Der Main-Kinzig-Kreis hat sein Schnelltest-Angebot stark ausgeweitet. (Symbolbild)
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Der Main-Kinzig-Kreis hat sein Schnelltest-Angebot ausgeweitet. (Symbolbild)

Mehr Schnelltests

Corona-Neuinfektionen nehmen wieder zu: Main-Kinzig-Kreis reagiert auf Ausbreitung der Virus-Mutationen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Main-Kinzig-Kreis nimmt wieder zu. Der Landkreis reagiert mit einer Ausweitung des Schnelltest-Angebots auf die Ausbreitung der Virus-Mutationen.

Main-Kinzig-Kreis - Das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises hat in der zurückliegenden Kalenderwoche 393 Corona-Neuinfektionen registriert, in der Woche davor waren es 316. Dieses Plus von 77 Neuinfektionen wird vom Gesundheitsamt hauptsächlich auf Ausbrüche in einem Pflegeheim und einer Rehaklinik zurückgeführt, jedoch gebe es auch vermehrt Ausbrüche im Familien- und Freundeskreis. „Die Ermittlungen der einzelnen Infektionsketten läuft und ist noch nicht abgeschlossen. Auch deutschlandweit nimmt die Zahl der Neuinfektionen wieder zu“, heißt es in einer Mitteilung des Main-Kinzig-Kreises.

Corona-Neuinfektionen nehmen wieder zu - Main-Kinzig-Kreis reagiert

„Wir betrachten diese Entwicklung mit einiger Sorge und haben auch deshalb das Schnelltest-Angebot des Main-Kinzig-Kreises mit dem Start des Wechselbetriebs in Schulen stark ausgeweitet“, erläutert Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler (SPD). Seit Montag (22.2.) haben die Corona-Schnelltestzentren in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern verlängerte Öffnungszeiten und stehen nun neben Besucherinnen und Besuchern von Alten- und Pflegeeinrichtungen auch dem gesamten Personal von Schulen und Kindertagesstätten bis hin zu Kindertagespflegepersonen offen. Zum 1. März werden außerdem drei weitere Schnelltestzentren eingerichtet, um eine engmaschige Schnelltestung zu ermöglichen.

„Wir reagieren damit auch auf das vermehrte Auftreten von Virus-Mutationen im Main-Kinzig-Kreis, die auch aus unserer Beobachtung heraus ansteckender sind als andere Virusvarianten“, so Susanne Simmler. Das könne dazu führen, dass das Coronavirus deutlich schneller übertragen werde, als es bislang in vergleichbaren Situationen beobachtet worden sei. Die Ermittlung, um welche Virusvariante es sich genau handelt, sei nur durch eine zeitintensive Gensequenzierung möglich. „Um insbesondere die Verbreitung der ansteckenderen Virusvarianten einzudämmen, müssen wir jedoch schnell reagieren. Deshalb haben wir die Test-Quarantänestrategie angepasst, mit dem Ziel: Testen, testen, testen, um mehr Fälle zu erkennen und die Dunkelfelder auszuleuchten“, erläutert die Gesundheitsdezernentin.

Main-Kinzig-Kreis: Gesundheitsamt-Leiter warnt vor britischer Corona-Mutation

Das Team „Schule“ des Gesundheitsamtes im Main-Kinzig-Kreis prüft nach wie vor alle Corona-Einzelfälle und jedes Ausbruchsgeschehen und arbeitet mit Schulen und Kitas zusammen, um das weitere Vorgehen festzulegen. „Basierend auf unseren bisherigen Erfahrungswerten deutet alles auf eine höhere Infektiösität der britischen Virusvariante hin. In diesem Zusammenhang sind nach wie vor einige Fragen, zum Beispiel nach dem Schutzniveau von medizinischen Masken, unklar. Dies haben wir zum Anlass genommen, unsere bisherige Test- und Quarantänestrategie in Schulen und Kitas im Main-Kinzig-Kreis weiter anzupassen, um so in den kommenden Wochen den Schul- und Kitabesuch so sicher wie möglich zu gestalten“, erläutert Dr. Siegfried Giernat, Leiter des Gesundheitsamtes.

„Unser zukünftiges Vorgehen sieht bei einem positiven Corona-Test in der Schule oder Kita vor, dass der Indexfall auf die Mutation untersucht wird und der gesamten Klassengemeinschaft beziehungsweise Kita ein PCR-Test angeboten wird. Wer als Kontaktperson der Kategorie 1 identifiziert wird, muss sich in jedem Fall für zwei Wochen in Absonderung begeben ab dem letzten Kontakttag. Kontaktpersonen der Kategorie 2 dürfen erst wieder in die Schule oder Kita, wenn keine Mutation vorliegt. Im Normalfall liegen diese Testergebnisse nach zwei bis drei Tagen vor“, erklärt Dr. Giernat.

Video: Spahn warnt: Anteil britischer Corona-Mutation mehr als 20 Prozent

Wenn eine Corona-Mutation nachgewiesen wurde, wird für die Klassengemeinschaft beziehungsweise Kitagruppe und die betroffenen Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher eine zweiwöchige Absonderung - beginnend vom letzten Kontakttag - ausgesprochen. „Diese schließt alle im Haushalt lebende Angehörige mit ein. Gegebenenfalls wird zum Ende der Absonderung nochmals ein Abstrich angeboten“, erläutert Dr. Siegfried Giernat. (lio)

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