Feuer gelegt und Steine geschmissen

Straßenschlacht im Dietzenbacher Spessartviertel: Zwei Verdächtige in Untersuchungshaft

  • Ann-Katrin Hahner
    vonAnn-Katrin Hahner
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Nach den massiven Angriffen auf Einsatzkräfte Ende Mai in Dietzenbach sind Polizei und Staatsanwaltschaft erste Ermittlungserfolge geglückt. Bei einem großen Polizeieinsatz nahmen die Beamten sieben Verdächtige fest. Nun sitzen zwei Verdächtige in Untersuchungshaft.

Update vom 11. September, 12.04 Uhr: In Untersuchungshaft sitzen derzeit ein 17-Jähriger sowie ein 19 Jahre alter Verdächtiger, nachdem diese am Mittwochmorgen in einer großangelegten Polizeiaktion in Dietzenbach vorläufig festgenommen wurden. Das gab die Staatsanwaltschaft Darmstadt und des Polizeipräsidiums Südosthessen in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt. In den Fokus der Arbeitsgruppe „Wurf“ gerieten acht Beschuldigte im Alter zwischen 14 und 29 Jahren. Diese sollen Ende Mai an den massiven Angriffen auf Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr im Spessartviertel beteiligt gewesen sein.

Straßenschlacht in Dietzenbach: Zwei Verdächtige in Untersuchungshaft - Ermittlungen noch nicht abgeschlossen

Der 17-Jährige sowie der 19 Jahre alte Verdächtige, gegen die bereits vor den Durchsuchungsmaßnahmen Haftbefehle erlassen wurden, wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt am Donnerstag zur richterlichen Vorführung gebracht. Anschließend kamen die Dietzenbacher in Justizvollzugsanstalten. Die weiteren Verdächtigen wurden nach Abschluss polizeilichen Maßnahmen entlassen.

Die Arbeitsgruppe hat mit der Festnahme der beiden Verdächtigen ihre Ermittlungen jedoch noch nicht abgeschlossen. „Unsere Arbeit, insbesondere das Identifizieren weiterer Beteiligter, ist noch nicht beendet. Nun gilt es die sichergestellten Mobiltelefone auszuwerten. Möglicherweise stoßen wir hierbei auf weitere Hinweise“, resümierten die Staatsanwaltschaft sowie Kriminaloberkommissarin Lara Mauch nach den Einsatzmaßnahmen am Mittwoch. Im Zuge der Wohnungsdurchsuchungen fanden Polizeibeamte einen hohen fünfstelligen Geldbetrag, der vorerst sichergestellt wurde, um die Herkunft zu klären.

Arbeitsgruppe bittet um Hinweise

Die Arbeitsgruppe bittet um weitere Hinweise im Zusammenhang mit den Ereignissen in der Nacht zum 29. Mai. Hierfür steht das Online-Hinweisportal zur Verfügung, wo auch Fotos oder Videos hochgeladen werden können: https://polizei-hinweise.de/wurf

Zudem ist die Kriminalpolizei für Hinweise unter der Rufnummer 069 8098-1234 zu erreichen.

Straßenschlacht im Dietzenbacher Spessartviertel: Polizei nimmt sieben Verdächtige vorläufig fest

Erstmeldung vom 10. September, 11.32 Uhr:

Offenbach – Wie die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das Polizeipräsidium Südosthessen mitteilte, führte die Staatsanwaltschaft Darmstadt gemeinsam mit der Kriminalpolizei Offenbach in den frühen Morgenstunden umfangreiche Durchsuchungen in Dietzenbach durch.

Im Einsatz waren mehr als 100 Polizeibeamte des Polizeipräsidiums Südosthessen mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei Mühlheim und Lich sowie des Polizeipräsidiums Südhessen. Die Ermittlungen richten sich laut Angaben der Polizei gegen acht Beschuldigte im Alter von 14 bis 29 Jahren, welche alle ihren Wohnsitz in Dietzenbach haben.

Feuer gelegt und Steine geschmissen: Nach Straßenschlacht in Dietzenbach nimmt die Polizei Verdächtige fest

Die Einsatzkräfte nahmen sieben Verdächtige vorläufig fest und stellten unter anderem mehrere Mobiltelefone sicher. Die acht Beschuldigten stehen in Verdacht, an der Straßenschlacht im Spessartviertel, die sich in der Nacht des 28. Mai auf den 29. Mai dieses Jahres ereignet hatte, beteiligt gewesen zu sein.

Nach den Krawallen in Dietzenbach werden Zeugen vernommen.

Damals war die Feuerwehr zu einem Kleinbrand ins Dietzenbacher Spessartviertel gerufen worden, geriet dort jedoch in eine Art Hinterhalt, der von etwa 50 Männern vorbereitet worden war. Mit bereitgelegten Steinen bewarfen die Männer die Feuerwehrleute von einem Hochhaus und einem gegenüberliegenden Parkdeck im Mespelbrunner Weg aus. Auch die gegen Mitternacht zur Verstärkung herbeigerufene Polizei blieb von den Steinewerfern nicht verschont.

Acht Beschuldigte im Alter von 14 bis 29 Jahren

Erst um zwei Uhr nachts entspannte sich die Situation, doch die Bilanz des Gewaltausbruchs: Mehrere beschädigte Einsatzfahrzeuge, ein Schaden in Höhe von 150.000 Euro, drei Festnahmen und ob der Gewalt geschockte Einsatzkräfte. Tobias Thiele von der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft äußerte sich zu dem Vorfall: „Unsere Rettungskräfte sind da, um Menschen zu helfen, sie kommen als Freund und Helfer. Sie bei der Ausübung ihres Jobs zu behindern oder gar zu bedrohen, muss konsequent durch die Justiz verfolgt werden, solche Straftäter gehören ins Gefängnis.“

Dietzenbachs Bürgermeister Jürgen Rogg und der Erste Stadtrat Dieter Lang zeigten sich ebenfalls entsetzt über den Vorfall. Sie sprachen von einer Handvoll Krimineller, die die positive Entwicklung eines ehemaligen Problemviertels herunterziehen würden. Die Geschehnisse beeinflussten „die Reputation Hunderter, friedlich zusammenlebender Menschen“, so Lang damals.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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