Eine Radfahrerin fährt am Gemeindehaus der Evangeliums Christen Baptisten vorbei. Nach einem Gottesdienst in der Kirchengemeinde vor gut zwei Wochen sind mehr als 100 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die meisten infizierten sich wohl erst nach dem Gottesdienst im Umfeld der Gemeinde.
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Das Gemeindehaus der Evangeliums Christen Baptisten in Frankfurt.

Zoff zwischen Hanau und Main-Kinzig-Kreis

Corona-Ausbruch bei Baptisten: Zahl der Infizierten steigt auf 200

Die Zahl der Corona-Fälle nach dem Gottesdienst einer Baptisten-Gemeinde in Frankfurt ist auf 200 gestiegen. Einige von ihnen stammen aus dem Main-Kinzig-Kreis. Zunächst erklärte die betroffene Gemeinde, alle Schutzregeln seien eingehalten worden. Das war aber nicht der Fall. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky und der Main-KInzig-Kreis sind uneins.

  • Nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten haben sich bisher 200 Personen mit Covid-19 infiziert.
  • Die Infizierten kommen aus Frankfurt und drei hessischen Landkreisen, darunter dem Main-Kinzig-Kreis, berichtet Gesundheitsminister Kai Klose. Bei dem Gottesdienst wurde ohne Schutzmasken gesungen.  
  • Die Stadt Hanau und der Main-Kinzig-Kreis streiten über die Informationspolitik. 

Corona-Krise in Hessen: Zahl der Infizierten nach Kirchenbesuch steigt drastisch an

Update, 29. Mai, 10.14 Uhr: Nach dem Gottesdienst einer baptistischen Freikirche in Frankfurt am 10. Mai sind bis Donnerstag (28.05.2020) 200 Menschen aus dem Umfeld der Gemeinde positiv auf Covid-19 getestet worden. Von ihnen wohnen 57 in Frankfurt, die übrigen leben in sieben umliegenden Landkreisen, sagte eine Sprecherin des Frankfurter Gesundheitsdezernats. Derzeit würden neun Menschen in Krankenhäusern stationär behandelt, in einem Fall intensivmedizinisch.

Am vergangenen Wochenende waren die Infektionen in der Evangeliums-Christen-Baptisten-Gemeinde bekannt geworden. Ein Sprecher der Gemeinde hatte damals erklärt, es seien alle Auflagen für Gottesdienste eingehalten worden. In einem Anfang der Woche veröffentlichten Informationsschreiben war allerdings von Gemeindegesang die Rede. Auch Nase-Mund-Masken wurden offenbar nicht getragen.

Kaminsky erneuert Kritik an Behörden im Main-Kinzig-Kreis

Update, 28. Mai, 10.34 Uhr: Der Oberbürgermeister von Hanau, Claus Kaminsky (SPD), hat seine Kritik am Vorgehen des Main-Kinzig-Kreises erneuert. „Viele Worte, falsche Zahlen, keine Aufklärung – so schafft man kein Vertrauen“, sagte Kaminsky. Der Ausbruch in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis geht auf einen baptistischen Gottesdienst in Frankfurt zurück.

Trotz seiner Forderung nach weiteren Informationen von den Kreisbehörden seien die dringlichsten Fragen nicht beantwortet worden: „Sind unter den Infizierten Kinder, die Hanauer Schulen oder Kindertagesstätten besucht haben? Ein schlichtes Ja oder Nein hätte es hier getan“, so Kaminsky. Durch das Ausbleiben von klaren Antworten gegenüber der Stadt Hanau werde Spekulationen und „wilden Theorien“ Vorschub geleistet.

