Atommüll gelbe Fässer
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Gegen eine Lagerung von Atommüll im Main-Kinzig-Kreis oder im Spessart spricht sich Landrat Thorsten Stolz aus.

Landrat Stolz hat deutliche Meinung

Entsorgung von Atommüll im Spessart und Main-Kinzig-Kreis?

  • Jessica Vey
    vonJessica Vey
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Geht es nach dem Willen von Landrat Thorsten Stolz (SPD), wird es keine Lagerung von Atommüll im Spessart und im Main-Kinzig-Kreis geben. Der jüngst vorgelegte „Zwischenbericht Teilgebiete“ beschreibt den Spessart mit seinem „kristallinen Wirtsgestein im Grundgebirge“ als grundsätzlich geeignet. 

Main-Kinzig-Kreis - Konkret heißt es im Bericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) zu der betroffenen Region südwestlich der Kinzig: „Die Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien lässt daher insgesamt eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten.“

Landrat Stolz hat deutliche Meinung zur Option zur Entsorgung von Atommüll

„Bevor die Menschen durch solche Vorstellungen verunsichert werden, kann ich unmissverständlich erklären, dass es weder politisch noch gesellschaftlich durchsetzbar ist, dass im Main-Kinzig-Kreis diese Option auch nur annähernd fortgeführt wird“, verspricht Landrat Thorsten Stolz. Rein formal definiert der Bericht die 90 Teilgebiete, die in den nächsten Projektphasen näher untersucht werden könnten.

Das Gebiet, das den Main-Kinzig-Kreis betrifft, umfasst einen Streifen von Rheinland-Pfalz über den Norden Baden-Württembergs bis Brandenburg und ist etwa 10 000 Quadratkilometer groß.

Laut Presseerklärung stellt der Bericht „einen Zwischenstand dar und dient als Grundlage für die Öffentlichkeitsbeteiligung, bevor Fakten geschaffen werden“. Die Entscheidung darüber, welche Gebiete näher erkundet werden, trifft der Bundesgesetzgeber am Ende der ersten Phase des Suchverfahrens.

Mit Blick auf die ersten politischen Reaktionen unter anderem aus dem Nachbarland Bayern bekräftigt Landrat Thorsten Stolz, dass im Main-Kinzig-Kreis kein Platz für die Folgen dieser verfehlten Energiepolitik sein wird. Der Main-Kinzig-Kreis habe bereits vor Jahren dazu eine klare Position vertreten und „alternative Energiekonzepte statt Kernenergie“ gefordert und umgesetzt.

„Wir brauchen uns im Hinblick auf den Ausbau erneuerbarer Energien nicht zu verstecken, denn bereits heute erzeugen wir im Main-Kinzig-Kreis ausreichend Strom aus regenerativen Quellen, um alle Privathaushalte zu versorgen“, betont Stolz abschließend. (tim)

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