Die favorisierte Trassenvariante IV führt über zwei 940 Meter lange Brücken relativ weit an Wächtersbach vorbei.
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Die favorisierte Trassenvariante IV führt über zwei 940 Meter lange Brücken relativ weit an Wächtersbach vorbei. Der Screenshot stammt aus einem Youtube-Video der Bahn zur Bahnstrecke Gelnhausen-Kalbach.

Schlüchterner sind dagegen

Neubaustrecke Fulda–Frankfurt: BI Wächtersbach ist für Trassenvariante IV

Die Schlüchterner wehren sich mit Händen und Füßen gegen die Trassenvariante IV der Neubaustrecke Fulda–Frankfurt. Aber es gibt auch Fans. Die „Bürgerinitiative Bahnausbau Wächtersbach“ zum Beispiel. 

Wächtersbach - Die BI Wächtersbach unterstützt nach eigener Aussage „nach wie vor die Entscheidung der DB Netz AG, mit der Antrags-Variante IV ins Raumordnungsverfahren beziehungsweise in eine spätere Planfeststellung zu gehen“. Wie die BI mitteilt, seien viele Bürger Wächtersbachs besorgt, weil die Variante VII noch nicht vom Tisch sei.

Diese sei aus Umweltgesichtspunkten nahezu gleichwertig mit der Variante IV. Das Regierungspräsidium Darmstadt habe deutlich gemacht, seine Behörde prüfe lediglich, ob die Varianten IV oder VII einen Vorteil in Bezug auf schützenswerte Umweltfaktoren besitze. Dazu zählten Natura-2000-Gebiete oder Grundwasservorkommen.

Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Fulda: Wächtersbacher wegen starker Belastungen beunruhigt

Darüberhinaus werde geprüft, ob Ausgleichsflächen ausreichend berücksichtigt werden und ob überhaupt eine der beiden Varianten genehmigungsfähig ist. Die BI weist ausdrücklich darauf hin, dass es im Moment nicht um wirtschaftliche oder bahnbetriebliche Vor- oder Nachteile gehe. Auch die Lärmbelastung in der Bauphase und im anschließenden Bahnbetrieb sei nicht Teil des Raumordnungsverfahrens (ROV).

Offenbar sind viele Wächtersbacher beunruhigt, weil sie starke Belastungen während der langjährigen Bauphase befürchten. Nachweislich, so auch das Ergebnis der DB Netz AG, zeige gerade die Variante IV deutliche Vorteile in der Baulogistik, so die BI. Denn durch direkte An- und Abfahrtswege zur A 66 würden die Anwohner Wächtersbachs deutlich weniger belastet als bei Variante VII.

Wächtersbacher Bürgerinitiative für Trassenvariante IV - Baukosten niedriger als die der Variante VII

Auch ein höherfrequenter und vor allem pünktlicher Nahverkehr zwischen Wächtersbach und dem Rhein-Main-Gebiet ist nach Ansicht der Wächtersbacher BI mit Variante IV deutlich besser umsetzbar, da diese durch den Knotenpunkt Schlüchtern führe und dadurch Verspätungen effektiver ausgeglichen werden könnten. Die mögliche Teilinbetriebnahme von Variante IV wertet die BI als einen „weiteren deutlichen Vorteil“.

Die Baukosten der Variante IV fallen mit rund 368 Millionen Euro „deutlich niedriger aus als die der Variante VII“, sagt die BI. Außerdem sei die Bauzeit der Variante VII etwa drei Jahre länger, „was eine unnötige Mehrbelastung für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger wäre“, so die BI.

Neubaustrecke zwischen Fulda und Frankfurt: Bis 30. September kann Stellungnahme abgegeben werden

Die BI weist darauf hin, dass nicht nur die Bahn, sondern auch der BI-Verbund „Bahnausbau Main-Kinzig“ sowie die betroffenen Kommunen Gelnhausen, Biebergemünd, Bad Orb, Brachttal und Wächtersbach bereits 2018 in der „Wächtersbacher Erklärung“ ein klares Statement für Variante IV abgegeben hätten.

Seit Anfang Juni sind die Unterlagen zum Raumordnungsverfahren auf den Internetseiten der Regierungspräsidien Darmstadt und Kassel sowie bei den betroffenen Kommunen und Landkreisen einsehbar. Während der Bürgerbeteiligung kann jeder bis zum 30. September zum Inhalt der Unterlagen eine persönliche Stellungnahme abgeben. (ag)

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