Überschaubar ist die Nachfrage nun auch beim Testcenter der Lotichius-Apotheke in Schlüchtern.
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Überschaubar ist die Nachfrage nun auch beim Testcenter der Lotichius-Apotheke in Schlüchtern.

Umfrage in den Apotheken

Corona-Tests im Kinzigtal - Deutlicher Rückgang an Testwilligen

  • Hanns-Georg Szczepanek
    VonHanns-Georg Szczepanek
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Mit dem Beginn der Kostenpflicht von Schnelltests am Montag haben die Corona-Testzentren in Bergwinkel und Blauem Eck einen deutlichen Rückgang bei der Nachfrage verzeichnet. Entsprechend hat sich der Anteil an Kindern und Jugendlichen erhöht, weil diese sich noch immer gratis testen lassen können.  

Main-Kinzig-Kreis - Monika Volz, Leiterin der Schlüchterner Geschäftsstelle (Main-Kinzig-Kreis) des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), spricht mit Blick auf die Auslastung des DRK-Testzentrums in der Breitenbacher Straße von „freien Kapazitäten“. Es sei aber noch schwer zu sagen, wie sich die Nachfrage entwickele. Vor allem. Allerdings sei die Zahl derer, die sich testen lasten, insgesamt rückläufig. Im DRK-Testzentrum kostet ein PCR-Test derzeit 89 Euro. Den Preis für einen Schnelltest habe man von 20 auf 18 Euro reduziert und sich damit dem der Lotichius-Apotheke angepasst, erklärt Volz.

Deren Inhaberin Meike Rindt bestätigt auf Anfrage einen „deutlichen Rückgang“ an erwachsenen Testwilligen. Zahlenmäßig kaum ins Gewicht fielen jene Erwachsene, die weiterhin den kostenlosen Bürgertest machen können. Zu diesen gehören zum Beispiel Schwangere oder Menschen, die eine vom Gesundheitsamt auferlegte „häusliche Absonderung“ (Quarantäne) wegen einer möglichen Covid-Infektion nach Fristablauf offiziell beenden wollen. (Lesen Sie hier: Abschied vom unkomplizierten Bürger-Test - Das gilt jetzt)

Corona im Main-Kinzig-Kreis: Deutlicher Rückgang an Testwilligen

Die häufigste Kundschaft für Corona-Tests sind laut Apothekerin Rindt derzeit Kinder und Jugendliche, die bis zum Jahresende gratis getestet werden können, wenn sie noch nicht 18 Jahre alt sind. Denn während der Schulferien gibt es natürlich keine regelmäßigen Tests in den Schulen. Hierfür haben alle Schülerinnen und Schüler vom Land Hessen einen Corona-Testpass erhalten, der in der Regel als aktueller Nachweis gültig ist. Meike Rindt will ihr Testangebot in Schlüchterns Lotichiusstraße trotz Nachfrage-Minus bis auf Weiteres aufrecht erhalten.

Einen gravierenden Rückgang bemerkt auch Apotheker Philipp Merz aus Steinau. In der Brüder-Grimm-Apotheke werde er allerdings zumindest im Oktober an seinem Angebot, einen Schnelltest für 18 Euro zu machen, festhalten. „Dann stellen wir es wieder auf den Prüfstand“, sagt der ehemalige Katharinenmarktmeister. A propos Katharinenmarkt: Speziell für die Steinauer bietet Merz am Samstag, 16. Oktober, von 9 bis 16 Uhr kostenfreie Tests für den Besuch des Katharinenmarkts an. „Wir wollen ja, dass alle sicher feiern können“, sagt Merz.

Katharinenmarkt: Brüder-Grimm-Apotheke bietet kostenlose Tests an

Ralf Brauer, Inhaber der Löwen-Apotheke in Sterbfritz, bietet seit einigen Wochen nur noch Testmöglichkeiten jeweils montags, mittwochs und freitags an. „Wir haben allerdings die Zeit von 9 bis 10 auf 11 Uhr erweitert, weil es doppelt so viel Zeit kostet, zu kontrollieren, ob jemand von den Kosten befreit ist oder nicht“, berichtet er. Kunden zahlen bei ihm aktuell 15 Euro pro Test. Wenn der Bedarf weiter abnehme, werde er die Tests einstellen. Ohnehin sei die Nachfrage in Sterbfritz sehr gering: „Wir haben vielleicht zehn Tests pro Tag.“ Mit steigenden Infektionszahlen könne diese aber wieder steigen. (Passend zum Thema: Mit unserem Corona-News-Ticker für den Main-Kinzig-Kreis bleiben Sie immer auf dem Laufenden)

Das Corona-Schnelltestzentrum an der Spessart-Therme in Bad Soden hat vor der Kostenpflicht der Tests in den täglich elf Stunden Öffnungszeit etwa 200 Personen pro Tag verzeichnet. Seit Montag seien es bisher täglich nur noch rund 50; vor allem Kinder und Jugendliche. Betreiberin ist Firma Kineo Medical aus Düsseldorf. Der Schnelltest kostet dort 16,90 Euro. Ob oder wie lange die Einrichtung weiterbetrieben wird, wusste vom Personal vor Ort niemand zu sagen.

Umfrage unter den Apothekern - So lange bleibt das Test-Angebot noch bestehen

Ein ähnliches Lagebild zeichnet Filialleiterin Annika Reschke von der Easy-Apotheke Am Palmusacker in Salmünster, wobei die Öffnungszeiten dort schon reduziert worden sind. Bis Ende Oktober bleibe das jetzige Angebot bestehen, versichert sie. Was sich danach ändere, stehe zurzeit noch nicht fest. Der Test kostet dort 19 Euro.

In Freiensteinau hat Apotheker Detlef Krau schon seit Wochen eine insgesamt nachlassende Nachfrage festgestellt. Im September seien in seiner Apotheke 77 Tests vorgenommen worden – bei einer Kapazität von mehr als 250. Seitdem die Schnelltests von den meisten Kunden bezahlt werden müssen, sei erst ein Interessent da gewesen. Krau: „Viele Leute sind schon geimpft. Ob Impfgegner kommen, wenn sie etwas vorhaben, kann ich nicht sagen. Bisher sind sie gekommen, weil die Tests umsonst waren.“ Alle Erwachsenen – von festgelegten Ausnahmen abgesehen – zahlen bei Krau 20 Euro.

An der Oberwaldschule Grebenhain betreibt der DRK-Kreisverband Lauterbach ein Schnelltestzentrum, das mit ehrenamtlichen Kräften aus Grebenhain und Freiensteinau/Nieder-Moos besetzt ist. Bereitschaftsleiterin Jutta Stern sagte: „Für heute habe ich nur sechs Anmeldungen. Da mache ich die Tests allein.“ Voraussichtlich zum Monatsende werde das DRK im Vogelsberg über den Fortbestand des Testzentrums entscheiden. Die Tests kosten in Grebenhain 12 Euro.

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