Auch die Zahlen zu den Corona-Infizierten in Hanau des Main-Kinzig-Kreises kritisierte Kaminsky. „Im Klinikum sind rund 100 Mitarbeiter positiv getestet worden. Von diesen wohnt aber weniger als ein Drittel in Hanau.“ Er bestehe weiterhin darauf, dass der Kreis Angaben zum Infektionsgeschehen in Hanau mache, erklärte Kaminsky. „Im Interesse der Gesundheit Hanauer lasse ich mir von niemandem das Recht auf Nachfragen verbieten. Das ist meine Pflicht.“

Update, 27. Mai, 15.08 Uhr: Der Konflikt zwischen der Stadt Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis über die Informationspolitik nach dem Corona-Ausbruch in Folge einer Veranstaltung der Frankfurter Baptistengemeinde hat sich ausgeweitet. Der Kreis wies am Dienstag die harsche Kritik von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) zurück. 

Der Hanauer Rathauschef hatte dem Kreisgesundheitsamt vorgeworfen, dass die Stadt keine Auskünfte zu den Infizierten in Hanau bekomme und man beispielsweise nicht wisse, ob Kindergarten- oder Schulkinder betroffen seien. „Das hat mit Krisenmanagement und professioneller Krisenkommunikation nichts zu tun“, schimpfte Kaminsky Richtung Kreis.

Corona-Ausbruch in Frankfurt: Kreis reagiert auf Kritik von Hanaus Oberbürgermeister 

In einer dreiseitigen Replik entgegnen Landrat Thorsten Stolz und Kreisgesundheitsdezernentin Susanne Simmler (beide SPD) in Richtung Kaminsky, es gebe auch nach den jüngsten Infektionen im Nachgang zur Veranstaltung im Bethaus Frankfurt „keinen Grund, für Aufregung oder Verunsicherung zu sorgen“ (Stolz).

Laut Gesundheitsamt konnten bis gestern 47 Infektionen aus dem Main-Kinzig-Kreis diesem Cluster zugeordnet werden. „Es ist davon auszugehen, dass die Zahl nicht abschließend ist“, heißt es, die Nachverfolgung der Kontakte dauere an. In Hanau sollen bislang 41 Personen betroffen sein, in Maintal sechs. 

Insgesamt ist die Zahl der bekannten Neuinfektionen, die mit dem Corona-Ausbruch in einer Baptisten-Gemeinde in Frankfurt in Verbindung stehen, ist einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ zufolge nochmal angewachsen. Demnach gibt es inzwischen 133 Corona-Fälle, die auf den Gottesdienst vor gut zwei Wochen zurückzuführen sind. 

Nach Baptisten-Gottesdienst: 112 Coronavirus-Fälle bestätigt

Update, 26. Mai, 13.58 Uhr: Nach einem Covid-19-Ausbruch im Umfeld einer freien baptistischen Gemeinde in Frankfurt verfolgen Gesundheitsbehörden weiter mögliche Infektionsketten. Aktuell würden noch 150 Personen überprüft, die mit einem Corona-Infizierten Kontakt hatten, erklärte René Gottschalk, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt am Dienstag. Es gebe aktuell 112 bestätigte Covid-19-Fälle.

Bei dem Gottesdienst selbst waren vor zwei Wochen laut Gottschalk 180 Personen anwesend. Viele Infektionen seien aber erst nach dem Gottesdienst geschehen. Die ersten Kontaktpersonen und Infizierten würden mittlerweile wieder aus der Quarantäne entlassen. Laut Sozialminister Kai Klose (Grüne) werden momentan der Ablauf des Gottesdienstes und die Infektionsketten rekonstruiert. Mehrere Gesundheitsämter seien beteiligt.

Update, 9.50 Uhr: Nach dem Gottesdienst der Baptisten-Gemeinde in Frankfurt ist die Zahl der Corona-Fälle auf 112 gestiegen, wie das Gesundheitsministerium am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) mitteilte. Am Sonntagabend waren es noch 107 mit dem Coronavirus infizierte Personen gewesen. Wie der Pressesprecher der Stadt Darmstadt der „Frankfurter Rundschau“ am Montagabend bestätigte, kommen jedoch noch 16 Infizierte im Landkreis Darmstadt-Dieburg dazu. Die restlichen Infizierten wohnen laut Ministerium in Frankfurt, dem Main-Kinzig-Kreis, dem Hochtaunuskreis, dem Wetteraukreis und in Wiesbaden

