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Drei Jahre Lagerung bei ausreichend Luft

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Freiensteinau - Ohne Förster geht auch beim Selbstwerben von Brennholz nichts. Der Freiensteinauer Revierleiter David Nüchter (29) gibt einige Tipps dazu.

"Siehste Robert, da unten kriegen wir mal einen schönen Baum. Da hat das Quad schön zu ziehen", ruft Erwin Korn seinem Enkel zu. Die beiden nutzen gemeinsam mit dem 15-jährigen Juan Stribrny – er hilft heute mit, weil er gerne mal mit dem Quad fahren möchte – einen schönen Dezember-Samstag zum Holz-Machen. Das gute Wetter mit Temperaturen wenige Grad über dem Gefrierpunkt, die zum In-Bewegung-Bleiben einladen, will genutzt werden. "Bis Ende März wollen wir 70 Festmeter Holz machen. Pro Haushalt brauchen wir etwa zehn bis zwölf Meter", erzählt Robert Schmitt. Mit Harry Sutschansky, Dietmar Korn, Stefan Fischer und Thomas Fischer sind diesmal die anderen der seit Jahren zusammen arbeitenden erfahrenen Holzmacher verhindert.

Dafür ist Juan Stribrny im Gemeindewald zwischen Reinhards und der Stollmühle dabei. Er darf Roberts Quad fahren. Das ist geländegängig und wendig genug, um damit zwischen den etwa 30 Jahre alten Bäumen durchzukommen – und die Kraft reicht, um die arm- bis beindicken Äste über den nassen und steilen Waldboden bis zum nächsten Forstweg zu ziehen. "Als er das Quad noch nicht hatte, mussten wir das Holz zum Weg tragen", erinnert sich Erwin Korn. Es wird gesammelt und erst dann nach Hause gebracht, wenn es von Revierleiter David Nüchter abgenommen, also vermessen worden ist. Beim Thema Förster muss Erwin Korn schmunzeln. Der 79-Jährige ist seit den Nachkriegsjahren jeden Winter im Wald gewesen: "In den 50er Jahren haben wir für die Förster Rückeschneisen in die Bestände geschlagen. Nüchter ist der sechste Förster in dieser Zeit." Früher habe die Gemeinde im Winter noch eigene Holzhauer und im Frühjahr Pflanzerinnen beschäftigt.

Das ist längst Geschichte. Es gibt aber auch noch andere Veränderungen. Und über die ist Korn nicht böse. Im Gegenteil: "Die Motorsägen sind eine große Erleichterung. Die AV 31 von Stihl haben wir gekauft, da war Robert noch nicht auf der Welt. Inzwischen haben wir vier Kettensägen." Und mit diesen kann Robert natürlich selbst längst umgehen. Mit anderen Worten: Er hat die erforderlichen Lehrgänge für das Fällen von Bäumen – das machen die Hobby-Holzhauer auch, wenn ihnen entsprechende Bäume vom Förster zugewiesen werden – und den Pflegeschein für die Verarbeitung sogenannten Todholzes. Darauf legt auch Revierleiter David Nüchter großen Wert: "Wer den Motorsägeschein nicht hat, darf die Säge nicht einschalten. Sicherheit ist oberstes Gebot und entsprechende Ausrüstung wie Schnittschutzhosen, Hand- und Sicherheitsschuhe sind ein Muss. Und niemand darf allein im Wald arbeiten." An diese Vorgaben wird sich gehalten. Und Erwin Korn ergänzt: "Wenn mein Enkel rausgeht, gehe ich mit. Er will mich dabei haben. Beim Baumfällen ist es aber nicht gut, wenn mehrere Leute dabei sind."

Leicht aus der Ruhe bringen lassen sich die beiden nicht – erst recht nicht von schlechtem Wetter. Einmal mussten sie aber doch kapitulieren, wie Robert Schmitt erzählt: "2012 im Bereich Kiesel an der Grenze zu Hintersteinau. Da hat es so stark geregnet, dass das Wasser hinter dem Quad hergelaufen ist."

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