Dirk Ludwig (rechts) hatte es ins Stadion geschafft. / Fotos: privat

Eintracht-Fans tricksen UEFA aus – auch Schlüchterner schaffte es ins Stadion

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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London/Schlüchtern - Die Rückkehr nach London entpuppte sich für Eintracht Frankfurt als absolute Traumreise. Nach dem Sieg beim FC Arsenal ist der Glaube an einen neuen Höhenflug zurück. Zahlreiche Fans – unter anderen Fleischermeister Dirk Ludwig aus Schlüchtern – feierten die Eintracht trotz UEFA-Ausschlusses im Stadion.

Bei der unerwarteten Siegesfeier mit den pfiffigen Fans übte sich Daichi Kamada schon wieder in fernöstlicher Zurückhaltung. Interviews musste der Matchwinner von Eintracht Frankfurt wegen einer Dopingkontrolle den anderen überlassen. „Dass wir es nun selbst in der Hand haben“, sagte deshalb Teamkollege Danny da Costa, „ist schon cool“. Und ein Verdienst von Kamada.

Zumal die Eintracht am letzten Spieltag auch wieder auf die lautstarke Unterstützung der Anhänger bauen kann, die für das Spiel am Donnerstag von der UEFA eigentlich ausgeschlossen waren. „Das war ein bisschen verwunderlich“, sagte Abwehrspieler Martin Hinteregger über die Szenen in der zweiten Halbzeit, als trotz der Sperre mehr und mehr SGE-Fans – auch aus Osthessen – im Emirates Stadium zu hören waren. Auch Dirk Ludwig, Besitzer der Metzgerei Ludwig in Schlüchtern, feierte mit einigen Freunden auf der Tribüne.

„Unvergessliches Erlebnis“

„Ich habe keine Ahnung, wie sie es rein geschafft haben“, sagte Mittelfeldspieler Gelson Fernandes. Angeblich hatte ein Teil der Schlachtenbummler extra eine Arsenal-Mitgliedschaft erworben – und sich eine Loge gemietet.

Wie genau er ins Stadion kam, deutete Ludwig im Gespräch mit unserer Zeitung zwar nur an. Der 45-Jährige war aber am Tag danach noch hellauf begeistert: „Das war ein unvergessliches Erlebnis – alleine durch die besonderen Umstände mit dem Fanausschluss, dem Spielverlauf und der Wichtigkeit des Sieges. Aber das tiefergehende Erlebnis war der Zusammenhalt, der Stolz und die Freude“, berichtet Ludwig.

Schals mit Londoner getauscht

Außerdem beschreibt das Vorgehen der Schlüchterner Fans: „Wir haben uns quasi konspirativ in zahlreichen Pubs umgehört, um an Tickets zu kommen. Dann kam die Angst, nicht ins Stadion gelassen zu werden. Und schließlich das tolle Erlebnis, als sich immer mehr Frankfurter jubelnd und singend aus der Deckung wagten“.

Dass die Spieler „direkt vor unserer Kurve feierten, obwohl wir offiziell gar nicht da waren“, sei ein Gänsehautmoment gewesen, meint Ludwig. Im Arsenal Pub seien nach Spielende Schals mit den Londoner Fans getauscht und Gegeneinladungen ausgesprochen worden. „Das war eigentlich genau das Verbindende des Fußballs, was die UEFA eigentlich verhindern wollte“, so Ludwig.

Doch der Schlüchterner war nicht der einzige Fan aus der Region, der von den Rängen aus jubeln durfte. Auch David Altheide (siehe drittes Bild) war im Stadion und durfte mit Freunden aus Rasdorf und Eiterfeld feiern. Er ist über VIP-Tickets rein gekommen, verriet er gegenüber unserer Zeitung. / ths, dpa

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