hier: Corona-Impfung bei Apothekern sowie Tier- und Zahnärzten? Das spricht dagegen)

Video: Mit dem Piks gegen Omikron - Wie gut schützt die Impfung?

Noch keine abschließende Entscheidung zum Thema haben die Inhaber der Lotichius-Apotheke in Schlüchtern getroffen. „Es gibt hier sehr viele Ärzte, die Impfungen anbieten, zusätzlich haben wir in der Bahnhofstraße die Impfstelle“, stellt Ulrich Rindt, zuständig für die kaufmännische Apothekenleitung, fest. Zudem betreibe die Apotheke bereits das Testzentrum, was mit enormem Aufwand verbunden sei.

„Ich als Apotheker denke, dass es der Job des Arztes ist, zu impfen“, meint Ulrich Rindt – auch in Hinblick auf den zusätzlichen Bedarf an Räumen und weiteren Hygienevorschriften sowie Ausbildung von Personal für ein mögliches Impfangebot.

Auch interessant