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Das Unternehmen Woco hat einen Filter entwickelt, der Krankheitserreger aus der Luft entfernt und unschädlich macht. Die Filter sind vor allem für Räume interessant, die kein Stoßlüften zulassen.

Woco hat Prototyp entwickelt

Zum Schutz vor Coronaviren: Filter von Autozulieferer wird in Schulen im Main-Kinzig-Kreis getestet

  • Alexander Gies
    vonAlexander Gies
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Das Unternehmen Woco mit Hauptsitz in Bad Soden-Salmünster hat über drei Jahre hinweg einen Prototypen entwickelt, der auf Basis von Plasmatechnologie dazu in der Lage ist, kleinste Partikel aus der Luft zu filtern. Dazu gehören auch Viren wie das SarsCoV-2-Virus und andere Krankheitserreger.

Bad Soden-Salmünster - Das berichtet der Main-Kinzig-Kreis. Die Krankheitserreger werden aus der Luft entfernt und unschädlich gemacht. Der Automobilzulieferer hat bereits ähnliche Produkte für den Motorenbereich von Fahrzeugen entwickelt. Nun kooperiert das Unternehmen mit dem Main-Kinzig-Kreis. Der Prototyp „Wairify“, der im Woco-Labor in Bad Soden-Salmünster zur Luftreinigung in Räumen oder Fahrzeugen entwickelt worden ist, soll im Dezember an ausgewählten Schulen im Kreisgebiet getestet werden. Im Kampf gegen das Coronavirus hatte der Main-Kinzig-Kreis zuletzt Wechselunterricht ab Klasse 7 beschlossen.

Michael Dietzen, Leiter für Unternehmensplanung und Strategie bei Woco, erklärt die Besonderheit: Anders als Luftfilteranlagen arbeitet der Woco-Luftreiniger nicht mit Hepa-Filtern, die regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Er arbeitet stattdessen mit einem Niedrigenergie-Plasmafeld.

Corona im Main-Kinzig-Kreis: Filter von Autozulieferer wird an Schule getestet

Dort werden Viren und andere Partikel elektrisch aufgeladen und über einen mit Leitungswasser umspülten Kegel in einen Auffangbehälter transportiert. „Das Plasmafeld zerstört dabei die Zellstruktur der Viren und vernichtet diese. Das Wasser ist nach dem Abscheideprozess nachweislich virenfrei. Diese Technologie kommt ohne unhygienisches Filterwechseln aus und benötigt nur wenig Energie. All das macht diese Technologie zu einer kostengünstigen Lösung“, sagt Michael Dietzen. Die Anlagen seien denkbar für Klassenräume und andere öffentliche und private Räumlichkeiten, aber auch Fahrzeuge. Der Luftreiniger Wairify“ sei in der Lage, die Raumluft mit einem Durchsatz von bis zu 300 Kubikmetern pro Stunde umzuwälzen.

Von links: Die Amtsleiter Matthias Eckhardt und Bernd Löffert, Christina Kremser-Wolf, Sprecherin der Woco-Gesellschafter, Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann, Michael Dietzen (Woco), Referatsleiter Walter Dreßbach und Anton Wolf (Woco).

Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann (CDU) betont, der Luftfilter ersetze nicht die bewährten Regeln oder das Stoßlüften: „Die Luftfilteranlagen sind vor allem für solche Räume interessant, in denen die Fenster aus Sicherheitsgründen keine Stoßlüftung zulassen.“ Der Praxistest in Schulen soll mehrere Monate dauern. Im Labor des Hygieneinstituts Biotec aus Gütersloh habe der Prototyp bereits mit Erfolg abgeschnitten, erläuterte Michael Dietzen. (Lesen Sie hier: Mit dem Corona-Ticker für Hessen bleiben Sie auf dem Laufenden)

Luftfilter soll an Schulen im Kampf gegen Corona eingesetzt werden - Praxistest über mehrere Wochen

Die Testreihe soll unter anderem Aufschluss darüber geben, ob die Geräte leise genug arbeiten, um den Unterricht nicht zu stören, aber auch, ob die Geräte einen störenden Luftzug verursachen. Wie Dietzen erläuterte, können die Luftreiniger prinzipiell mit einer Reihe von Sensoren ausgestattet werden, die Informationen zum Beispiel zum Kohlendioxid-Gehalt der Luft liefern, um die Luftqualität zu beobachten. Die einzelnen Geräte können überdies in einem digitalen Geräteverbund untereinander kommunizieren. „Das kann hilfreich sein, wenn es um die Themen Lüften und Personenanzahl in den Räumen geht“, so Dietzen.

Dr. Anton Wolf, Leiter Forschung und Entwicklung, begrüßt die Kooperation: „Unser Ziel ist, die Hygienestandards in Schulen, Kindertagesstätten und Unternehmen durch die neuen Luftreinigungsanlagen größtmöglich zu erhöhen, damit sich die Menschen in ihrem Alltag wieder ein Stück weit sicherer fühlen können.“ Das Woco-Labor arbeite bereits an einer Lösung für Linien- und Kleinbusse oder für Rettungsfahrzeuge, die im Lauf des Jahres 2021 vorgestellt werden soll.

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