Ende März starteten in Schlüchtern die Lieferungen an bedürftige Personen. Ausgefahren wurden die Lebensmittel von Mitarbeitern der Stadtverwaltung.
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Ende März starteten in Schlüchtern die Lieferungen an bedürftige Personen. Ausgefahren wurden die Lebensmittel von Mitarbeitern der Stadtverwaltung.

Hilfsangebote für Senioren

Ein Zeichen der Solidarität in der Corona-Krise: Bei Bedarf rollt die Einkaufshilfe wieder an

Zu Zeiten der ersten Corona-Welle im Frühjahr waren sie ein Zeichen der Fürsorge und Solidarität: Die Einkaufsdienste für Menschen, die ihr Haus nicht verlassen wollten oder konnten. Jetzt sind diese Hilfsangebote ein wenig aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Doch die „gute Tat“ kann schnell wieder aufleben.

Region - Das ergab eine Umfrage unserer Zeitung bei Bürgermeistern im Bergwinkel. Im Frühjahr sprossen die Angebote fast wie Pilze aus dem Boden: Kommunen, Parteien und andere Gruppierungen erklärten sich bereit, Lebensmittel und andere wichtige Dinge des täglichen Bedarfs für Senioren oder andere Risikogruppen einzukaufen und kontaktlos zu Hause zu übergeben. Da die Kampagne der Fuldaer Foaset in diesem Jahr ausfällt, bieten auch die Bundes- und Randstaaten einen Einkaufsservice an.

Schon damals deutete sich an: Der Service wird weniger genutzt als dies anfangs zu vermuten war. Steinaus Interimsbürgermeister Arnold Lifka erklärt beispielsweise:„Damals ist mir berichtet worden, dass es oft noch mit der Nachbarschaftshilfe in unseren Stadtteilen geklappt hat.“

Lebensmittel für Senioren und Risikogruppen

In Schlüchtern hatte im Frühjahr die Stadtverwaltung ein Helfernetzwerk zur Versorgung von älteren Bürgern ins Leben gerufen. Hilfsbedürftigen Personen wurde über die Verwaltung ein Einkaufshelfer zugeteilt. „Dieses Angebot besteht seit Beginn der Corona-Pandemie“, betont Bürgermeister Matthias Möller. Das heißt, der Service kann nach wie vor in Anspruch genommen werden. Hilfsbedürftige können sich jederzeit melden und bekommen kontaktlos ihre bestellten Produkte vor die Haustür geliefert. Gezahlt wird per Rechnung. „Die Nachfrage ist im Moment allerdings nicht so groß“, räumt Möller ein. Allerdings: „Wir sind jederzeit in der Lage, dieses für unsere Bürgerinnen und Bürger bereitgestellte System unter städtischer Betreuung wieder hochzufahren.“

Für Sinntal weist Bürgermeister Carsten Ullrich darauf hin, dass seit März die evangelischen Kirchen mit der Aktion „Dich schickt der Himmel“ den Service übernommen hat. „Darüber hinaus ist das Corona-Bürgertelefon der Gemeinde auch weiterhin für Hilfesuchende geschaltet“, sendet Ullrich ein Signal.

Evangelische Kirchengemeinde Steinau bietet Hilfe beim Einkaufen an

In Bad Soden-Salmünster hatten die Mitarbeiter der Spessart-Therme und der Kur und Freizeit GmbH eine Nachbarschaftshilfe inklusive Bürgertelefon aufgebaut. Dreh- und Angelpunkt war ein Aufkleber, der – an der Haustür angebracht – Helfer informierte. Mit den Lockerungen im Frühsommer sei das Hilfsangebot eingestellt worden, so Bürgermeister Dominik Brasch; und aufgrund fehlender Nachfrage bislang nicht mehr aktiviert worden. Es habe sich herausgestellt, dass Hilfesuchende „in aller Regel direkte Unterstützung durch Verwandte, Freunde und Nachbarn“ erhalten. Sollte der Bedarf neu erkannt werden, sagt Brasch, dann „könnte eine zentrale Anlaufstelle für Hilfesuchende und auch Hilfeleistende wieder aufgenommen werden“.

In Steinau hatte im Frühjahr beispielsweise die evangelische Kirchengemeinde einen Einkaufsservice angeboten. Allerdings, so berichtet Pfarrer Wilhelm Laakmann jetzt, „wurde dieser bisher nur einmal in Anspruch genommen“. Er führe dies darauf zurück, dass in Steinau „nicht nur der Familienzusammenhalt da ist, sondern auch die Nachbarschaftshilfe gut funktioniert“. Beides sei ihm mehrfach bestätigt worden. Aber man weiß ja nie: Wer Hilfe beim Einkaufen benötigt, der kann sich in Steinau wenden an Pfarrer Laakmann, Telefon (0 66 63) 289, oder per Mail an: pfarramt1.steinau@ ekkw.de. (ag)

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