Im Schwimmerbecken gab es in der Badesaison 2020 meist ebenso viel Platz wie auf diesem Bild von 2019, allerdings wurde natürlich am Beckenrand und auf den Liegewiesen coronabedingt auf mehr Abstand geachtet.
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Im Schwimmerbecken gab es in der Badesaison 2020 meist ebenso viel Platz wie auf diesem Bild von 2019, allerdings wurde natürlich am Beckenrand und auf den Liegewiesen coronabedingt auf mehr Abstand geachtet.

Öffnung erst im Juli

Nach kurzer „Corona-Saison“: Kommunen im Bergwinkel ziehen Bilanz zur Öffnung der Freibäder

Durch die Einschränkungen während und nach dem Corona-Lockdown im Frühjahr konnte die Badesaison im Bergwinkel erst zum Juli beginnen. Doch die Kommunalverwaltungen von Sinntal bis Salmünster ziehen eine positive Bilanz der verkürzten Saison 2020.

Main-Kinzig-Kreis - Mehr als zufrieden zeigt sich Wolfgang Schröder, Leiter Bäderbetrieb der Stadt Schlüchtern, über die Freibadsaison, die durch Corona anfangs „am seidenen Faden“ hing. Doch die Entscheidung, die Freibäder zu öffnen, sei in Schlüchtern „absolut richtig“ gewesen. Bis zum Beginn dieser Woche wurden im Freibad Schlüchtern insgesamt 18 703 Gäste gezählt – etwa die Hälfte einer „normalen“ Freibadsaison. Hygienekonzept, Einbahnstraßen-Leitsystem und Besucherbeschränkung hätten sich bewährt, sagt Schröder.

Und: „Ich bin sowohl mit dem Verhalten der Gäste wie auch mit der Auslastung sehr zufrieden.“ Denn die maximal zulässige Zahl von 504 Badegästen zeitgleich wurde nicht erreicht, „es musste niemand nach Hause geschickt werden“. Dennoch sei das Freibad „nie wirklich leer“: am Sonntag, 6. September, waren zum Beispiel 360 Besucher im Bad, eine Woche später 319. „Das sind gute Zahlen“, berichtet Schröder, der das Einzugsgebiet des Schwimmbads auf inzwischen 80 Kilometer einschätzt. „Das sieht man an den Autokennzeichen. Selbst aus Rüdesheim kommen Gäste“, erzählt der Bäder-Chef. Das Freibad in Schlüchtern soll noch bis zum 30. September geöffnet bleiben.

Nach „Corona-Saison“: Öffnung der Freibäder in Schlüchtern „absolut richtig“

Die beiden Freibäder in Sinntal sind seit dem 4. Juli mit verkürzten Besuchszeiten geöffnet. Der Badebetrieb orientierte sich am Hygienekonzept der Gemeinde. Auch die Anzahl der Badegäste, die gleichzeitig in den Becken sein konnten, orientierte sich an der Wasserfläche des Bades. Die Gäste hätten sich im Großen und Ganzen rücksichts- und verständnisvoll bei der Umsetzung der Hygiene- und Abstandsregeln gezeigt, „der Badebetrieb funktionierte ohne Vorkommnisse“, konstatiert Sinntals Hauptamtsleiter Eckart Michna auf Anfrage.

Im Jahr 2019 seien 134 Familien-Jahreskarten verkauft worden, in der verkürzten Saison 2020 lediglich 35. Insgesamt wurden im Waldschwimmbad Sterbfritz und dem Naturbad in Altengronau in diesem Jahr 7431 und 4921 Badegäste gezählt. Die Einnahmen liegen in den beiden Einrichtungen schätzungsweise bei 12 000 und bei 8000 Euro. Im Vorjahr wurden laut Michna aus den Eintrittsgeldern Einnahmen in Höhe von rund 22 000 und 17 000 Euro erzielt. Abgesehen von der finanziellen Betrachtung könne die Öffnung der beiden Bäder positiv beurteilt werden. Insgesamt sei die Gemeindeverwaltung „froh, dass wir den Bürgern in Corona-Zeiten einen Schwimmbadbesuch ermöglichen konnten“.