Was bisher zu dem Fall bekannt ist

Lesen Sie hier: Ein Fragen und Antworten zum Coronavirus-Ausbruch in der Baptisten-Gemeinde

Update, 25. Mai, 15.05 Uhr: Nachdem sich mindestens 107 Menschen nach dem Baptisten-Gottesdienst in Frankfurt mit dem neuen Coronavirus infizierten, äußerte sich nun die Gemeinde in einem Schreiben auf ihrer Website. „Wir sind tief bestürzt und traurig, dass die Infektion Eingang in die Gemeinde gefunden hat und sich mit einer starken Dynamik verbreitete“, heißt es dort. 

Bei dem Gottesdienst in Frankfurt seien zwar Abstandsregelungen eingehalten worden sowie Hinweisschilder und Desinfektionsmittel vorhanden gewesen, doch Mundschutz sei offenbar nicht getragen worden. „Im Nachhinein betrachtet wäre es für uns angebracht, beim Gottesdienst Mund-Nasen-Schutz-Bedeckungen zu tragen und auf den gemeinsamen Gesang zu verzichten.“

Da es in der Gemeinde viele Familien mit fünf oder mehr Kindern gebe, nehme die Anzahl der Ansteckungen zu Hause weiter zu. Die Gemeinde stehe im Ausstausch mit den Gesundheitsbehörden.

Zunächst erklärte die betroffene Gemeinde, alle Schutzregeln seien eingehalten worden. Die Mitteilung auf der Webseite zeichnet nun ein anderes Bild.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hatte nach Angaben ihres Sprechers Volker Rahn vor Christi Himmelfahrt und damit vor Bekanntwerden der Infektionen bei den Baptisten noch einmal alle Gemeinden zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen aufgefordert. So dürfe in den Gottesdiensten nicht gesungen werden, es gebe Mundschutzpflicht und es müssten Listen der Besucher mit Namen und Anschrift angefertigt werden. Es gelte ein mehrere Punkte umfassendes Schutzkonzept und alle Gemeinden seien noch einmal eindringlich auf die Umsetzung hingewiesen worden.

Gerade auch mit Blick auf Pfingsten würden viele Gemeinden weiter bei den digitalen Angeboten oder Online-Gottesdiensten bleiben. Zudem gebe es „grüne“ Gottesdienste im Freien. „Die boomen tatsächlich.“ Auch hier gebe es Sicherheitsmaßnahmen. „Wir werden nach den Vorfällen in Frankfurt nicht noch weiter verschärfen.“

Hanaus Oberbürgermeister Kaminsky beklagt Mangel an Information

Update, 11.16 Uhr: Der Oberbürgermeister von Hanau, Claus Kaminsky, erhebt Vorwürfe gegen die Informationspolitik zur Häufung von Corona-Infektionen nach dem Baptisten-Gottesdienst. „Das grenzt an organisierte Unverantwortlichkeit“, kritisiert er den Mangel an Informationen. 

„Die fragliche Veranstaltung soll vor nunmehr zwei Wochen stattgefunden haben – die einzige Information, die uns als offenbar betroffene Kommune bislang vorliegt, ist die Zahl der möglichen Infektionsfälle. Wir wissen nicht, um wen es sich handelt, welches Alter die Betroffenen haben und ob und wo sie sich in den vergangenen Tagen in unserer Stadt bewegt haben“, stellt Kaminsky fest. Deshalb könne die Stadt auch nicht reagieren, geschweige denn mögliche Kontaktpersonen identifizieren.

