Ab Montag dürfen im Main-Kinzig-Kreis nur Genesene, Geimpfte und Getestete die Innen- und Außengastronomie betreten. (Symbolfoto)
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Ab Montag dürfen im Main-Kinzig-Kreis nur Genesene, Geimpfte und Getestete die Innen- und Außengastronomie betreten. (Symbolfoto)

Kontaktnachverfolgung stockt

Strengere Corona-Regeln im Main-Kinzig-Kreis ab Montag - Inzidenz von 200 bei unter 30-Jährigen

Im Main-Kinzig-Kreis gelten ab kommenden Montag, 0 Uhr, verschärfte Kontaktregeln. Grund ist die Inzidenz, die deutlich über 100 liegt.

Main-Kinzig - Der Main-Kinzig-Kreis meldet am Donnerstag, 2. September, einen Sieben-Tages-Inzidenzwert von 115 (Vortag: 102). Der für eine Verschärfung maßgebliche Wert des Robert-Koch-Instituts beträgt 111. Deshalb tritt gemäß Landesvorgabe am Montag eine neue Allgemeinverfügung in Kraft. Der Inzidenzwert bei unter 30-Jährigen bewegt sich im Landkreis aktuell um 200. Dabei lag der Anteil jener, die ihre Infektion plausibel auf einen Auslandsaufenthalt zurückführen konnten, bei gut einem Drittel.

Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD) und der Jugend- und Schuldezernent Winfried Ottmann (CDU) zeigen sich „leider negativ überrascht“ angesichts der Zahl von über 120 laborbestätigten Fällen bei Kindern und Jugendlichen seit Montag. Da bei dieser Gruppe die Infektion oft ohne groß erkennbare Krankheitssymptome ablaufe, bleibe sie längere Zeit unentdeckt. Auch die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt werden, sei von 6 in der Vorwoche auf 17 gestiegen. Sechs davon benötigen eine intensivmedizinische Versorgung. Weit überwiegend seien es ungeimpfte Personen, die wegen Covid-19 in Krankenhäusern betreut werden müssen.

Corona im Main-Kinzig-Kreis: Strengere Regeln ab Montag

Zusammen mit Hanaus OB Claus Kaminsky (SPD) appellieren die beiden Kreisbeigeordneten eindringlich, von einem der zahlreichen Impfangebote Gebrauch zu machen. Es sei medizinisch absolut sinnvoll und zudem einfach und unkompliziert.

Die Nachverfolgung der Kontaktpersonen bedeutet für die Verwaltung einen neuerlichen Kraftakt. „Man muss sich vergegenwärtigen, dass die Kolleginnen und Kollegen bisher schon weit über 300 Fälle pro Woche bearbeitet haben, also die jeweiligen Betroffenen kontaktieren und aufklären, mit ihren Kontaktpersonen sprechen und an die zweitausend Telefonate führen. Und nun sind das womöglich 400 oder 500 Fälle pro Woche. Das geht nur mit kräftiger Verstärkung, die wir aus der Verwaltung und durch externe Kräfte bereits herangezogen haben“, verdeutlicht Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler.

Die neuen, alten Regeln

Ab Montag, 6. September, gelten diese Regeln im Main-Kinzig-Kreis:

• Bei Veranstaltungen sind maximal 100 Personen in geschlossenen Räumen und 200 Personen im Freien erlaubt. Genesene oder vollständig geimpfte Personen zählen nicht mit.

• Ausschließlich Genesene, Geimpfte und Getestete dürfen in Innenräumen und im Freien folgende Bereiche betreten: Gastronomie, Veranstaltungen (Treffen, Fachmessen, Kultur, Galerien, Theater, Museen), an denen mehr als 25 Personen teilnehmen, und Sportstätten (Fitnessstudios, Hallenbäder, Saunen, Sporthallen – gilt nicht für Spitzen- und Profisport). Das gilt auch für körpernahe Dienstleistungen, für Spielhallen, Wettbüros und ähnliches, für Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie für jene der Behindertenhilfe.

• In Hotels und auf Campingplätzen mit Gemeinschaftseinrichtungen muss ein negativer Corona-Test bei der Anreise sowie bei längerem Aufenthalt zweimal pro Woche vorgelegt werden. Genesene oder vollständig geimpfte Personen sind von der Testpflicht befreit.

• Medizinische Masken müssen überall in Innenbereichen aller öffentlich zugänglichen Gebäude, bei Großveranstaltungen in Gedrängesituationen und in Warteschlangen getragen werden. Dies gilt auch im Einzelhandel. Für den Besuch von Geschäften außerhalb der Grundversorgung wird ein negativer Testnachweis empfohlen.

Auch der Landkreis Fulda hat auf die steigenden Fallzahlen reagiert. Ab Montag werden dort ebenfalls die Corona-Regeln verschärft.

Es könne dennoch an Tagen mit besonders vielen Fallmeldungen auf einmal, wie beispielsweise diesen Dienstag mit 137 übermittelten Positivbefunden aus den Laboren, zu Verzögerungen kommen, bis ein positiv Getesteter einen Anruf erhält. „Wichtig ist: Handeln Sie eigenverantwortlich und intuitiv rücksichtsvoll“, so der gemeinsame Aufruf. Die Kreisspitze rät eindrücklich zur Nutzung der App Daicy. (ag)

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