Die Inzidenz im Main-Kinzig-Kreis hat einen neuen Höchststand erreicht. Die Lage in den Krankenhäusern ist laut Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler (SPD) kritisch. (Symbolfoto)
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Die Inzidenz im Main-Kinzig-Kreis hat einen neuen Höchststand erreicht. Die Lage in den Krankenhäusern ist laut Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler (SPD) kritisch. (Symbolfoto)

283 Neuinfektionen

Corona im Main-Kinzig-Kreis: Inzidenz bei über 300 - Simmler: „Situation spitzt sich von Minute zu Minute zu“

Das Coronavirus breitet sich im Main-Kinzig-Kreis weiter stark aus: Am Freitag vermeldet das Gesundheitsamt einen neuen Inzidenz-Höchstwert. Die Vorkommnisse in Altenheimen und Krankenhäusern bereiten Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler (SPD) große Sorgen. Der Kreis plant daher die Einrichtung einer „Task-Force“.

  • Die Ausbreitung des Coronavirus schreitet im Main-Kinzig-Kreis weiter voran.
  • Am Freitag erreichte die Inzidenz nach 283 Neuinfektionen einen neuen Höchstwert.
  • Alle Wendungen können Sie in unserem News-Ticker mitverfolgen.

Main-Kinzig-Kreis - Den Inzidenz-Höchstwert von Mittwoch hat der Main-Kinzig-Kreis am heutigen Freitag noch einmal getoppt: Ganze 283 Neuinfektionen ließen die Inzidenz auf 302 schnellen. Zudem starben neun weitere Menschen im Kreis, bei denen eine Covid-Infektion nachgewiesen worden war. Wie die Pressestelle des Kreises mitteilte, stammten die Verstorbenen aus Großkrotzenburg (2), Bruchköbel, Hanau, Hasselsroth, Maintal, Nidderau, Niederdorfelden und Wächtersbach.

Da drei Fälle nachträglich in die Statistik aufgenommen wurden, liegt die Zahl der Menschen im Kreis, die sich mit Corona infiziert haben - Stand Freitagmittag - bei 9392. Das Virus trat im Kreis das erste Mal bei einer Südtirol-Urlauberin auf. Aktuell werden 2326 Menschen vom Gesundheitsamt als infektiös eingestuft. Seit dem 11. Dezember gilt aufgrund der hohen Infektionszahlen eine Ausgangssperre im Main-Kinzig-Kreis.

Corona Main-Kinzig-Kreis: Neuinfektionen lassen Gesundheitsdezernentin mit Blick auf die Krankenhäuser warnen

In den Krankenhäusern in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern werden aktuell 172 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 stationär behandelt, darunter sind 144 Menschen aus dem Main-Kinzig-Kreis. Insgesamt 24 Patienten mit dem Coronavirus werden laut einer Mitteilung der Pressestelle intensivmedizinisch betreut. Die Situation sei auch dort mehr als angespannt, heißt es in der Mitteilung. Der Blick der Verantwortlichen richte sich mit Sorge auf die Altenheime.

„Unsere Krankenhäuser arbeiten nah am Limit und tun alles Mögliche, aber auch hier sind die Kapazitäten vor allem im Personal endlich. Insofern sind wir alle aufgefordert, das Gesundheitssystem nicht weiter zu belasten und die geltenden Regeln strikt einzuhalten“, sagt die Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler. (Lesen Sie hier: So viele Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz gab es im Main-Kinzig-Kreis)

Appell von Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler: „Krankenhäuser im Main-Kinzig-Kreis nicht weiter belasten“

Ein sehr deutliches Alarmsignal sei das Infektionsgeschehen im Bereich der Altenheime. Hier seien alle Kräfte gefordert in der Versorgung der Bewohner, dem Management des Ausbruches und der Verhinderung der Weiterverbreitung des Virus. Umso wichtiger sei gewesen, dass wieder sehr harte Regelungen getroffen worden seien – nicht nur im Blick auf die Pflegeheime. „Wir müssen verstehen, dass unser aller Verhalten sich mittelbar aber auch unmittelbar auf die Pflegesysteme und Gesundheitssysteme auswirken wird“, appelliert Simmler an die Bevölkerung.

„Die Situation in den Pflegeheimen spitzt sich von Minute zu Minute zu. Wir haben in zahlreichen Einrichtungen Covid-19 Infektionen und auch größere Ausbruchsgeschehen“ erklärt die Gesundheitsdezernentin. Es sei davon auszugehen, dass diese Entwicklung auch weitergehen wird, denn der Anteil der älteren Menschen unter den infizierten Personen ist überdurchschnittlich angestiegen. Wie Simmler dazu mitteilt, wird der Main-Kinzig-Kreis zu den bisherigen Maßnahmen und Unterstützungsleistungen auch noch für besondere Ausnahmesituationen eine „Task-Force“ einrichten.

Main-Kinzig-Kreis: Task-Force soll helfen, die Corona-Infektionen einzubremsen

„Gemeinsam mit den Betreibern, den Geschäftsführern und den Pflegedienstleitern der Einrichtungen werden wir in den kommenden Tagen unsere Anstrengungen noch fokussierter darauf ausrichten müssen, sehr früh ein Infektionsgeschehen zu erkennen und sehr deutlich zu reagieren“, erläutert sie. Wie die Gesundheitsdezernentin ergänzt, sei es aber die Prävention viel wichtiger. Deshalb lautet der dringende Appell, gerade in den bevorstehenden Weihnachtstagen mit allen notwendigen und vorgeschriebenen Maßnahmen sehr sorgfältig umzugehen.

Neben den sowieso schon eingesetzten Beratungsteams für Heime im Bezug auf Hygienebestimmungen, baut der Kreis derzeit eine eigene kleinere Truppe an mobilen Kräften auf, die in Extremsituationen vor Ort unterstützen könnten. „Das wird keinen allumfassenden dauerhaften Ersatz fachlicher Pflegekräfte ersetzen können, aber eine akute Hilfe oder Überbrückung könnten wir damit an der ein oder anderen Stelle leisten“, so Simmler weiter zur geplanten „Task-Force“. (akh)

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