Der Oberbürgermeister von Hanau fordert deshalb angesichts der Corona-Infektionen: „Die Menschen erwarten zurecht, dass sie diese Informationen unverzüglich bekommen, damit sie sich schützen können. Ich fordere deshalb, dass wir von den zuständigen Stellen, auch vom Land Hessen, unverzüglich und vollumfänglich informiert werden.“

Update vom 24. Mai, 15.33 Uhr: „Stand jetzt haben sich mindestens 107 Personen mit Wohnsitzen in Frankfurt und drei weiteren hessischen Landkreisen infiziert“, teilt Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) mit. „Die Gesundheitsämter vor Ort haben die Kontaktpersonennachverfolgung unmittelbar aufgenommen, das Land steht mit ihnen in engem Kontakt.“ Teil dieser Aufgabe der Gesundheitsämter ist es auch, Hergang und Kontaktpersonen zu ermitteln und ggf. Quarantänemaßnahmen zu ergreifen, um mögliche Infektionsketten zu unterbrechen. Im Bedarfsfall böte auch das Land Hilfe zur Unterstützung an.

„Diese Situation zeigt, wie wichtig es ist, dass wir alle - gerade während der Lockerungen, die jetzt wieder möglich gemacht werden - wachsam bleiben und nicht leichtsinnig werden. Das Virus ist weiterhin da und will sich verbreiten. Unser bester gemeinschaftlicher Schutz ist das Einhalten der Hygiene-, Abstands- und Mund-Nasen-Schutz-Regeln“, appelliert Klose abschließend an die Bevölkerung.

Update, 13.53 Uhr: Nachdem bekannt wurde, dass sich nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt 40 Personen mit dem Coronavirus infiziert haben, wurde nun bekannt, dass sich im benachbarten Hanau 16 Menschen angesteckt hätten, teilte die Stadt mit. Diese kommen nach den Worten vom Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, René Gottschalk, noch zu den Frankfurter Fällen dazu. Der Wetteraukreis meldete am Sonntag weitere 26 positive Covid-19-Fälle im Zusammenhang mit dem Gottesdienst vom 10. Mai.

Geschlossen ist ein Bethaus einer Baptisten-Gemeinde in Frankfurt. Mehrere Mitglieder der Gemeinde haben sich nach einem Gottesdienst mit dem Coronavirus infiziert.

Die genaue Zahl aller nach dem Gottesdienst Infizierten war am Sonntag noch unklar. Die anderen Gesundheitsämter seien dem Frankfurter nicht berichtspflichtig, sagte Gottschalk zur Begründung. Er könne nur für Frankfurt sprechen. Das Gesundheitsministerium in Wiesbaden war am Wochenende für eine Einschätzung nicht zu erreichen.

Nach Gottesdienst in Frankfurt: Corona-Infizierten gehe es gut

Die meisten hätten sich nicht bei sondern nach dem Gottesdienst zu Hause angesteckt, sagte Gottschalk. „Die weitaus meisten sind nicht sonderlich krank. Nach unserem Kenntnisstand ist auch nur eine Person in einem Krankenhaus.“ Die Einzelfälle würden nachverfolgt. „Wir haben das gut im Griff.“ Wie es den 16 Infizierten in Hanau gehe, wisse er nicht, sagte Daniel Freimuth vom Krisenstab der Stadt am Sonntag. Der Oberbürgermeister habe noch keine Informationen vom zuständigen Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreis bekommen.

Im Wetteraukreis wurden im Zusammenhang mit den 26 Infizierten 76 Menschen in Quarantäne geschickt, wie der Kreis am Sonntag mitteilte. Ein positiv getestetes Kind habe einen städtischen Kindergarten in Karben-Petterweil besucht. Alle anderen Kinder in der Notbetreuung und die Erzieherin seien nach Tests jedoch ohne Befund. „Niemand hat sich bei dem Kind angesteckt, das sich jetzt, wie seine Eltern, in häuslicher Absonderung befindet.“

Der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau, hatte am Samstag gesagt, es befänden sich sechs Betroffene in Krankenhäusern. Die anderen seien Zuhause. „Wir haben alle Versammlungen abgebrochen. Gottesdienste gibt es jetzt nur noch online“, sagte der 64-Jährige. „Bei uns ist es eine schwierige Lage.“

Wie viele Besucher zu dem Gottesdienst am 10. Mai gekommen waren, könne er „nicht genau sagen“, meinte Pritzkau. „Bei uns sind aber alle Regeln eingehalten worden.“ Es habe Desinfektionsmittel gegeben, der vorgeschriebene Abstand sei beachtet worden.

