+
Die Schüler des Main-Kinzig-Kreises sind zu einer Umfrage aufgerufen.

Nicht alle Schüler sehen es so rosig

Corona-Umfrage des MKK-Schülerrates unter 800 Schülern

  • schließen

Mehr als 800 Schülerinnen und Schüler des Main-Kinzig-Kreises haben sich bislang an einer Umfrage des Kreisschülerrates zum Präsenzunterricht in Corona-Zeiten geäußert. Die Antworten fallen nicht so positiv aus wie es die offiziellen Stellungnahmen von Schulleitern und Kreisspitze nahelegen.

Wesentliche Themen der Umfrage sind Rahmenbedingungen des Homeschoolings, Hygiene in der Schule und der Bustransport während der Corona-Krise.

Viele Schülerinnen und Schüler gaben beispielsweise zum Online-Unterricht an, dass das Aufgabenpensum im Vergleich zum normalen Unterricht viel höher sei. Zudem wünschen sich die Schülerinnen und Schüler mehr Videokonferenzen mit ihren Lehrkräften.

Umfrage im Main-Kinzig-Kreis: Schüler sehen Luft nach oben

Doch nicht nur im Bereich des Online-Unterrichtes sahen die Schülerinnen und Schüler noch Luft nach oben. So gaben nur 74,3 Prozent der Schülerinnen und Schüler, welche wieder Präsenzunterricht haben, an, dass Einweghandtücher vorhanden seien. Dafür sei der Bedarf an Seife mit 94,4 Prozent gedeckt. Auch die Situation sich noch vor den Prüfungen wieder auf neue Lehrer einzustellen, sahen viele Schülerinnen und Schüler als problematisch an, denn 72,9 Prozent haben nicht bei ihren regulären Lehrern und Lehrerinnen Unterricht. Dies erklärt möglicherweise die hohe Zahl der Schülerinnen und Schüler, welche sich lieber guten Online-Unterricht statt Präsenzunterricht wünschen, vermutet die Kreisschülersprecherin Michelle Franzel.

Schüler: Desinfektionsmittel fehlt

Auch die Tatsache, dass es kein Desinfektionsmittel gäbe, haben viele Schülerinnen und Schüler bemängelt. „Wir hören überall, dass Seife reiche, aber es hinterlässt ein ungutes Gefühl, zumal das Kultusministerium von Desinfektionsmittel für Schulen sprach, dies aber nicht mehr geliefert würde“, sagt Frenzel.

Bei der Frage, ob die Schülerinnen und Schüler Angst haben, in die Schule zu gehen, spüre man sehr deutlich die Meinungsteilung, die auch in der Gesellschaft festzustellen sei. „Das Problem, das wir zu lösen haben, ist doch, wie man mit den Schülerinnen und Schülern umsichtig umgeht, die aus gesundheitlichen Gründen eben diese Ängste haben. Hier fühlen sich die meisten von Politik und dem Kultusministerium im Stich gelassen“, urteilt der Kreisschülerrat.

Schüler: Abstand beim Busfahren nicht eingehalten

Auch der ÖPNV scheint immer noch ein schwieriges Feld zu sein, denn 48,7 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler gaben an, dass kein oder nur teils ein Mundschutz getragen werde. Auch beim Ein- und Aussteigen geben 97,3 Prozent an, dass kein Versuch unternommen werde, auf Abstandsregeln zu achten.

„Wesentliche Ergebnisse geben wir transparent an den Main-Kinzig-Kreis und das Staatliche Schulamt in Gesprächen weiter. Sobald die hinzukommenden Jahrgänge Präsenzunterricht hatten, werden wir die Umfrageergebnisse veröffentlichen, so der Kreisschülerrat.

„Wir möchten nochmal alle Schülerinnen und Schüler darum bitten, an der Umfrage teilzunehmen, damit wir ein großes Spektrum an Meinungen haben“, sagt Michelle Franzel. Zudem wurde die Umfrage erweitert auf Lehrkräfte, um das Bild abzurunden. Die Umfrage ist im Internet zu finden.

  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema