Corona im Main-Kinzig-Kreis: Unter Bewohnern und Angestellten eines Steinauer Pflegeheimes verbreitete sich das Virus.
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Unter Bewohnern und Angestellten eines Steinauer Pflegeheimes verbreitete sich das Coronavirus. (Symbolfoto)

Ausbrüche häufen sich

38 Corona-Fälle in Pflegeeinrichtung im Main-Kinzig-Kreis - Kostenlose Tests gefordert

Eine Häufung von Corona-Ausbrüchen beschäftigt derzeit das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr. Nach einer Kulturveranstaltung in Freigericht, in einer Kita in Hanau und in einer Pflegeeinrichtung in Steinau sind jeweils eine größere Zahl von Menschen betroffen.

Main-Kinzig - Für Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler (SPD) ist das „Ausdruck eines erhöhten Infektionsdrucks“ im Main-Kinzig-Kreis. „Eine hohe Zahl an Neuinfektionen jeden Tag, eine hohe Mobilität und eine hohe Kontaktzahl der Infizierten erhöhen gleichzeitig das Risiko für jeden und jede Einzelne, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Eine Impfung schützt in hohem Maße gegen schwere Krankheitsverläufe, eine Impfung verhindert aber eben nicht immer die Weiterverbreitung“, so die Erste Kreisbeigeordnete.

Einen größeren Corona-Ausbruch hat es in einer privaten Pflegeeinrichtung in Steinau gegeben. Unter Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern waren in der vergangenen Woche zunächst acht Positivbefunde ermittelt worden. Der Main-Kinzig-Kreis hat daraufhin allen Beschäftigten sowie der Bewohnerschaft eine Testung angeboten. Bis in diese Woche hinein stieg die Gesamtzahl der Coronainfizierten auf 38, davon 26 Bewohnerinnen und Bewohner, die durchgeimpft sind und nahezu keine Erkältungssymptome aufweisen.

Corona im Main-Kinzig-Kreis: Viele Ausbrüche - Kostenlose Tests gefordert

Wie bereits berichtet, hat es in Freigericht während eines Chorkonzertes unter 2G-Bedingungen einen Corona-Ausbruch gegeben. Nach Ermittlungen des Kreises haben sich mindestens 24 Menschen bei dem Chorkonzert angesteckt. Die meisten der Befunde waren am Wochenende im Gesundheitsamt eingetroffen. Daraufhin hatte der Kreis direkte PCR-Testmöglichkeiten für die beteiligten Sänger sowie einen leichten Zugang zu Testungen für Gäste ermöglicht. Insgesamt 110 PCR-Tests wurden veranlasst. Unabhängig davon hatten auch Ärzte in Freigericht ihre Testkapazitäten hochgefahren. Mit dem Vorliegen aller Ergebnisse ist erst im Laufe der nächsten Tage zu rechnen.

„Der Vorteil von 2G-Veranstaltungen liegt auf der Hand. Für die Veranstalter ist es der einfachere, geselligere und am Ende auch lukrativere Weg, Traditionen wieder aufleben zu lassen. Mit Blick auf das Coronavirus bleibt aber davor zu warnen, sich zu leicht in Sicherheit zu wiegen. Das Virus kann eben doch eingetragen werden, mit welcher Schwere der Symptome beim Infizierten auch immer“, so Simmler. Freiwillige Tests vor einer Veranstaltung könnten das Risiko eines Ausbruchs reduzieren.

Corona-Ausbrüche im Main-Kinzig-Kreis häufen sich

Auch in einer Hanauer Kita lagen vergangene Woche zunächst die Positivbefunde von fünf Erwachsenen vor. Eine umfangreichere Testung ergab 19 zusätzliche Befunde bei Kindern.

„Sowohl in Steinau als auch in Hanau lässt sich feststellen, dass die Mehrzahl der positiv getesteten Personen nur schwache bis gar keine Erkältungssymptome hat. Ein regelmäßiges Testen ist daher absolut sinnvoll, gerade bei den Pflegenden und Betreuenden, ganz unabhängig von diesen konkreten Ausbruchsgeschehen“, sagt Simmler.

Dort, wo es im Alltag gehe, müsse jeder und jede „eigenverantwortlich pandemiegerecht handeln“, so Simmler. Mit Erkältungssymptomen solle man sich von anderen fernhalten, mit Tests solle man lieber einmal mehr ausschließen, dass es sich eben nicht um Corona handle. (Mit unserem Corona-Ticker für den Main-Kinzig-Kreis bleiben Sie auf dem Laufenden)

Video: Die aktuelle Corona Lage in Hessen am 9. November

Die Gesundheitsdezernentin macht sich außerdem dafür stark, dass Schnelltests für alle wieder kostenfrei möglich sind. Erste Priorität habe das Impfen, „alle anderen Maßnahmen können diesen Baustein aber ergänzen“, unterstreicht Simmler. Dies müsse jedoch bundeseinheitlich geregelt werden.

Die Häufung von Ausbrüchen sei einer der besorgniserregenden Punkte, wenngleich das angesichts des Inzidenzwerts von rund 200 letztlich zu erwarten sei, so Simmler. Ein weiterer Punkt sei, dass im Schnitt mehr Menschen von Ausbrüchen direkt betroffen und infiziert seien. Gerade in den sensiblen Bereichen Pflege, Betreuung und Schule habe das gravierende Folgen und der Betrieb könne erheblich gestört werden. (tim)

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