Steinaus Schwimmmeister zieht positive Bilanz der „Corona-Saison“

Steinaus Schwimmmeister Frank Schittrigkeit zieht ebenfalls eine positive Bilanz: „Die Saison ist gut gelaufen. Wir hatten einen hohen Zuspruch, weil wir durchgehend geöffnet hatten“, sagt er. Das habe es den Besuchern einfacher gemacht. „Viele haben den ganzen Tag bei uns verbracht und waren froh, dass sie nicht nach einigen Stunden schon wieder raus mussten.

Durch den Verkauf von Tageskarten und Zugangskontrolle wussten unsere Kassenbediensteten immer genau, wie viele Gäste gerade auf dem Gelände unterwegs sind“, weiß der Schwimmmeister. Bei 800 Besuchern sei Einlass-Schluss gewesen, diese Grenze habe man aber nur an einem oder maximal zwei Wochenenden erreicht. Die Gäste seien dabei sehr verständnisvoll gewesen, unterstreicht der Schwimmmeister. Viele seien von weither nach Steinau gefahren, sogar aus Frankfurt.

Badesaison in Steinau trotz Corona-Pandemie gut verlaufen

Trotz Corona und verkürzter Öffnungszeit sei die Badesaison relativ gut gelaufen, ergänzt Schittrigkeit. Seit der Öffnung am 15. Juli hätten mehr als 24 000 Besucher das Steinauer Freibad besucht. Zum Vergleich: In der Badesaison 2019 waren es rund 43 000 Besucher. „Da hatten wir aber schon seit Mai geöffnet“, sagt er. Und: „Wir hatten natürlich auch das Glück, das seit der Öffnung im Juli das Wetter eigentlich durchgängig gut war.“ Man sei bemüht gewesen, Normalität in das „Corona-Chaos“ zu bringen.

„Und das haben wir geschafft, denke ich. Gerade für Familien mit Kindern ist das Freibad im Sommer ein wichtiger Anlaufpunkt“, so der Schwimmmeister. Man habe versucht, die Maßnahmen und Regeln sinnvoll umzusetzen. Deshalb seien Rutsche und Sprungturm auch geöffnet geblieben. „Hier hatten wir tatkräftige Unterstützung durch den Förderverein“, lobt Schittrigkeit. Mitglieder hätten an den Treppen zum Sprungturm und an der Rutsche als Aufsicht unterstützt und darauf geachtet, dass Kinder und Jugendlichen die Abstände einhalten.

„Wir mussten natürlich auch Opfer bringen, so waren die Warmduschen abgestellt. Die Besucher haben es aber ganz locker genommen. Wir hatten natürlich einen erhöhten Reinigungs- und Desinfektionsbedarf, haben das mit einer zusätzlichen Kraft aber gut abfangen können.“ Umkleiden und Toiletten waren in Steinau gesplittet worden, um den Reinigungsaufwand zu reduzieren. „Wir haben vormittags einen Teil gesperrt, sodass das Reinigungspersonal nur die Hälfte reinigen musste.“

Trotz Corona-Pandemie: Mehr Tageskarten im Quellschwimmbad Mernes verkauft als 2019

Im Quellschwimmbad in Mernes, das erst Mitte Juli öffnen konnte, wurden laut Stadtverwaltung 672 Tageskarten für Kinder und 1369 Tageskarten für Erwachsene verkauft. Trotz der besonderen Umstände spricht Hauptamtsleiter Dominic Imhof auf Anfrage von einer guten Saison, denn in der kürzeren Badesaison seien mehr Tageskarten verkauft worden als 2019 ohne Corona.

Im Vorjahr waren es 640 Tageskarten (Kinder) und 1110 Tageskarten (Erwachsene). Da im Gegenzug aber keine Dauerkarten verkauft worden seien, könne man als Fazit „von einer gleichen Besucherzahl wie 2019 reden“. Im Jahr 2019 waren zusätzlich neun Elferkarten (Erwachsene), eine Saisonkarte für Kinder, 10 Saisonkarten für Erwachsene und 24 Familienkarten verkauft worden.

Die Spessart-Therme in Bad Soden bot für ihr Wellen-Außenbecken in der Corona-Badesaison gesonderte Tarife an, weil das örtliche Freibad geschlossen blieb. Allerdings hat die Geschäftsleitung des Kurbetriebs diese Woche noch keine Zahlen liefern können. (tim, sim, hgs)

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