Die Einbahnstraßen-Regelung in der Wassergasse und deren Auswirkungen beschäftigt den Ortsbeirat Schlüchtern-Innenstadt auch weiterhin.
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Die Einbahnstraßen-Regelung in der Wassergasse und deren Auswirkungen beschäftigt den Ortsbeirat Schlüchtern-Innenstadt auch weiterhin.

Jüngste Sitzung

Schlüchtern: Corona, Ratten und Einbahnstraße beschäftigen Ortsbeirat

Die Einbahnstraßen-Regelung in der Wassergasse, die Rattenplage am Rande der Innenstadt und die Lage der Gewerbetreibenden in Corona-Zeiten beschäftigten den Ortsbeirat Innenstadt in einer Sitzung. 

Schlüchtern - Nachdem in der vorausgegangenen Sitzung Geschäftsleute zu Wort gekommen waren, die über teils massive Umsatzrückgänge geklagt hatten, verlas Ortsvorsteher Rainer Grammann diesmal einen Brief von zwei Anwohnern zur Einbahnstraßen-Regelung in der Wassergasse.

Diese halten ein Aufheben für den falschen Weg, da sich Verkehr und Lärmbelastung merklich reduziert hätten, sich die Aufenthaltsqualität auf dem Stadtplatz verbessert habe und die Autos insgesamt langsamer fahren würden. Grammann betonte, dass man für beide Seiten Verständnis haben und abwägen müsse, letztlich entscheide jedoch der Bürgermeister. Er appellierte im Hinblick auf die anstehende Neugestaltung des Stadtplatzes, sich vorher Gedanken zu machen, wie man allen möglichst gerecht werden könne.

Schlüchtern: Rattenplage und Einbahnstraße beschäftigen Ortsbeirat

Auch mit der Rattenplage am Hopfenacker/Bergwinkelweg im Zuge von Kanalbauarbeiten im Neubaugebiet am Brunkenberg hat sich der Ortsvorsteher befasst und etliche Gespräche geführt. Er bezeichnete die Angelegenheit als „schwierige Situation“, denn nach Rechtslage seien die Grundstückseigentümer selbst verantwortlich für die Plage und müssten jemanden beauftragen, der Köder auslege. Die Stadt werde sich aber an den Kosten beteiligen, kündigte Grammann an.

Breiten Raum nahm der Vortrag des Wito-Vorsitzenden Axel Ruppert ein, den der Ortsbeirat eingeladen hatte, um sich ein Bild von der Lage der Gewerbetreibenden in der Bergwinkelstadt zu verschaffen. Ruppert stellte „die moderne Organisationsstruktur“, Haupttätigkeitsfelder und aktuelle Probleme des Vereins dar und gab einen Ausblick auf 2021. So berichtete er unter anderem von der soliden Finanzlage des Vereins, der erstmals digital veranstalteten Jahreshauptversammlung und den 2009 erfolgreich eingeführten Gutscheinen, die seit April nun nicht mehr nur analog in den fünf Verkaufsstellen, sondern auch digital über die Homepage erhältlich seien.

Ebenso ging er auf die von Wito ins Leben gerufene Klimapakt-Initiative und das Projekt Zukunftswald“ am Drasenberg ein, in das auch Schülerinnen und Schüler eingebunden seien; bundesweit habe er kein vergleichbares Projekt gefunden.

Neben der „für den Handel problematischen Verkehrsführung“ in der Innenstadt mache die Corona-Pandemie nicht wenigen Mitgliedern zu schaffen. „Die Auswirkungen und Folgen kann noch keiner abschätzen“, sagte Ruppert, der sich gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen zu einem Erlass der Mitgliedsbeiträge entschlossen hat.

Für weitere Belastungen sorge die Kassensicherungsverordnung. Er mahnte überdies, die Altersstruktur der in Schlüchtern niedergelassenen Mediziner im Auge zu behalten und eine Abwanderung von Arztsitzen zu verhindern, beispielsweise durch Standortmarketing. Bei der Förderung der „Neuen Mitte“ solle der alteingesessene Handel nicht aus dem Fokus verloren und ebenso unterstützt werden. Deshalb appellierte Grammann an die Bevölkerung, gerade in dieser schwierigen Zeit Einkäufe in Schlüchtern zu tätigen.

Für 2021 sind laut Ruppert die Fortführung des Klimapakts sowie die Aktion „GenussinSchluechtern“ für die Gastronomiebetriebe geplant – analog zur Kampage „KaufinSchluechtern“. Auf Nachfrage aus dem Gremium nahm Ruppert Stellung zum vorgesehenen Gaststätten-Konzept für die Stadthalle, die seiner Meinung nach prädestiniert gewesen wäre für eine „gehobene städtische Gastronomie“, und riet, auf einen vielfältigen Mix in der Stadt zu setzen. Zudem begrüßte er die angedachte Gründung einer Stadtentwicklungsgesellschaft und betonte, dass für Tourismus und Marketing eine Kooperation zwischen Steinau, Sinntal und Schlüchtern künftig unabdingbar sei.

Wie Grammann informierte, lobe die Stadt für Personen, die sich ehrenamtlich im öffentlichen Raum engagieren, ein kleines Präsent aus. Ursula Häussermann pflege seit vielen Jahren freiwillig den Platz vor der Synagoge, so der Ortsvorsteher und schlug vor, ihr eine solche Anerkennung zukommen zu lassen. Der Ortsbeirat war einmütig dafür.

Grammann verwies auf die neue Toilettenanlage am Untertorparkplatz, die für den Kalten Markt versprochen gewesen sei und noch auf sich warten lasse. Die WCs sollten nun aber umgehend aufgestellt werden, so seine Forderung. Diese scheint sich in dieser Woche zu erfüllen. (Kathrin Noll)

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