Die Kirchengemeinden in der Region planen, wie sie an Heiligabend Gottesdienst feiern können.
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Die Kirchengemeinden in der Region überlegen, wie sie an Heiligabend Gottesdienst feiern können.

Gottesdienste unter freiem Himmel

„Heiligabend wird eine Herausforderung“: Wie sich die Kirchengemeinden auf den Corona-Winter vorbereiten

Gottesdienste, Konfirmationen und Trauungen unter freiem Himmel – die Pandemie hat Kirchengemeinden erfinderisch werden lassen. Doch wie geht es in der kalten Jahreszeit weiter?

Region - „Beim Planen der Gottesdienste in der Advents- und Weihnachtszeit gehen wir aufgrund der beschränkten Sitzplatz-Anzahl eher von Andachten unter freiem Himmel aus“, berichtet Pfarrer Arne Schmitz von der evangelischen Christusgemeinde Sinntal und Marjoß, zu der elf Ortsteile und ihre Kirchen gehören. Für den dritten Adventssonntag sei etwa ein „Macht Sinn“-Open-air-Gottesdienst um 17 Uhr am Sportplatz in Mottgers in Vorbereitung, sagt er. Andachten im Freien seien im Winter jedoch aufgrund der Temperaturen zeitlich begrenzt, gibt Schmitz zu bedenken.

„Heiligabend wird eine Herausforderung“: So bereiten sich die Kirchen auf den Corona-Winter vor

Momentan seien keine Anmeldungen zu den Gottesdiensten mehr nötig, erläutert Schmitz. Die Kirchen seien nach den Abstandsregeln ausgemessen, die zu benutzenden Sitzplätze markiert. Das Tragen einer Mund-Nasen-Maske beim Betreten und Verlassen der Kirche sowie das Eintragen in eine Besucherliste und die Händedesinfektion sind Pflicht – das gilt laut Schmitz derzeit in allen Kirchengemeinden.

„Die Heizungen in den Kirchen müssen eine halbe Stunde vor Gottesdienstbeginn ausgeschaltet werden. Vor dem Einheizen muss ausreichend durchgelüftet werden“, erklärt Schmitz. Derzeit werden Gottesdienste noch mit geöffneter Eingangstür gefeiert. „Eine besondere Herausforderung wird das Weihnachtsfest sein, vor allem die Gottesdienste an Heiligabend“, weiß der Pfarrer. Auch an diesem Tag werden sie im Freien geplant.

Die Katharinenkirche fasst normal bis zu 350 Personen. Derzeit dürfen nur 45 Platz nehmen.

Unsere Nachfrage bei der katholischen Kirchengemeinde Züntersbach-Mottgers wird wie folgt beantwortet: „Wir bedauern, Ihnen leider keine abschließende Antwort geben zu können, da in den aktuell turbulenten Corona-Zeiten jederzeit vom bischöflichen Generalvikariat mit neuen Anweisungen zu rechnen ist, die wir dann selbstverständlich zeitnah zum Schutz und zum Wohl der Gesundheit unserer Gläubigen der beiden Kirchengemeinden St. Bonifatius Züntersbach und Mariae Himmelfahrt Mottgers umsetzen werden.“

Schlüchtern: Evangelische wollen unter freiem Himmel Weihnachten feiern

Pfarrer Wilhelm Laakmann vom evangelischen Pfarramt Steinau I. erklärt, dass es am Ewigkeitssonntag mehrere Gottesdienste nacheinander geben soll, an Heiligabend geht es nach dem jetzigem Stand in den Schlosshof.

Unter freiem Himmel soll es auch in der evangelischen Gemeinde in Schlüchtern Weihnachten werden. „Wir planen in Schlüchtern, Niederzell, Elm, Gundhelm und Hutten jeweils am Heiligabend einen Gottesdienst unter freiem Himmel, um mehr Menschen die Teilnahme daran zu ermöglichen. Die genauen Modalitäten werden rechtzeitig bekanntgegeben. Dazu wird es noch weitere Angebote geben“, erläutert Pfarrerin Annalena Failing vom Pfarramt Schlüchtern IV Nord/Elm.

Schlüchtern: Eine Möglichkeit sind mehrere Christmetten an Weihnachten

Dr. Innocent Oyibo, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius in Schlüchtern, blickt derzeit noch mit der nötigen Gelassenheit in die nahe Zukunft. Die Kapazitätsgrenze werde aufgrund der Größe der Kirche an „normalen“ Sonntagen nicht erreicht. „Wir bewegen uns immer zwischen 60 bis 70 Besuchern“, so Oyibo.

Und Weihnachten? „Wir überlegen, ob wir einfach mehrere Christmetten anbieten sollen, um allen Menschen die Möglichkeit zu geben, Weihnachten in unserer Kirche zu verbringen. Das müssen wir aber zuerst mit dem Pfarrgemeinderat besprechen“, so Oyibo.

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Pfarrer Dr. Michael Müller aus Bad Soden-Salmünster erklärt: „An Weihnachten werde ich nicht mehr Pfarrer hier sein und will deshalb dazu wenig sagen. Es wird bei den Regeln bleiben. Ob es besondere Angebot gibt, wird hier noch geplant“, erklärt der Geistliche. (lq, sim, hgs)

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