Die Busse halten direkt vor der Hans-Elm-Schule. Wer sorgt für Abstände?
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Die Busse halten direkt vor der Hans-Elm-Schule. Wer sorgt für Abstände?

KVG bittet um Verständnis

Vor Start in Wechselunterricht: Eltern bemängeln Corona-Hygiene in Schulbussen

  • vonMarius Scherf
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Ab heute findet an der Hans-Elm-Schule wieder Wechselunterricht statt. Eltern fürchten, dass durch überfüllt Busse die Hygieneregeln ihren Sinn verlieren. Schule und Kreis-Verkehrs-Gesellschaft finden, es werde genug getan.

Altengronau - Mike Richter, Ortsvorsteher von Oberzell und viele andere Eltern, die ihre Kinder in die Hans-Elm-Schule nach Altengronau schicken, freuen sich für ihren Nachwuchs, wenn nach Pfingsten wieder Wechselunterricht stattfinden kann. Die Inzidenzen im Main-Kinzig-Kreis sind dann weit genug gesunken, und der Nachwuchs kann sich nach Wochen des Homeoffice wieder auf den Weg in die Schule machen. (Bleiben Sie mit dem Corona-News-Ticker für den Main-Kinzig-Kreis auf dem Laufenden.)

Aber genau hier liegt für die Eltern die Krux. Wie gut das Hygienekonzept im Klassenraum auch sei, spätestens im Schulbus sei es dann mit den Abständen vorbei. „Die Kinder sitzen den ganzen Tag mit der Maske in der Schule, und dann kommt der Bus, in den dann 40 Kinder so eng sitzen, dass man sich die Regeln auch hätte sparen können“, kritisiert Mike Richter, der sich für die Eltern des Themas angenommen hat.

Main-Kinzig-Kreis: Eltern bemängeln Corona-Hygiene in Schulbussen

Die Busse seien in der Vergangenheit immer viel zu voll gewesen. Zudem seien in Corona-Zeiten weniger Busse als sonst gefahren, da es weniger Fahrgäste gab. Aber auch Minibusse, die nur für die Schüler nach dem Unterricht fahren, seinen überfüllt gewesen. „Die Unternehmen müssten ihre Busse wieder normal einsetzten“, fordert Richter.

Tim Kubalek, Schulleiter an der Hans-Elm-Schule, hat von den Sorgen der Eltern auch schon gehört, hält sie jedoch für grundlos. Klar, im vergangenen Jahr sei es in den Bussen auch mal voll geworden. Aber in den allen Bussen gelte nach wie vor die Pflicht zum tragen einer FFP2-Maske. Und Fakt ist: „Wenn ab Pfingsten wieder Wechselunterricht stattfindet, sind die Busse auch nur zur Hälfte besetzt.“

Wie viele Busse fahren, darauf habe die Schule keinen Einfluss. Kubalek ist sich jedoch sicher, dass die Busse nicht weniger fahren. „Wir wüssten hier, wenn Linien gestrichen würden, denn dann müssten wir unsere Stundenpläne angleichen. Das ist nicht der Fall.“

Zuständig für die Planung der Buslinien als Verkehrslinienträger ist die Kreis-Verkehrs-Gesellschaft Main-Kinzig (KVG). Sie bestimmt wie viele Busse die Hans-Elm-Schule anfahren. Die KVG schickt als Planerin keine eigenen Bussen, sondern beauftragt verschiedene Busunternehmen, die Linien zu bedienen. Die Schule in Altengronau wird von Verkehrsgesellschaft Fulda (VGF) und Schneider Reisen aus Marjoß betrieben. Von beiden Seiten heißt es, dass die Bussen fahren so oft wie sonst auch.

„Auf 13 Linien fahren sogar schon zusätzliche Busse im Schülerverkehr“

„Auch mit den Schülern im Wechselunterricht komme ich in meinem Bus nicht auf über 10 Personen“, sagt Friedel Schneider. Er fährt die Linie MKK 94 von Bad Soden Salmünster nach Altengronau. Ein Blick auf den Fahrplan genügt, um zu sehen, dass der Bus morgens zweimal an der Schule hält und ab 11.40 Uhr fast stündlich abfährt.

Die VGF versichert, dass in den Bussen die bewährten Sicherheitsvorkehrungen gelten: Maskenpflicht und eine mit Plexiglas abgetrennte Fahrerkabine etwa. In Zeiten von Corona scheint die Sensibilität der Eltern bei dem Thema jedoch gestiegen zu sein. Sollten nicht mehr Busse auf den Strecken fahren, um das Infektionsriskio noch weiter zu senken?

Die KGV ist sich der Problematik bewusst und handle bereits so, erklärt Verbandsgeschäftsführer Rüdiger Klenkel. „Auf 13 Linien fahren sogar schon zusätzliche Busse im Schülerverkehr. Im Personennahverkehr gelten keine Abstandregeln, da das Ein- und Aussteigen in der Praxis viel zu lange dauert. Aus dieser Konsequenz heraus haben wir angefangen, mehr Busse einzusetzen, um die Schüler besser verteilen zu können.“ Er stellt klar, dass zu keinem Zeitpunkt die Zahl der fahrenden Busse reduziert worden sei.

Doch er kennt auch die Schüler und verweist auf zwei Probleme: „In einem Doppelgelenkbus sitzen dann zwölf auf einem Haufen. Es menschelt. Zum anderen steigen, wenn zwei Busse kommen, alle in den ersten.“

Die KGV gäbe bereits sein Bestes, doch sie könne leider nicht an jeder Haltestelle Kontrolleure postieren. Daher wird immer wieder versucht, die Lehrer und Eltern mit einzuspannen. Sie sollen helfen die Schüler zu sensibilisieren. Dazu ruft Krenkel auch jetzt wieder auf, und bei Auffälligkeiten im Bus bittet er um einen direkten Anruf bei der KGV. Nur mit genauen Angaben zu Abfahrtszeit und -ort könne der Verband helfen.

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