Durch die Impfungen treten in den Alten- und Pflegeheimen weniger Corona-Infektionen auf.
+
Durch die Impfungen treten in den Alten- und Pflegeheimen weniger Corona-Infektionen auf. (Symbolfoto)

Inzidenz steigt

Main-Kinzig-Kreis beobachtet Corona-Entwicklung mit Sorge - Jüngere sind häufiger infiziert

  • Leon Schmitt
    vonLeon Schmitt
    schließen

Die aktuelle Corona-Entwicklung beobachtet der Main-Kinzig-Kreis mit Sorge. Die Zahl der Neuinfektionen steigt wieder. Nach Einschätzung des Landkreises liegt das vor allem daran, dass sich das Infektionsgeschehen auf die jüngeren, mobileren Generationen verschoben hat.

Main-Kinzig-Kreis - Das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises meldet am Montag 131 Corona-Neuinfektionen und einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Nach den Angaben des Landkreises überstieg die 7-Tage-Inzidenz erstmals seit Ende Januar wieder die 100er-Marke. Sie liege nun bei 105. Das Robert Koch-Institut meldete am Donnerstag hingegen eine Inzidenz von 95,8 im Main-Kinzig-Kreis.

In einer Pressemitteilung äußert der Landkreis Bedenken ob der aktuellen Corona-Entwicklung. „Der Trend bei den Neuinfektionen bereitet dem Main-Kinzig-Kreis schon seit Tagen Sorge“, wird Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler (SPD) in der Mitteilung zitiert. Das Infektionsgeschehen verschiebe sich langsam in die jüngere und mittlere Generation, die mobiler sei und beruflich, familiär und in der Freizeit durchschnittlich mehr Kontakte habe. „Dadurch kann sich das Virus eben auch leichter verbreiten. Darauf führen wir den Anstieg zu einem großen Teil zurück“, sagte Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler.

Corona: Main-Kinzig-Kreis in Sorge - Darum steigt die Inzidenz

„Bei etwa 25 bis 30 Prozent der Laborbefunde sind in den vergangenen 14 Tagen Virusvarianten – überwiegend die britische Variante – entdeckt worden. Bei den Fällen in Schulen und Kitas lag der Anteil mit rund 35 Prozent nur geringfügig darüber“, berichtet der Main-Kinzig-Kreis.

Laut dem Gesundheitsamt lasse sich kein räumlicher Schwerpunkt oder kein einzelnes Ereignis, das viele Ansteckungen lokal erklärt, feststellen. Der Anteil der Über-60-Jährigen bei den Neuinfektionen gehe seit Wochen zurück. Dafür seien einzelne Ausbrüche in Unternehmen zu verzeichnen - vereinzelt auch Infektionsketten in weiterführenden und Berufsschulen.

Corona im Main-Kinzig-Kreis: Mehr als die Hälfte infiziert sich im familiären Umfeld

„Wenn man sich genauer anschaut, wo die Infektionen stattfinden, dann bleibt das Bild nahezu unverändert. Mehr als die Hälfte der Infektionen findet im familiären Umfeld statt. An zweiter Stelle rangiert der Arbeitsplatz. Eine deutlich geringere Rolle spielen Ansteckungen in Alten- und Pflegeheimen, was auf die Impfaktion der vergangenen Wochen und Monate zurückzuführen ist“, teilt Gesundheitsdezernentin Simmler mit.

Dass Ausbrüche in Schulen und Kitas derzeit eher selten sind, führt die Gesundheitsdezernentin auf die „schnellen und weiträumigen Schutzmaßnahmen des Gesundheitsamts“ zurück. Gerade wenn eine Coronavirus-Variante nachgewiesen sei, gelte besondere Vorsicht, weil sich diese in deutlich kürzeren Zeitintervallen von einer Person auf eine andere übertrage. Dies sei nur durch häusliche Isolierung in größeren Radien effektiv zu stoppen.

Video: Corona-Impfung - Was tun, wenn der Impfpass verschwunden ist?

Bei den Schnelltests und Selbsttests beobachte Susanne Simmler eine höhere Sensibilität. Es brauche genau dieses Zu- und Mittun von Unternehmen, Apotheken, Drogerien und Ärzten. „Wir leisten als Kreis einen eigenen Beitrag mit den sechs Schnelltestzentren, die ihre Kapazitäten noch einmal hochgefahren haben, um möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern einen kostenlosen Schnelltest anzubieten“, so Simmler.

Die Geundheitsdezernentin weiter: „Wir haben für die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer vor dem kommenden Wochenende Testungen reserviert. Aus der Wirtschaft bekommen wir zurückgemeldet, dass Firmenleitungen für Testungen der Mitarbeiterschaft werben. In den Kommunen loten verschiedene Akteure aus, was sie vor Ort auf die Beine stellen können. All das trägt dazu bei, dass wir das Infektionsgeschehen in der Fläche noch besser in den Blick bekommen, dafür richte ich meinen herzlichen Dank aus.“

Das könnte Sie auch interessieren