Vor dem Anwesen in der Elmer Eisenbahnstraße standen gestern zahlreiche Polizeitfahrzeuge und Fahnder waren unterwegs.
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Vor dem Anwesen in der Elmer Eisenbahnstraße standen gestern zahlreiche Polizeitfahrzeuge und Fahnder waren unterwegs.

Keine Personensuche

Auf der Suche nach „Cum/Ex-Verflechtungen“: Großrazzia der Bundespolizei bei Hanno Berger in Elm

  • Tim Bachmann
    vonTim Bachmann
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Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat Dr. Hanno Berger schon länger im Visier. Das ist kein Geheimnis, denn gegen den 70-jährigen Steueranwalt aus Elm wird bezüglich Verflechtungen in die umstrittenen „Cum/Ex-Geschäfte“ seit geraumer Zeit ermittelt. Am Dienstag wurde das Elmer Wohnhaus des Steueranwalts, der seit Längerem in der Schweiz lebt, unter die Lupe genommen. Eine Großrazzia.

Elm - Ein solches Polizei-Aufgebot erlebt man in dem beschaulichen Schlüchterner Stadtteil im Main-Kinzig-Kreis auch nicht alle Tage: Etwa 20 Fahrzeuge der Bundespolizei, darunter allein sechs Transportfahrzeuge, sowie einige Zivilfahrzeuge standen gestern entlang der Eisenbahnstraße, vor dem Wohnhaus des Steueranwalts und auf dem Gelände des angrenzenden Holzhofs.

Einige bewaffnete und komplett vermummte Polizisten sicherten das Gelände ab, Fahnder in Zivilkleidung waren auf dem Areal unterwegs. Emsig wurden Kartons aus dem Haus und in die Polizeitransporter geladen. Ein steter Wind wehte den Hügel hinauf. Dunkle Wolken zogen sich über dem Anwesen zusammen.

Elm: Auf der Suche nach „Cum/Ex-Verflechtungen“ - Großrazzia der Bundespolizei bei Hanno Berger 

„Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nur die Durchsuchungen bestätigen. Aber das haben sie ja selbst gesehen“, berichtete Staatsanwalt Christian Hartwig, stellvertretender Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt zur Mittagszeit auf Nachfrage unserer Zeitung. Namen kann er natürlich nicht bestätigen, allerdings, dass sich die Razzia aufgrund eines „Verfahrens vor dem Landgericht Wiesbaden gegen einen 70-jährigen Steueranwalt“ gerichtet habe. Es ginge um „Cum/Ex-Geschäfte“, erklärt Hartwig. (Lesen Sie hier: Prozess-Beginn ohne Hauptangeklagte: Wirtschaftsstrafkammer arbeitet umstrittene Cum-Ex-Geschäfte auf).

Der Vorwurf gegen Hanno Berger lautet formaljuristisch auf „Steuerverkürzung im Zusammenhang mit sogenannten Cum/-Ex-Geschäften“. Aus diesem Grund wurde gestern das Wohnhaus durchsucht. Am Nachmittag berichtete Hartwig dann: „Es konnten Wertgegenstände festgestellt werden. Nun geht es darum, abzuschätzen, ob dies Vermögenswerte sind, die der Abschöpfung von Gewinnen dienen.“

Christian Hartwig: Es war keine Personensuche, man hat dort weder jemanden gesucht, noch gefunden

Und: „Es war keine Personensuche, man hat dort weder jemanden gesucht, noch gefunden.“ Die Durchsuchungen dauerten bis in den Nachmittag hinein an. Um kurz nach 16 Uhr wurden die Maßnahmen beendet und die zahlreichen Polizeiautos verließen den beschaulichen Schlüchterner Stadtteil wieder. Die Wolken und der Wind sind geblieben.

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