Nach Gottesdienst in Frankfurt: Fastengebet in Hanau abgesagt

Der Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Hanau haben wegen der Infektionen ein für Sonntag geplantes Fastengebet von Muslimen im Hanauer Herbert-Dröse-Stadion abgesagt. Die Veranstaltung wäre mit Blick auf die Geschehnisse in Frankfurt unverantwortlich, hieß es. Es sei derzeit auch noch nicht abzusehen, welche Folgen die Ereignisse in Frankfurt für die Region hätten.

Zudem hätten der Muslimische Arbeitskreis und mehrere Moscheen für das Fastengebet geworben. Daher sei mit bis zu 1000 Teilnehmern aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet zu rechnen gewesen. Ein Gebet mit maximal 100 Gläubigen in einer Hanauer Moschee sei aber für Montag erlaubt worden, sagte Freimuth.

Update vom 24. Mai, 7.47 Uhr: Nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt sind mehr als 40 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilt der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, René Gottschalk, mit. „Die weitaus meisten sind nicht sonderlich krank.“ Der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau, sagte: „Wir haben alle Versammlungen abgebrochen. Gottesdienste gibt es jetzt nur noch online.“ Der Gottesdienst sei am 10. Mai gewesen. Zuvor hatte die „Frankfurter Rundschau“ berichtet. Als Folge haben die Stadt Hanau und der Main-Kinzig-Kreis ein für Sonntag geplantes Fastengebet von Muslimen im Hanauer Herbert-Dröse-Stadion abgesagt.

Erstmeldung vom 23. Mai: Hanau/Birstein - Neben den 13 Personen aus Hanau, wurde ein weiterer Fall aus der Martin-Luther-Stiftung in Hanau gemeldet und eine Person kommt aus Birstein. Wie das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises mitteilt, können allein 16 aktuelle Infektionen dem Ereignis in Frankfurt zugeordnet werden. Andere Landkreise sind ebenfalls davon betroffen und melden über ihre Gesundheitsämter entsprechende Neuinfektionen.

Wie die „Frankfurter Rundschau“ nun berichtet, handelt es sich bei der Veranstaltung um einen Gottesdienst der Evangeliums-Baptisten-Gemeinde am 10. Mai. Ab diesem Datum waren Gottesdienste in Hessen wieder zugelassen. „Es gab keine Verletzung einer Rechtsverordnung“, so der stellvertretende Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts.

Für Landrat Thorsten Stolz und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler ist dieses Szenario ein Grund, noch einmal auf die Eigenverantwortung aller Bürgerinnen und Bürger hinzuweisen: „Die hygienischen Auflagen und Beschränkungen des öffentlichen und privaten Umgangs sind sinnvoll und notwendig. Das dürfen wir gerade angesichts von aktuellen Lockerungen nicht vergessen und im Alltag nicht leichtsinnig werden. Wie dieses Ausbruchsgeschehen in Frankfurt zeigt, kann eine einzige Veranstaltung mit sehr vielen unterschiedlichen Kontakten weitreichende Konsequenzen für das Infektionsgeschehen nach sich ziehen. Deshalb gilt, weiter Abstand halten und Rücksicht aufeinander nehmen.“

Noch 191 Bürger nachweislich mit Covid-19 infiziert

Die betroffenen Gesundheitsämter haben jetzt alle Hände voll zu tun, um auch hier möglichst alle Infektionswege aufzuklären und weitere Ansteckungen zu verhindern.

Mit diesen Meldungen vom Freitag erhöht sich im Main-Kinzig-Kreis die Gesamtzahl aller laborbestätigten Fälle auf 721. Als genesen hat das Gesundheitsamt am Freitag weitere 14 Personen gemeldet, so dass derzeit noch 191 Bürger nachweislich mit Covid-19 infiziert sind. Die Zahl der stationär behandelten Personen aus dem Main-Kinzig-Kreis ist weiter rückläufig und liegt jetzt bei 10.

dpa, sec, lea, zr

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