Ein autonomer Bus an einer Haltestelle in Nordrhein-Westfalen.
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So könnte der selbstfahrende Bus aussehen - hier ein Beispiel aus Nordrhein-Westfalen.

Bad Soden-Salmünster

Corona bremst Pilotprojekt: Selbstfahrbus startet wohl später

Der Start des Pilotprojekts eines autonom fahrenden Kleinbusses, der mehrere Stationen im Kurgebiet ansteuern soll, ist zwar für den Herbst vorgesehen gewesen, allerdings wird es wohl nicht der Frühherbst sein. 

Bad Soden-Salmüsnter - In einer Presseerklärung der Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig (KVG), die sich in erster Linie mit dem künftigen Leitbild Mobilität beschäftigt, ist unter anderem von „Projektskizzen zu autonomem Fahren im Ostkreis“ sowie barrierefrei gestalteten Halte- und Umsteigepunkten die Rede. Auf Nachfrage war von der KVG-Pressesprecherin in Hanau zu erfahren, dass mit den „Projektskizzen“ der Selbstfahrbus durch das Kurgebiet Bad Soden-Salmünsters gemeint sei. Weitere Details würden allerdings erst Ende Oktober/Anfang November veröffentlicht, hieß es.

Selbstfahrbus in Bad Soden-Salmünster: Streckenverlauf bereits gebilligt

Bürgermeister Dominik Brasch (parteilos) erläuterte dazu auf Anfrage, dass die vorbereitenden Arbeiten nach einer kurzen coronabedingten Verzögerung nach wie vor „voll im Plan“ lägen. Die Verzögerungen sei der zeitweise fehlenden Möglichkeit zur Wahrnehmung von Vor-Ort-Terminen geschuldet gewesen. Dies habe zum Beispiel für Vertreter des Fahrzeugherstellers aus Frankreich gegolten. Auch Dienstreisen in das Nachbarland waren für längere Zeit nicht möglich.

Womöglich werden noch in dieser Woche neue Einzelheiten zu dem Vorhaben bekanntgegeben.

Der Streckenverlauf sei vom Tüv Hessen bereits gebilligt worden, ließ Rathauschef Brasch die Mandatsträger der Kurstadt im Frühsommer wissen. Vor einem Jahr waren die Pläne für das Selbstfahrbus-Pilotprojekt erstmals vorgestellt worden. Als Standort für den Kleinbus ist das Areal zwischen der neuen Schwimmhalle an der Therme und dem angrenzenden Parkplatz vorgesehen. Der Streckenplan sieht neun Haltepunkte vor. Projektträger ist der Rhein-Main-Verkehrsverbund mit seiner Tochterfirma RMS in Kooperation mit Partnerunternehmen. Erfolgreich umgesetzt wurde das Projekt in Mainz und in Bad Birnbach.

Fahrzeug nutzt verschiedene technische Hilfsmittel

Bei dem autonom fahrenden Bus gibt es keinen regulären Fahrer, sondern das Fahrzeug bewegt sich unter Einsatz verschiedener technischer Hilfsmittel und Warnsysteme selbsttätig fort. In abgegrenzten Verkehrsräumen ist dies sogar ohne eine Aufsicht zulässig, im öffentlichen Verkehrsraum wie dem Kurviertel mit einer Begleitperson, einem sogenannten Operator, der nötigenfalls ins Verkehrsgeschehen eingreifen kann.

Wenn die Kreiswerke Main-Kinzig einen solchen Operator gefunden haben, müsse das Fahrzeug auf der Strecke „angelernt“ werden, damit es danach allein fahren kann. Die Stadtverwaltung sorgt für eine Unterstellmöglichkeit, die Kreiswerke für die Stromversorgung des Elektro-Kleinbusses. Dieser kann bis zu acht Fahrgäste transportieren, selbst Rollstuhlfahrer. (hgs)

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