In den Klassenräumen kann die Maske abgenommen werden, nicht aber auf den Fluren, Pausenhöfen und in den Eingangsbereichen, wie hier am Schlüchterner Ulrich-von-Hutten-Gymnasium.
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In den Klassenräumen kann die Maske abgenommen werden, nicht aber auf den Fluren, Pausenhöfen und in den Eingangsbereichen, wie hier am Schlüchterner Ulrich-von-Hutten-Gymnasium.

Schulamt zuversichtlich

Nicht ohne Maske: Schulstart im Mainz-Kinzig-Kreis trotz Corona-Pandemie

  • Tim Bachmann
    vonTim Bachmann
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Von „durchaus belastenden Wochen“, berichtete Susanne Meißner, Interimschefin des Staatlichen Schulamts in Hanau, am Montag während einer Pressekonferenz zum Start des Regelunterrichts. Überschattendes Thema ist – wenig überraschend – Corona.

„Uns ist allen klar, dass das ein besonderes Schuljahr wird. Wir hatten ja ab März fast nur Distanzunterricht. Nun ist es an der Zeit, so viel Präsenzunterricht wie möglich anzubieten“, so die Schulamts-Leiterin.

Die Schulen seien gut vorbereitet. Dies liege auch an der engen Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt des Kreises, wo sich inzwischen ein zweiköpfiges „Schul-Team“ organisiert hat. Apropos Zusammenarbeit mit dem Kreis: Vergangene Woche sei eine „sehr, sehr große Lieferung eingetroffen“. Masken, Kittel, Handschuhe, Desinfektionsmittel. „Der Schulträger hat uns schon dabei unterstützt, dies alles unterzubringen, weil wir hier gar nicht die räumlichen Möglichkeiten haben“, berichtete Meißner.

Die Schule im Main-Kinzig-Kreis beginnt in Corona-Zeiten wieder - Reiserückkehrer bereiten Sorgen

Zwar sei man insgesamt gut vorbereitet, ein wenig Sorgen bereiten allerdings die Reiserückkehrer, auch wenn es strikte Regelungen des Kreises gibt und sich laut Gesundheitsamt die Bürger im Kreisgebiet verantwortungsvoll zeigten, berichtete Christina Hohmann, Corona-Beauftragte des Schulamts.

Einige Schulen hätten daher beschlossen, dass ihre Schüler zum Start in den Regelunterricht auch in den Klassenräumen Maske tragen müssen. Die neue stellvertretende Schulamtsleiterin, Sonja Litzenberger, nannte hier die Kopernikusschule (Freigericht), die Albert-Schweitzer-Schule (Nidderau) und die Hohe Landesschule (Hanau). „Wir haben aber keine Abfrage gemacht. Das kann jede Schulkonferenz selbst entscheiden. Bei diesen Schulen ist es eine Übergangsregelung“, erklärte Litzinger.

Schulamtsleiterin über Lehrstellen-Situation im Main-Kinzig-Kreis: „Wir sind gut aufgestellt“

Positiv gestimmt zeigte sich Schulamtsleiterin Meißner ob der Lehrstellen-Situation: „Wir sind gut aufgestellt. Zwar suchen wir händeringend nach Lehrkräften für Grund- und Förderschulen“, dies sei aber ein landes- und bundesweites Problem, weil es die entsprechenden Bewerber schlicht nicht gebe. Zum Thema Corona und Lehrer berichtete Meißner von einer Ausfallquote von etwa 5 Prozent, durch Lehrer, die einer Risikogruppe angehören.

„Das ist weniger als wir erwartet hatten.“ Meißner weiter: „Ich weiß von vielen, die sicherlich ein Attest vorlegen könnten, dass sie trotzdem unterrichten werden. Sie meinen, die Schüler haben das verdient“, freute sich Meißner. Ihr Fazit: „Alle Schülerinnen und Schüler können den Unterricht erhalten, der ihnen zusteht.“ Und auch seitens der Nachmittagsbetreuung sehe es gut aus, berichtete die Schulamts-Leiterin.

In Corona-Zeiten sind Schulen im Main-Kinzig-Kreis auch in der „digitalen Entwicklung“ gut aufgestellt

Günter Rau gab einen Überblick über die aktuelle Sachlage im Bereich „digitale Entwicklung“. Diesbezüglich seien Schulamt und Schulträger gut aufgestellt. Besonders im Main-Kinzig-Kreis seien einige Endgeräte angeschafft worden, die nun von Schülern genutzt werden könnten. Die Lehrerfortbildungen liefen weiter. Denn auch der „Fernunterricht“ für Schüler, die einer Risikogruppe angehören, solle nun bewertet werden. Wie? „Klassenarbeiten und Mitarbeit“, nannte Rau. Der digitale Unterricht laufe über Office 365 und Video-Chat. Zwar habe man noch keine verlässliche Plattform vom Land genannt bekommen, „aber wir sind auf einem guten Weg“, so Rau. Wichtigster Punkt hierbei ist die Verlässlichkeit des Systems: „Ein Lehrer ist in erster Linie Pädagoge und kein Techniker“, so Rau.

Meißner fügte noch hinzu, dass diejenigen Lehrer, die keinen Präsenzunterricht abhalten, im Fernunterricht eingesetzt werden könnten. Schlussendlich hoffe man, dass „Schulschließungen verhindert werden können“.

Lesen Sie hier: Schulstart im Kreis Fulda: Bewährungsprobe für die Hygienepläne in Corona-Zeiten

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