Die Kurstadt Bad Orb ist im Main-Kinzig-Kreis die „Königin“ im Bereich der Übernachtungen. / Foto: Bad Orb Kur GmbH

Von deutlichen Zuwächsen weit entfernt: Tourismuszahlen in Bergwinkel und Blauem Eck

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Region - Für die ersten elf Monate des Jahres 2019 – der Dezember ist noch nicht ausgewertet – meldet das Statistische Landesamt in Wiesbaden rekordverdächtige Zuwächse bei Gäste- und Übernachtungszahlen. Für die Kommunen im östlichen Kinzigtal und im Blauen Eck trifft dies allerdings weniger bis gar nicht zu.

Von unserem Redaktionsmitglied Hanns Szczepanek

2,3 Prozent mehr Gäste und 2,5 Prozent mehr Übernachtungen haben die Statistiker gegenüber dem Zeitraum im Jahr davor (2018) landesweit registriert. Daher steuere der Tourismus in Hessen auf „ein sehr starkes Jahresergebnis für 2019 zu“, heißt es in einer Pressenotiz der Behörde. Von Januar bis Ende November empfingen hessische Beherbergungsbetriebe mit zehn oder mehr Gästebetten (einschließlich Campingplätze) demnach in absoluten Zahlen 14,9 Millionen Gäste. Die Anzahl der Übernachtungen lag bei 33,2 Millionen.

Im Main-Kinzig-Kreis lag die Anzahl der registrierten Ankünfte bei gut 361 000, die Zahl der Übernachtungen bei knapp 1,35 Millionen. Dies bedeutet bei letzteren einen marginalen Rückgang von 0,2 Prozent. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste beträgt kreisweit 3,7 Tage.

Freiensteinau mit Übernachtungs-Plus

Im Vogelsbergkreis beläuft sich der Rückgang bei den Übernachtungen auf 0,8 Prozent gegenüber dem Zeitraum 2018. Dort wurden von Januar bis Ende November 209.500 Ankünfte und circa 509.000 Übernachtungen gezählt. Die Aufenthaltsdauer lag bei 2,4 Tagen.

Mit 0,6 Prozent ein kleines Übernachtungs-Plus und mit 2,8 Tagen eine Aufenthaltsdauer über dem Kreisdurchschnitt weist dort Freiensteinau mit 13.310 Ankünften und 36.780 Übernachtungen auf. Im benachbarten Grebenhain belaufen sich die Vergleichszahlen auf 9395 Ankünfte und gut 79.000 Übernachtungen (plus 1,3 Prozent), woraus sich eine Aufenthaltsdauer von 8,4 Tagen ergibt. Dieser ungewöhnlich hohe Wert ergibt sich aus der in der Gemeinde angesiedelten Klinik.

10.840 Ankünfte in Schlüchtern

Im Main-Kinzig-Kreis ist der „Marktführer“ bei den Übernachtungen weiterhin die Stadt Bad Orb mit rund 417.900 (-2,2 Prozent) in den ersten elf Monaten 2019. Die Zahl der Ankünfte liegt bei 64.500, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 6,5 Tagen. Im direkten Vergleich liegt dieser Wert in der Nachbarkurstadt Bad Soden-Salmünster bei 7,6 Tagen, wenngleich die Zahl der Ankünfte mit 43.800 und der Übernachtungen mit 334.500 (-1,5 Prozent) deutlich darunter rangieren.

Aus Schlüchtern wurden von Januar bis Ende November gut 10.840 Ankünfte und rund 24.600 Übernachtungen (-7,8 Prozent) bei einer Aufenthaltsdauer von 2,3 Tagen gemeldet. Dieser Wert liegt in Steinau mit 2,6 Tagen darüber, die absoluten Zahlen aber nicht: knapp 8000 Ankünfte und gut 21.000 Übernachtungen (+8,5 Prozent).

Rückgang der Zahlen im Sinntal

Im zweistelligen Bereich rangiert der Rückgang an Übernachtungen in Sinntal mit fast 23 Prozent auf 11.260. Ähnlich stark verringerte sich die Zahl der Ankünfte auf gut 6000. In Gemeinden mit nur wenigen Beherbergungsbetrieben wirken sich Schwankungen in größeren Betrieben prozentual meist sehr stark aus. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag in Sinntal bei 1,9 Tagen.

Jenseits des Landrückens ergeben sich aus den ersten elf Monaten 2019 diese Zahlen: Flieden – 846 Ankünfte, 2997 Übernachtungen (-10,9 Prozent), 3,5 Tage; Kalbach – 12.170 Ankünfte, 21.370 Übernachtungen (+4,2 Prozent), 1,8 Tage; Neuhof – 9980 Ankünfte, 19.620 Übernachtungen (-11,6 Prozent), 2,0 Tage.

3,8 Millionen Gäste aus dem Ausland

Im Westen (Wächtersbach) und im Süden (Spessartgemeinde Jossgrund) der Grenzen zum Bergwinkel sehen die Zahlen so aus: Wächtersbach – 7000 Ankünfte, 11.960 Übernachtungen (-3,9 Prozent), 1,7 Tage; Jossgrund – 1580 Ankünfte, 3460 Übernachtungen (-4,2 Prozent), 2,2 Tage.

Von den 14,9 Millionen Gästen in Hessen bis Ende November 2019 stammten laut der Landesbehörde 11,1 Millionen Gäste aus Deutschland und 3,8 Millionen aus dem Ausland. Das waren 2,9 Prozent mehr Inlandsgäste und 0,7 Prozent mehr Auslandsgäste als in den ersten elf Monaten 2018.

Die Übernachtungszahlen der inländischen Gäste waren von Januar bis November 2019 mit 25,6 Millionen um 3,1 Prozent höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Sie machten gut drei Viertel aller Übernachtungen aus. Die Zahl der Übernachtungen von Auslandsgästen stieg um 0,8 Prozent auf 7,6 Millionen.

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